Der Film: „Der Fall Wilhelm Reich“

NOW

The new Osho wave

entlarvt

die leeren Versprechungen der Psychotherapie,

der esoterischen und spirituellen Szene!

Denn

das westliche Wertesystem, indem diese Therapien eingebettet sind,

ist eine Droge,

so wie jede andere Religion!

Sie führt zum Kampf gegen sich selbst!

 

Der kürzlich erschienene Film „Der Fall Wilhelm Reich“ beginnt damit, dass Reich sich mit allen Größen der Psychologie in Wien (Freud, Jung, etc.) überwirft, weil er das formuliert, was andere auch schon bemerkt hatten. Die Psychoanalyse und die sich daraus entwickelten Gesprächs-Therapien treten auf der Stelle, die Patienten gesunden nicht wirklich.

Für diese Klarstellung wurde Reich aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen!

Das Alles liegt schon 80-90 Jahre zurück und dennoch ist dieses Thema, das im Film aufgegriffen wird, heute ebenso brisant wie damals:

  • Auch heute noch gibt es die schulmedizinischen Psychotherapeuten, die mit pharmakologischen Mitteln ihre Klienten ruhig stellen.
  • Psychotherapie ermöglicht keinen Ausstieg aus den Lebenskrisen!
  • Die Verbindung zur Kosmischen Energie, zum eigenen inneren Kern, ist notwendig.

Depressionen gibt es immer häufiger – mehr noch als vor 40 Jahren. Mit der zunehmenden Ökonomisierung des Privatlebens nimmt der psychische Druck des Systems auf den Einzelnen zu. Das immer Erreichbar Sein ist ein Dogma für eine ganzen Generation, die auch psychisch nicht mehr abschalten kann. Die Diagnose Burn Out wird häufig nur benutzt, um den Klienten nicht mit der Diagnose „Depression“ zu konfrontieren.

Laut der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DGES 2013) leiden 8,1 % der Erwachsenen unter einer Depression; bei der Altersgruppe ab 70 gehen diese Experten davon aus, dass sogar 9-10 % depressiv sind. In stationären Pflegeeinrichtungen ist sogar jeder Dritte von einer Depression betroffen. Wen wundert es da noch, dass die älteren Menschen lieber zu Hause bleiben wollen.

Die Deutschen Rentenversicherung meldete (Journal Deutsche Rentenversicherung 1.2015),“.. dass der Anteil der Erwerbsgeminderten, die aus psychischen Gründen nicht mehr arbeiten können, inzwischen bei 42,7% …“liegt (berechnet auf die Gesamtzahl der Erwerbsgeminderten). Das Durchschnittsalter dieser neuen Erwerbsminderungsrentner liegt bei 51 Jahren.

Depressionen unter Studenten nimmt drastisch zu!

Bei 21,4 % (bei den Frauen sogar 30%) der Studierenden in Deutschland wurde 2013 eine psychische Erkrankung diagnostiziert. Die psychischen Erkrankungen nahmen ab dem 27. Lebensjahr stark zu. Am häufigsten wurde eine Depression festgestellt. Das stellte eine Studie der Techniker Krankenkasse 2013 fest. Die TK-Studie spricht von erschreckenden Zahlen: “… Viele leiden unter Depressionen, können kaum entspannen und sitzen zu lange vor dem Bildschirm…“ Die psychische Diagnosestellung ist seit 2009 um 4,3 Prozent angestiegen. Über 4% der Studenten hatten 2013 eine Psychotherapie begonnen, rund 6% davon wurden stationär behandelt und ca. 4% nahmen Antidepressiva über 9 Monate lang.

Laut Baas, der die Zahlen für die TK ausgewertet hatte, sei erschreckend, dass viele Studierende eher untaugliche „Relax Methoden“ anwenden würden, um angestaute Belastungen wieder abzubauen:
• „…Ein Drittel der Frauen und 43% der Männer versuchten den Stress mit Alkohol Wegzutrinken.
• Auch Rauchen, Aufputschmittel und Cannabis zählten unter den angehenden Akademikern zu den verbreiteten „Relax Methoden“.
Viele der befragten Studenten gaben an, „sich online zu entspannen“:
• 56% der Frauen klicken sich durch die sozialen Netzwerke,
• 81% der Männer lenken sich auf Videoplattformen oder mit Computerspielen ab…“
Die meisten befragten Studenten wissen um das Suchtpotenzial der Online-Medien. „Das Problembewusstsein ist da, aber der Generation Smartphone fällt es schwer, sich gut zu entspannen“, sagte Baas.
Im Grunde genommen werden „Relax Methoden“ benutzt, die zu einer weiteren Überflutung mit nervlichen Reizen führen, damit die Stress auslösenden Reize überlagert werden. Genauso wie die Nutzung von Online Medien führt die Gebrauch von Cannabis zu einer Überflutung durch die Weitstellung der Synapsen. Durch Studien ist es bekannt, dass Cannabis bei jungen Menschen zu irreversiblen Schäden führen kann, sodass die Hirnsynapsen krankhaft verändert werden können, was zu Psychosen und Schizophrenie führen kann.
Man nahm früher an, dass bei älteren Menschen die Nerven voll entwickelt sind und das Nervengewebe sich nicht mehr verändert. Deshalb vermutete man, dass die Schäden durch Drogen im Alter seltener auftreten. Heute weiß man, dass das Nervengewebe sich ständig erneuert und Umbauprozessen unterworfen ist, sonst könnte man z.B. die Nervenerkrankung Alzheimer nicht erklären. Insofern ist auch bei Erwachsenen von Nervenveränderungen bei langfristigem Drogenkonsum zu rechnen. Es fehlen dazu jedoch qualifizierte Studien.

Auch liegt die Vermutung nahe, dass die Online Medien ähnliche Veränderungen hervorrufen werden, weil sie zusätzlich zu den Reizungen der Nerven durch den Studienalltag oder des optimierten Arbeitsablaufes noch weitere Reizungen hinzufügen. Das Verhaltensmuster „ständig erreichbar zu sein und alles zu optimieren“ wird auch auf das Privatleben übertragen. Mit Hilfe der neuen Medien kann somit die Selbstausbeutungsrate optimiert werden, worunter die psychische und die seelische Entwicklung leidet.

Die Psychoanalyse ist aus der Mode gekommen

Wie im „International Journal of Psychoanalysis“ (2015) zu lesen war, ist die Psychoanalyse seit Langem aus der Mode gekommen. An den Universitäten wird fast nur noch Verhaltenstherapie gelehrt, obwohl beide Therapien von den Krankenkassen anerkannt sind. Auch das sollte ein Grund für die Psychoanalytiker sein darüber nach zu denken, ob Reich vielleicht doch Recht hatte, dass die Psychoanalyse nicht wirklich gesund macht. Natürlich entspricht die Ausrichtung an den Universitäten auch dem Zeitgeist: “…Es geht heute überall um Effektivität, um das ‚Wegmachen‘. Das Psychische wird als Krankheit verstanden. So etwas wie Schnupfen, der uns anfliegt und den man weg machen muss….“ (Psychoanalytikern Angela Mauss-Hanke).
Aber der eigentliche Vorwurf gegen Psychoanalytiker: ‚Die sitzen nur stumm hinter der Couch und haben nichts anderes als Sex im Kopf‘, sagt etwas genauer, um was es dem Zeitgeist eigentlich geht. Die sexuellen Blockaden, die jeder in der Kindheit erlebt hat, sollen nicht Gegenstand gesellschaftlicher Diskussionen oder gar Bewegungen werden, wie in den 60iger Jahren, mit all ihren unverzeihlichen Entgleisungen. Wohin die Verdrängung der sexuellen Blockaden aber führen können, sehen wir in den zahlreichen aufgedeckten sexuellen Übergriffen an Kindern in den Internaten, Kinderheimen und kirchlichen Einrichtungen. Der Film „ Spotlight“ (2016) über Journalisten des „Boston Globe“, die einen bundesstaatenübergreifenden Kindermissbrauchsskandal der Kirche in den USA aufdecken, zeigt nur die Spitze des Eisberges. Sexuelle Blockaden sind auch im Westen trotz den 68igern ein gesellschaftliches Problem, da sie nur intellektuell erfasst wurden. Heilung hat nie stattgefunden! So ist auch in alternativen und spirituellen Kreisen der 70iger Jahre Missbrauch betrieben worden.

Psychoanalyse –  Boom in Asien

Interessanterweise ist zu beobachten, dass die Psychoanalyse in asiatischen Ländern großen Zulauf hat. Offensichtlich gibt es dort ein großes Bedürfnis der Menschen nach sexueller Aufklärung. Auch in moslemischen Ländern wie der Türkei oder dem Iran verbreitet sich die Psychoanalyse.

In den muslimischen Ländern allerdings ist es schwierig die Psychoanalyse zu unterrichten, da ihr vorgeworfen wird, dass sie sexuelle Freizügigkeit fördert. Auch im Nationalsozialismus in Deutschland brannten die Bücher Freuds auf dem Römer (Frankfurt), weil die mögliche sexuelle Emanzipation ein Dorn im Auge der Herrschenden war. Viele Psychoanalytiker mussten vor dem nationalsozialistischen Terror fliehen.
Es geht offensichtlich um die Sexualität, um die Blockaden in der sexuellen Entwicklung. Die Psychoanalyse kann beim Einzelnen diese Blockaden aufzeigen; bis zu diesem Punkt ist sie ein Fortschritt. Aber zu glauben, dass man dadurch geheilt wird, ist wohl immer noch ein frommer Wunsch wissenschaftlich denkender Psychoanalytiker.
Auch wenn das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt die Psychoanalyse durch den Einfluss von Alexander Mitscherlich (bis 1982) und seiner Frau Margarete, leicht veränderte, glaubt das Institut immer noch, dass Psychoanalyse eine Therapieform ist. So wirbt das Freud Institut damit, dass in ihrer Forschungsambulanz jährlich rund 600 Patienten betreut werden.

Das schwindende Interesse an der Psychoanalyse in den europäischen Universitäten ist offensichtlich auch die Enttäuschung über die fehlende Heilwirkung der Psychoanalyse. Denn gerade in Ländern, in denen die Psychoanalyse schon länger angewandt wurde, ist man nicht länger bereit sich universitär intensiver mit ihr zu beschäftigen.

Aus beiden Gründen – wegen dem Nichteingestehen Wollen der sexuellen Blockaden und dem nicht heilenden Charakter der Psychoanalyse – hat man sich in diesen Ländern verstärkt der Verhaltenstherapie zugewandt.

Im Prinzip ist damit ein Rückschritt vollzogen worden, weil die Analyse der sexuellen Blockaden in der Verhaltenstherapie, wenn überhaupt, dann nur eine untergeordnete Rolle spielt. Sie ist eine Therapie die nicht an die Ursache gehen will, sondern an den Auswirkungen der sexuellen Blockaden herum manipulieren will. Bei bestimmten psychischen Stören ist diese Therapieform auch alternativlos, aber trotzdem bleibt sie an der Oberfläche und führt nie zur Heilung.

Der Weg der möglich wäre, wie ihn Osho aufzeigte, indem Therapie in einem Buddha Feld stattfindet, also mit Spiritualität verbunden wird, um zur Meditation zu finden, wird weiterhin von den Universitäten, den Psychoanalytikern und Verhaltenstherapeuten und erst recht von der Kirche abgelehnt. Denn dann wäre ihre Therapie, ihre Religion nicht mehr staatstragend, sondern würde dem Menschen dienen.

Beide haben versagt, die Kirche und die offizielle Therapie!

Um den Forderungen der Klienten und dem allgemeinen Trend entgegen zu kommen und sich auf dem Markt behaupten zu können werden Scheinmeditationen angeboten, die zwar zur mentalen Ruhigstellung führen aber nichts mit Meditation zu tun haben. In den Ländern, in denen die Kirche nicht mehr die Bevölkerung in ihrem Glauben gefangen halten kann und die offizielle Therapie keine Heilung bringt, boomt deshalb der Markt mit allen möglichen esoterischen Surrogaten.
In dieser Marktnische sind nun die neuen Heiligen unterwegs, um wie die Kirche den Gläubigen für Geld das Himmelreich zu versprechen! Insofern unterscheiden sie sich in nichts von dem IS.
Mit dieser neuen esoterischen Weltsicht, den Scheinmeditationen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen arbeitet aber mittlerweile auch die alternative und die spirituelle Therapieszene. Wie das ausgehen wird liegt auf der Hand!

Psychotherapie und Psychopharmaka helfen nicht bei Depressionen

Offizielle Studien belegen, dass bei Depressionen die Einnahme von Psychopharmaka kaum einen Nutzen haben. Nach einer Metaanalyse von Prof. Irving Kirsch (Professor der Psychologie, Boston) beruht die Wirkung von Psychopharmaka in den von ihm untersuchten Studien hauptsächlich auf dem Placebo Effekt. Bei Klienten mit leichter und moderater Depression ergaben sich kaum Unterschiede im Behandlungserfolg beim Vergleich der Placebo-Gruppe mit den mit Psychopharmaka behandelten Personen. Trotzdem hat es einige Klienten gegeben die von der Therapie profitierten, auf der anderen Seite muss es auch Klienten gegeben haben, denen die Therapie schadete, was aber in den Studien nicht untersucht wurde. In Studien die belegen sollen, dass Psychopharmaka Depression heilen, wurden Klienten, die zu mehr als 50% positiv auf Psychopharmaka ansprachen als erfolgreich therapiert betrachtet. Deshalb äußerte sich Prof. Kirsch auch beim DGPPN-Kongress(DGPPN: Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) in Berlin (2013) ebenfalls äußerst kritisch gegenüber der Wirkung von Psychopharmaka bei Depressionen.

Natürlich ist der Klient erst einmal ruhig gestellt, aber die Depression ist damit nicht behandelt. Mit anderen Studien versuchte man zu belegen, dass die dann parallel verordnete schulmedizinische Psychotherapie die Depression beseitigen kann. Aber nach der Analyse von Psychologen der Uni Amsterdam (PLoS ONE 2015; 10(9):e0137864) sind Studien mit negativem Ausgang einfach verschwiegen worden. Berücksichtigt man also alle positiven wie negativen Studien bewirkt Psychopharmaka und Psychotherapie gegen Placebo kein Auflösen der Depression. „Die Wirksamkeit von psychologischen Interventionen gegen Depressionen ist in der veröffentlichten Literatur überschätzt worden – ganz ähnlich, wie das auch bei der Pharmakotherapie der Fall war“, folgern die Forscher um Dr. Ellen Driessen.
Auch die neuen Daten belegen, dass die schulmedizinische Psychologie heute genauso ineffektiv ist, wie es Reich schon vor 100 Jahren feststellte.
Die einzige Maßnahme, die den Psychologen dann bleibt, ist eine „Mentale Ruhigstellung“, in welcher sie ihren Klienten raten Depression auslösende Situationen zu meiden und sie nicht noch mit weiteren Reizüberflutenden „Relax Methoden“ zu überlagern.

Die spirituelle Krise als Vehikel der Machtkämpfe

Das Aufkommen des IS wäre ohne die spirituelle Krise des Westens nicht möglich gewesen!

„Schläge im Namen des Herrn“
„Und alle haben geschwiegen“

Der Bestseller „Schläge im Namen des Herrn“ von Peter Wensierski und der Film „Und alle haben geschwiegen“ von Anja Kindler, Gesine Müller und Robert Wortmann zeigen wie auch in Deutschland nach dem Krieg in Kinderheimen Kinder und Jugendliche missbraucht wurden, durch psychische Qualen über Isolationshaft bis hin zu sexuellen Übergriffen. „Regisseur Dror Zahavi hat sich an das düstere Thema gewagt: das Versagen der deutschen Nachkriegspädagogik.… Nicht alle Schwestern sind Unmenschen, aber das System begünstigt die, denen das Quälen Spaß bereitet. Ein sehenswerter Film.“ (Monika Maier-Albang auf sueddeutsche.de). Von 1945 bis 1975 waren in westdeutschen Heimen etwa eine Million Kinder eingesperrt.(Quelle: Runder Tisch Bundestag).
Die tatsächlichen Zahlen sind wohl höher. In den hauptsächlich kirchlichen Heimen (65% aller Heime) wurde in den 1950er und 1960er Jahren gedemütigt, geschlagen, ausgebeutet und eingesperrt. Es bestand ein regelrechtes einflussreiches gesellschaftliches Kartell, zu dem Jugendbehörden, Gerichte, Lehrer, Nachbarn, Eltern und vor allem die damals noch einflussreichen Kirchen gehörten. Sie beurteilten was gut und böse ist und ab wann ein Mädchen als „sexuell verwahrlost“ zu gelten hatte. Kleinigkeiten reichten schon aus, um Mädchen ins Heim zu schicken: unpassend gekleidet, mit 15 Jahren schon einen Freund und zusätzlich noch Kind einer alleinerziehenden Mutter.

Das Buch „Schläge im Namen des Herrn“ beschreibt den ausgeprägten und anhaltenden Sadismus, der den Alltag der geschlossenen Anstalten für die „gefallene Mädchen“ bestimmte. Viele der ehemaligen Kinder aus den Heimen leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Kindheit.
Viele von uns können sich an die Drohung in ihrer Kindheit erinnern: `Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Heim`. Das waren keine leeren Drohungen, denn wenn man einmal im Heim war, kam man vor seinem 21. Lebensjahr nicht mehr raus. Die ganze Gesellschaft wusste Bescheid, alle haben es für rechtens befunden.
Auch das war eine wichtige Motivation der 68iger sich gegen ihre Elterngeneration aufzulehnen. Doch das brachte keine Veränderung in der Gesellschaft in Bezug auf die sexuellen Missbräuche und dem Schweigen darüber.

Missbrauch am Odenwald-Internat: Die westdeutsche »Eliteschule«

Über zehn Jahre lang (2000 bis 2010) war bekannt, dass Lehrer des Odenwald-Internats ihre Schüler missbrauchten. Doch Pädagogen informierten darüber nicht, Staatsanwälte ermittelten nicht, Journalisten berichteten nicht. Warum nur?
Den Schülern wurde von den Lehrern das Gefühl vermittelt, dass an der Schule die Schranken der sozialen Klassen, die Schranken der Lehrer-Schüler-Hierarchien gefallen sind. Es sollte eine große Familie sein, deren Wärme durch die täuschend echte Zuneigung des Lehrerkollektivs erzeugt werden sollte. So entstand eine Macht des sexuellen Zugriffs.
Der Missbrauch wurde verheimlicht, weil die Odenwaldschule geschützt wurde von der westdeutschen Elite, von mächtigen Eltern, mächtigen Politikern, Publizisten und Wirtschaftsführern.

Es ist kein Ende in Sicht, was den Missbrauch in Heimen und Internaten angeht!

Da rümpfen wir heute die Nase über den IS, über seine menschenverachtenden Gräueltaten im Namen Allahs. In Bezug auf die Energie ist diese genau die gleiche die gegen die Kinder in diesen geschlossenen Anstalten und in Internaten mitten in Deutschland in einer Demokratie gerichtet wurden. Wurde nicht bei uns ebenfalls im Namen des Herrn oder im Namen der Reformpädagogik, die für die »Erziehung vom Kind aus« steht, Missbrauch betrieben?
Die verantwortlichen Vertreter der Kirchen leugneten offiziell lange die Taten ihrer Pater und Nonnen.

Die daraus entstehenden psychischen Schäden bei den Betroffenen sind erheblich. Die Selbstmordrate bei den Betroffenen ist wesentlich höher als in der Normalbevölkerung.

Gleichzeitig haben diese Vorgänge zu einem großen Misstrauen gegenüber allem Spirituellem in der Gesellschaft geführt

Dadurch ist eine Heilung blockiert, da nur spirituelle Erfahrungen zur Heilung führen können. Für den dadurch entstandenen Vertrauensverlust hat die Kirche bis heute keine Verantwortung übernommen.
Somit ist die psychische Entwicklung in einem unaufhörlichen Kreislauf gefangen. Prüderie bis hin zum Zölibat wechselt sich ab mit sexuellen Übergriffen bis hin zur sexuellen Versklavung. Wenn wir diesen Kreislauf nicht durchbrechen, werden wir wie in den vergangenen Jahrhunderten psychisch, emotional und seelisch auf der Strecke bleiben, da nur durch die Wahrnehmung der unterdrückten sexuellen Blockaden aus der Kindheit und das Verweilen in der spirituellen Liebe Heilung möglich ist.

Die Auseinandersetzung über den Missbrauch gegenüber Kindern, Jugendlichen, Schülern oder Seminarteilnehmern ist in unserer Gesellschaft noch lange nicht mit der nötigen Klarheit geführt worden. Es ist deshalb nicht verwunderlich, wenn Therapeuten in einem Therapiezentrum gegenüber Jugendlichen sexuell auffällig werden, selbst wenn sie in den Mittagspausen heimlich mit den gleichen Personen angeblich nur gekuschelt haben. Solange Therapeuten den unterbewussten Wunsch hegen die neuen Priester, Pater, Nonnen oder gar Gurus zu sein, werden sie mehr oder weniger Missbrauch betreiben.

Auch die unterbewussten Wünsche einiger Therapeuten die Elternrolle endlich einmal ausleben zu dürfen, kann unübersehbare Schäden bei den Teilnehmern hinterlassen. (A Sudden Clash of Thunder, OSHO).  Doch im Gegensatz zu den eigenen Kindern sehen die Therapeuten diese nur für eine sehr kurze Zeitspanne, so dass häufig unklar bleibt, welche langfristigen Schäden bei den Teilnehmern durch ein psychotisches Elternrollenveralten der Therapeuten hervorgerufen wurde.

So lange keine wirklich spirituelle Therapie bei den Therapeuten angekommen ist, bewegen sie sich immer zwischen einer Art Zölibat und therapeutischen oder sogar sexuellen Übergriffen. Spätestens wenn sie in ihren eigenen Kreisen den Missbrauch gegenüber Teilnehmern durch ihre Kollegen nicht rechtzeitig erkennen konnten, müssen sie sich fragen, in wie weit sie nicht selbst unbewusst von der gleichen Energie getrieben sind und wie weit sie von einer spirituellen Wachheit entfernt sind.

Das spirituelle Vakuum

und der IS!

Da Therapie ohne Spiritualität nicht heilen kann, und die Kirche im Westen die Spiritualität unter anderem durch die letzten Skandale in Verruf gebracht hat, ist damit auch ein therapeutisches Vakuum entstanden.

Die spirituellen Sucher wandten sich erst nach Indien. Der Yogi Maharishi war der erste der von diesem Vakuum profitierte und durch seine ‚Transzendentalen Meditation‘ Millionär wurde. Nach dieser Phase wandte man sich mehr dem Buddhismus zu, in der Hoffnung dort Antworten zu finden. In diese Marktlücke sind dann auch die neuen Heiligen aus der esoterischen Szene gesprungen, die durch Yogi Maharishi erkannt haben wieviel Geld man mit spirituellen Surrogaten verdienen kann. Gleichzeitig kamen immer mehr Skandale, in die die Kirche verwickelt war, an die Öffentlichkeit.

Osho war zu der Zeit der Einzige, der klar sagte: keine Religion, keine Heiligen, keine Weltanschauung, keine Philosophie, kein Glaube kann euch helfen; ihr müsst euren eigenen Weg selbst finden.

Um diese Erkenntnis umzusetzen braucht man jedoch eine Menge Mut, um nicht der Mainstream-Vorstellung zu folgen und sich an irgendeine Religion, Philosophie oder Ideologie zu verkaufen und sei es auch nur an die westliche Vorstellung von der sogenannten Demokratie zur Tarnung des Bankenimperiums.

Heute ist es der Islam, der viele westeuropäische Jugendliche anzieht; manche sind sogar bereit für den Islam in den Krieg zu ziehen und sich dem IS anzuschließen. Aus Desillusion kehren sie der westlichen Ideologie den Rücken und haben sie durch eine neue Ideologie ausgetauscht. Sie haben nicht den Mut sich auf den Weg zu sich selbst zu machen, so wie es Osho empfahl.

Im arabischen Raum war es ähnlich. Der IS ist gerade dort stark geworden, wo der Postkolonialismus Herrschaftssysteme unterstützt hatte, die sich einer religiös-völkischen Rhetorik bedienten. Auf der einen Seite war der „Neue arabische Frühling“ eine Rebellion gegen diese Herrschaftscliquen, die nur in ihre eigene Tasche wirtschafteten und das Volk brutal unterdrückten. Auf der anderen Seite wurde durch die religiös-völkische Atmosphäre dem IS der Boden bereitet.

Im Westen versuchte die römisch katholische Kirche mit dem deutschen Papst Benedikt XVI das Ruder wieder herum zu reißen und die spirituelle Führung in Europa zu übernehmen. Vermutlich hoffte sie im Windschatten von Deutschlands bedeutende Stellung in Europa Einfluss auf die spirituelle Bewegung in Europe zu bekommen.

Papst Benedikt XVI war dafür bekannt, dass er sich in Glaubensfragen gut auskannte und auch den Willen hatte die verschiedenen christlichen Richtungen unter der römisch-katholischen Kirche zusammen zu führen.

Weil er an konservativen Glaubensvorstellungen festhielt, überwarf er sich aber mit allen bisexuellen Bewegungen und kritisierte Staaten, die die Heirat zwischen homosexuellen erlaubte. Darüber hinaus negierte er den Völkermord in Lateinamerika, der durch die Christianisierung mit den Spaniern als Eroberer historisch erwiesen ist. Er musste dann abdanken, weil die römisch-katholische Kirche es für vielversprechender hielt die Kirche in Lateinamerika mit einem südamerikanischen Papst zu stärken, als weiter an dem hoffnungslosen Versuch zu basteln die Menschen in Europa wieder an die Kirche zu fesseln.

Durch diesen fehlgeschlagenen Versuch haben wir in Europa noch deutlicher sichtbar ein spirituelles Vakuum, auch wenn die Kirche nie wirklich spirituell war. Aus einem spirituellen Vakuum ergibt sich jedoch auch eine therapeutische und politische Handlungsunfähigkeit. Auf der anderen Seite kann die immer deutlicher werdende Aussichtslosigkeit in allen Bereichen der Gesellschaft nur den Schluss zu lassen, sich mit aller Deutlichkeit sich selbst zu finden, um dann auch im therapeutischen wie im politischen Bereich neue Horizonte zu sehen.

 

 

………………………..

Spirituell haben die Kirche und die offizielle Therapie im Westen versagt!

Erst recht die Heiligen der esoterischen Szene und

die Therapeuten – Szene nach Osho!

 

Auch die Ersatzreligion, die Esoterik, die sich im Windschatten der Sannyasin-Bewegung einen Platz im EGO der spirituellen Sucher sicherte, ist auch verantwortlich für das spirituelle Vakuum in der westlichen Welt und damit auch mitverantwortlich für die Ausbreitung des IS in Europa. Mit Mantras, geführten Meditation – was schon ein Widerspruch in sich ist – werden Beruhigungspillen und mentale Traumreisen verkauft, die zum weiterträumen auffordern.

Natürlich kann man auch davon träumen ein Held beim IS zu werden, es ist nur ein anderer Traum. Was helfen könnte, wäre die Menschen zum Aufwachen zu bringen. Aber genau das verhindert die esoterische Szene, ebenso wie es die Religionen über die Jahrhunderte verhinderten.

Die spirituelle Wachheit, wie man sie noch zu Zeiten Oshos versuchte in den Alltag zu integrieren, ist völlig abhandengekommen.

Nach Oshos Tod wird wieder versucht die spirituelle Fremdherrschaft

fortzusetzen, die von den Religionen und dem Schamanismus errichtet wurden

Mit Büchern in denen dem Lesenden sein Leben interpretiert wird, mit Tarot-Karten, die belegen sollen in welcher Phase man gerade ist und was zu tun ist, mit wilden Interpretationen von Krankheitsbilder durch Therapeuten versucht man die jahrtausendalte Fremdbestimmung der Menschen fortzuführen. Über die psychischen Schäden, die dadurch entstehen macht sich kein Heiliger der esoterischen Szene Gedanken. Sie sind in guter Gesellschaft mit den Kirchen und freuen sich ebenso über satt gefüllte Geldbeutel. Viele Sucher werden dadurch in Sackgassen geführt, aus denen einige nicht mehr herauskommen; die neue Religion wird zur Sucht.

Wenn man schon zum x-ten Mal eine astrologische Beratung braucht, zum x-ten Mal seine ‚Familienaufstellung‘ macht und zum x-ten Mal die Tarot Karten befragt und von Therapeut zu Therapeut wandert, dann hat man den Fingerzeig nicht wahrgenommen, dass man sich selbst zu seinem inneren Sein auf den Weg machen muss, das einem dieses niemand abnehmen kann. Man ist an Astrologen, Familienaufsteller, Therapeuten und andere Heilige geraten, die mit ihrer sensitiven Fähigkeit Kunden faszinieren können, aber keinen Kontakt zu sich selbst haben.

Mit dem therapeutischen Fingerzeig hat es schon lange nichts mehr zu tun, nämlich: wie finde ich zu meiner Energie und lebe aus ihr heraus ohne Fremdbestimmung; auch schon alleine deshalb nicht, weil man sich mit den sexuellen Blockaden aus der Kindheit nicht beschäftigen will. Denn dein Zugang zur ursprünglichen Energie, die tief in deinem kleinen Becken am Aufsteigen behindert wird, ist nur möglich wenn du jenseits deiner Konditionierung, durch Meditation mehr und mehr eine Verbindung zu dir bekommst. Alle kopfgesteuerten Aktionen der Esoterik kräftigen nur dein EGO und führen dich noch weiter von dir weg. Das haben die letzten 25 Jahre der Esoterik mit aller Deutlichkeit gezeigt. Besonders deutlich wird das in Therapiezentren, in denen Meditation gegen Esoterik ausgetauscht wurde, wodurch gleichzeitig auch das Buddha-Feld verschwand. Schon die sumpfige Atmosphäre in der dort die Dynamische Meditation stattfindet spricht Bände, falls sie überhaupt noch angeboten wird.

Um den Forderungen ihrer Klienten und dem allgemeinen Trend entgegen zu kommen und sich auf dem Markt behaupten zu können, bieten die meisten alternativen Therapeuten Scheinmeditationen an, die zwar zur mentalen Ruhigstellung führen aber nichts mit Meditation zu tun haben. Aufgrund dessen finden die Teilnehmer nicht zu ihrer eigenen Energie, werden abhängig von esoterischen Interpretationen und bleiben unmündige Konsumenten. In den Ländern, in denen die Kirche nicht mehr die Bevölkerung in ihrem Glauben gefangen halten kann und die offizielle Therapie keine Heilung bringt, boomt deshalb der Markt mit allen möglichen esoterischen Surrogaten. In dieser Marktnische sind die neuen Heiligen unterwegs, um wie die Kirche den Gläubigen für Geld das Himmelreich zu versprechen! Insofern unterscheiden sie sich nicht von dem IS oder dem neuen rechtspopulistischen Hindi-Premierminister Indiens.

Es liegt auf der Hand wie dies ausgehen wird, da die alternative und die spirituelle Therapieszene mit dieser neuen esoterischen Weltsicht, den Scheinmeditationen und verhaltenstherapeutischen Ansätzen arbeitet. Wir werden dahin kommen wo heute Indien steht, nur mit einer westlichen Variante: statt mit einem unüberschaubaren Meer an Gurus, die an der spirituellen Verarmung der Bevölkerung sich reich verdienen, werden wir Therapeuten wie Sand am Meer haben, die ihre Klienten in Abhängigkeit halten, so wie es in den USA schon heute zu sehen ist. Die jüngsten politischen Veränderungen in Indien durch den neuen hinduistischen Premierminister Narendra Modi zeigt deutlich wohin Scheinspiritualität führt. Man ist bereit mit staatlicher Gewalt gegen Andersgläubige vorzugehen, um noch mehr Reichtum anzusammeln. Wir können beim IS oder in der Türkei sehen, dass der nächste Schritt die grobe Verletzung von Menschenrechten ist, auch wenn es dort auch noch andere Ursachen gibt. Die esoterische Szene spielt der sich ebenfalls in Europa und der USA anbahnenden Entwicklung in die Hände, weil sie das spirituelle Vakuum weiter aufbläst.

Machtgelüste sind heilig geworden

 Macht und Machtgelüste bei Therapeuten und in Therapiezentren schaden den Klienten

Viele Therapeuten glauben, dass ihre Machtgelüste von den Klienten nicht gesehen werden bzw. dass man erst in den „ Inner Circle“ eines Therapiezentrums vordringen muss, um die Machtstrukturen zu erkennen. So denkt das EGO!

Früher gab es in den Therapiegruppen eine ganze Reihe von Sessions, die dem Klienten zeigten, dass er sein EGO, seine Machtträume, nicht tarnen kann, aber dass das EGO von dieser Illusion lebt. Eine der einfachsten Session bestand darin, dass ein Teil der Gruppe dem anderen Teil der Gruppe beim Arbeiten zuschaute und sich Notizen machte über deren Verhaltensauffälligkeiten. Dann wurde gewechselt. Obwohl die, die am Anfang beobachteten und genau wussten auf was geachtet wird, nun beim Arbeiten beobachtet wurden, gelang es ihnen nicht ihre Machtspielchen zu unterlassen oder zu tarnen. Je besser man seine eigenen Machtgelüste kannte, umso genauer war natürlich die Beschreibung des Machtgehabes der Beobachteten.

Die gleichen Beobachtungen kann man machen, wenn man als Teilnehmer in der Gruppe den Therapeuten bei der Arbeit zuschaut. Deshalb ist es völlig illusorisch wenn Therapeuten meinen, ihr Machtgehabe würde nicht von den Teilnehmern bemerkt, aber es entspricht ihrem Therapeuten EGO dies zu glauben. Deshalb schweigen sie über ihre Machtgelüste gegenüber den Teilnehmern und tauschen sich höchstens innerhalb eines „abgeschirmten“ Kollegenkreis aus.

Auf der unbewussten Ebene verstärkt das Machtgehabe der Therapeuten die vorhandenen Machtgelüsten bei den Klienten, bis zu dem Punkt, dass sie letztlich auch Therapeuten sein wollen, damit sie diese Macht endlich „legal“ ausleben dürfen und dafür noch Anerkennung bekommen.

In der humanistischen Psychologie hat Carl Rogers von den Therapeuten gefordert, dass sie

  1. eine bedingungslose positive Wertschätzung des Klienten haben
  2. eine Empathie zum Klienten entwickeln
  3. eine Kongruenz in ihrer Haltung haben und wahrhaftig gegenüber den Klienten sind

Das bleiben natürlich fromme Wünsche, weil die Machtinteressen der Therapeuten eine Wertschätzung, Empathie und Wahrhaftigkeit völlig unmöglich machen. Trotzdem beteuern sie immer wieder, dass sie empathisch und wahrhaftig sind, obwohl sie in ihren eigenen Leben, in ihren eigenen Beziehungen weder wahrhaftig sein können, noch jemals Empathie aus dem Seinszustand heraus wirklich erlebt haben.

Die Macht der Therapeuten wirkt wie die Macht der Handtücher

auf den Liegestühlen am Badestrand

 Der Soziologe Heinrich Popitz beschrieb in seinem Buch „ Phänomene der Macht“ an einem ganz einfachen Beispiel unser alltägliches Machtspiel. Er machte eine Kreuzfahrt im östlichen Mittelmeer. An Bord gab es nur ein Drittel so viele Liegestühle wie Passagiere. Das war anfangs kein Problem, da die Liegestühle als frei galten, sobald jemand aufstand. Das änderte sich aber nach einem Stopp in einem Hafen, nachdem neue Passagiere dazu gekommen waren, und diese auf ihre Liegestühle Handtücher liegen ließen, nachdem sie aufgestanden waren. Durch das Liegenlassen der Handtücher nahmen sie die Liegestühle auf Dauer in Besitz. Nach und nach übernahmen alle Passagiere dieses Verhalten und es bildete sich die Klasse der Besitzenden und die Klasse der Besitzlosen. Sobald sich ein Besitzloser einem freien Liegestuhl näherte auf dem ein Handtuch lag wurde er von anderen Besitzenden vertrieben. Später wurden sogar freie Liegestühle von den Besitzenden zusammengeklappt, damit kein Besitzloser sie okkupieren kann.

Wie können die Besitzlosen sich nun verhalten?

  1. Würden Besitzlose die Handtücher von den Liegen nehmen und selbst in dem Liegestuhl Platz nehmen, gäbe es ein großes Geschrei, Wutausbrüche und Androhung von Gewalt der Besitzenden Klasse. Auch bei weiteren Begegnungen an Deck wären sie immer wieder hasserfüllten Anblicken und Ausgrenzungen ausgesetzt.
  2. Sollten sie sich zusammentun und die Besitzenden von den Liegestühlen vertreiben und selbst zu den Besitzenden werden? So würden sie die bisherige Klasse der Besitzenden unterdrücken! Sie würden ihre „Unschuld“ verlieren.
  3. Sollten sie nach dem Kapitän, nach der Staatsmacht rufen?

In der Realität räumt in Sardinen und in der Toskana die italienische Polizei seit 2015 die Strände auf. Sie beseitigt nicht nur die Handtücher und Liegen mit denen der Platz an der Sonne reserviert wurde, sondern kassiert auch noch eine Strafe von 200 €. Dieses Verhalten ist also der ganz „normale“ Alltag am „Platz an der Sonne“!

Wenn man etwas ohne die Staatsmacht ändern will, muss man früher ansetzen, an den eigenen Machtgelüsten, die dazu führen dem Handtuch (Therapeuten) eine Macht zu geben. Es hat nur so viel Macht, wie du ihm Macht gibt.

Genauso ist es mit den Therapeuten und Priestern, sie verteidigen ihren Platz an der Sonne und halten zusammen

Noch in den 80ziger Jahren war es durchaus möglich, dass du deinen Therapeutenstatus bei deinem Lehrer verlieren konntest und wieder zum Groupie wurdest und es blieb völlig unklar ob du jemals wieder Therapeut werden würdest. Auch in Puna war es durchaus üblich Therapeuten bloß zustellen und ihnen klar zu machen, dass sie nicht erleuchtet sind, geschweige denn Therapeuten sind. Manche mussten auch für eine Zeit Buttons tragen, wodurch sie für alle sichtbar als Anfänger gekennzeichnet wurden. Einige verließen daraufhin seine Kommune, deren Therapeuten EGO war zu sehr aufgeblasen.

Heute ist es so, dass die Therapeuten fest in ihren „Liegestühlen“ sitzen. Es ist keine Staatsmacht da, kein Lehrer, kein Guru, der sie wieder ins Groupie-Dasein stürzen könnte. Auch wenn sie sich mental bewusst sind, dass sie auch nicht anders sind als ihre Klienten, werden sie ihren Beruf, ihren Status im Therapiezentrum als Therapeut nicht mehr aufgeben müssen. Diese gefestigte Position als Besitzende erzeugt unweigerlich ein Machtgehabe, das auf die Klienten übertragen wird. Somit bleibt alles beim Alten. Somit werden die Klienten bewusst oder unbewusst in ihren Machtkonditionierungen bestärkt, die zum Kampf der Geschlechter bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen oder zur Ausgrenzung anderer führt.

Das Ausleben der Machtgelüste wird in der Therapie schmackhaft gemacht, weil es die Therapeuten vorleben, auch wenn sie etwas anderes erzählen

Wenn die Klienten die Therapeuten durchschauen, dann bleibt ihnen nur das Machtgehabe der Therapeuten als Beispiel zu nehmen, um bei sich zu schauen, ob er dieses Verhalten in der einen oder anderen Variante auch in sich entdecken kann.

Wenn jedoch ein Klient es wagen sollte, den Therapeuten einen Spiegel vorzuhalten, um ihnen ihre Machtgelüste zu zeigen, entsteht ein mächtiges Geschrei, eine scheinbar nicht enden wollende Diskussion im „Inner Circle“ des Therapiezentrums. Giftige Bemerkungen und Provokationen gegenüber dem Klienten werden geäußert oder es wird dem Klienten in seiner Abwesenheit etwas angehängt. Schließlich wird er hinausgeekelt. Es ist wie in der Situation an Bord oder am Strand, wenn es jemand wagt das Handtuch von einem „reservierten“ Liegestuhl zu nehmen. Der Klient muss sich noch nicht einmal hineinlegen, es reicht völlig aus die Macht des Handtuchs nicht zu akzeptieren.

Natürlich versuchen die heutigen Therapeuten, ihr Machtverhalten auch wieder zu tarnen, indem man sein Verhalten rechtfertigt mit dem Hinweis:  Auch Osho hätte in seiner Kommune Therapeuten gehabt, die die Sannyasin provozieren sollten, damit sie einen Blick jenseits ihres EGOs erhaschen konnten. Der Unterschied zu jenen Provokationen ist jedoch, dass diese damals so intuitiv abgestimmt waren auf den einzelnen Sannyasin, dass sie wirklich für einen Augenblick aus ihrem EGO hinauskatapultiert wurden. Das können nur sehr wenige Therapeuten, denn es verlangt nicht nur eine Klarheit über die Reaktionsmuster des EGOs, sondern auch eine intuitive Verbindung mit dem Sein.

Offenlegung von Machtpositionen verringern die Machtgelüste

Zum anderen legte Osho diese Machtverhältnisse völlig offen. So sagte er öffentlich zum Beispiel zu Deeksha, er habe ihr völlige Macht gegeben; sie sei sein Hebel: mit der einen Hand hämmert sie und provoziert die Leute, mit der anderen Hand tröstet sie. „Es fällt ihr spielerisch leicht, euch zu reizen, genauso zu reagieren wie einst auf eure Mutter….und Deeksha ist eine perfekte Mutter!…“ (Osho Dhammapada -The Path oft he Buddha). Damit ist jedem klar: es geht nicht darum, dass ein Therapeut seine Macht auslebt gegenüber den Klienten.

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Das Oregon-Trauma

Man kann aber auch die Beobachtung des Soziologen Heinrich Popitz zur Erklärung der Entwicklung in Oregon heranziehen. Auch wenn diese Entwicklung viel komplexer war, so zeigt doch diese Betrachtung wodurch das Machtgefüge sich aufbauen konnte.

Die Machtgelüste des EGO der Passagiere schlummern in der Geschichte des Soziologen solange bis neue Passagiere an Bord kamen und ihre Macht auslebten, indem sie die Liegestühle als ihr Eigentum belegen.

Das entspräche der Situation in Oregon als die Eigentumsklasse der Stadt nicht wollten, dass ein Besitzloser daherkommt und in der Wüste von Oregon eine Kommune errichtet. Es entspricht in der Beobachtung des Soziologen Popitz der Situation, in der die Besitzenden die freien Liegestühle sogar zuklappen, damit sie kein Besitzloser okkupieren kann. Die Gesetze in den USA waren zwar zu der Zeit so, dass man ein freies Stück Land behalten durfte, wenn man in einer vorgegeben Zeit genügend Gebäude darauf errichtete; aber was kümmert das die Besitzenden. Damit kam man in die gleiche Situation wie ein Besitzloser in Popitz‘ Beobachtung, der einen Liegestuhl für sich erobern wollte und sich damit dem Geschrei der Eigentumsklasse und deren Gewaltandrohung ausgesetzt sieht. Natürlich hat der Besitzlose Recht, denn der Liegestuhl, das Land gehört nicht den Besitzenden bzw. der Eigentumsklasse und natürlich hat er ein Recht darin zu liegen bzw. dort Häuser bauen zu dürfen. Aber was nützt es ihm: die Besitzenden werden in jeder denkbaren Art und Weise aggressiv werden.

Und das ist sehr aktuell: Denn die Therapeuten reagieren heute auf jeden Klienten der ihren Status in Frage stellt unterschiedlich aggressiv. Sie müssen ihren Besitz, ihre Position verteidigen und haben die anderen Therapeuten, die anderen Besitzenden auf ihrer Seite.

Die Oregon-Falle

Die Entwicklung in Oregon zeigt uns aber auch, dass man, auch wenn man im Recht ist, sich noch nicht einmal gegen die Besitzenden durchsetzen kann, wenn man deren eigene Methoden gegen sie selbst anwendet. Aber damit wird man psychisch einer von Ihnen. Man ist damit in die Falle seines EGOs getreten und verstrickt sich immer tiefer. Man verstrickt sich so tief, bis es keinen Ausweg mehr gibt, es sei denn man erkennt die aussichtslose Lage rechtzeitig und gibt alles auf, lässt das gesamte Oregon Experiment fallen.

Das Fatale war aber, dass man das nicht erkannte und sich dieses Machtverhalten auch im Innern der Kommune von Oregon durchsetzte. Da Osho bewusst schwieg, gab es auch keine Staatsmacht wie jetzt an den Stränden von Sardinien oder der Toskana, die im Innern von Oregon die Besitzenden ihrer Posten enthoben hätte. Wenn man als Besitzloser sich beschwerte musste man die Kommune, den Strand, das Boot verlassen; die Besitzenden verteidigten ihre Posten. So betrachtet ist es in Oregon so gelaufen wie überall an den Badestränden, wie auch in der Beobachtung des Soziologen Popitz.

Das wir bis heute aber dieses Machtverhalten noch nicht verstanden haben und Therapeuten und Therapiezentren dagegen anscheinend machtlos sind, liegt auch mit daran, dass in Oregon kein Ausweg gefunden wurde. Sowohl die Sannyasins, die Oregon verließen als auch diejenigen die die Kommune verlassen mussten, waren hilflos Angesichts des Machtgefüges in Oregon: Sollten sie streiken oder opponieren? Sollten sie in einen öffentlichen Hungerstreik treten, bis die Machtpositionen geräumt und beseitigt wurden oder sich Oregon ganz aufgelöst hatte? Auch die Sannyasin die in der Kommune blieben waren hilflos. Entweder hatten sie die Situation nicht erkannt, oder hofften auf eine Wende, oder sagten sich, dass sie das Machtverhalten vom Staff aushalten müssten, um etwas zu lernen, oder hofften das irgendwann Osho – die Staatsmacht – sein Schweigen bricht und wieder alles richten würde.

In der Tat, Osho musste sein Schweigen brechen und wieder alles richten. Die Staatsmacht der USA löste dann praktisch die Kommune in Oregon auf, indem sie Osho verhaftete. Die Sannyasins selbst hatten weder rechtzeitig die Einsicht noch den Mut die Kommune aufzulösen. Sie waren nicht imstande unabhängig von Osho zu handeln, obwohl er hoffte gerade dies mit der Kommune in Oregon zu erreichen.

Osho hatte schon vor Oregon immer wieder auf folgendes hingewiesen:

„…Das Erste, was es zu verstehen gilt, ist: Lerne von Jesus, lerne von mir, lerne von wem immer du magst. Aber vergiss nicht: Nur du bist für dein Leben verantwortlich, und sonst niemand.…“ Aus: I Say Unto You, Vol 2.

Aber Fehler dürfen sein! Aber wer hat bis heute daraus gelernt? Diese Machtlosigkeit gegenüber den Besitzenden, den Postenhaltern, schwebt bis heute noch über den Therapiezentren und hemmt deren Entwicklung.

„Die therapeutische Gemeinschaft lebt von gegenseitiger Achtsamkeit. Die Patienten werden zu Offenheit und konstruktiver Beziehungsgestaltung eingeladen…“ aus Impulse, Klinik Heiligenfeld, 2016.11. Was nützen diese frommen Sprüche, wenn die Therapeuten sich hinter ihrer professionellen Distanz verstecken und nicht Teil der Gemeinschaft sind? Die Verschlossenheit der Therapeuten wird von den Patienten kopiert und die sogenannte Offenheit wird damit eher zu einem taktischen Manöver des EGOs der Patienten um in der Gruppe der Beste zu sein. An den Hochschulen wird den Psychotherapeuten ein völlig falsches Verständnis von Therapie gelehrt. Wenn ein spiritueller Therapeut versucht das Verhalten der universitären Psychotherapeuten, insbesondere ihre professionelle Distanz, zu kopieren wird daraus ein ganz seltsames Konstrukt, das mit Spiritualität und Therapie nichts mehr zu tun hat.

Seit dem Tod von Osho gibt es niemanden mehr der Fehlentwicklungen und Entgleisungen auflösen kann. Die Sannyasin hatten es schon zu seinen Lebzeiten nicht selbstständig geschafft.

Obwohl Osho immer wieder klar stellte:

„…Endet die Verantwortung eines Meisters mit seinem körperlichen Tod? …Zunächst: Es hat nie eine Verantwortung gegeben. Der Meister hat etwas mit dir geteilt- nicht aus Verantwortung sondern aus Mitgefühl… Und schiebe keinem deine Verantwortung in die Schuhe. Behalte die Verantwortung für dich selber; denn sonst wirst du träge, nachlässig, und du wirst stumpf und stirbst ab….“ Aus: I Say Unto You, Vol 2.

Da die Sannyasin es in Oregon schon nicht lernten aus den Machtverhältnissen auszusteigen und selbst die Verantwortung zu tragen gibt es auch heute noch den Rückzug in einen „Inner Circle“ in Therapeutenkreisen, so wie es in Oregon praktiziert wurde. Entsprechendes haben wir bei den Geheimverhandlungen bei CETA und TTIP erleben können.

Auch hier fürchtet man die Öffentlichkeit, weil die Machtverhältnisse sonst öffentlich würden. Man könnte erkennen, dass die Abkommen die Machtstrukturen verfestigen sollen. Die allgemeine Bevölkerung ist der Verlierer!

Die Therapeutenszene hat immer noch Angst von außerhalb, von der Gesellschaft ins EGO getrieben zu werden wie in Oregon. Deshalb versteckt sie sich in einem „ Inner Circle“ und versucht in den Gruppen sich vor den Teilnehmern hinter einer so genannten „professionellen“ Distanz zu verstecken. Der Einfluss der esoterischen Ideologie in den verschiedenen Seminarangeboten zeigt ebenfalls wie sehr Therapeuten ihre Machtpositionen weiter ausbauen wollen. Es ist nicht von ungefähr, dass schon während des Zerfalls von Oregon die esoterischen Angebote in der Sannyasin Szene rapide zunahmen. Denn wenn man als Astrologe, als Tarot Kartenleger oder Enneagramm Deuter dem Klienten sagt was seine Muster und seine wirklichen Energien sind, wird es die Machtposition des jeweiligen Interpreten vergrößern. Beim Klienten wird es ein weiteres Mal dazu führen, das sein innerer Wunsch sich selbst kennen zu lernen mit einem Surrogat befriedigt wird.

Außerdem wird er dazu verleitet, statt sich selbst zu finden, sich den esoterischen „Weisheitslehren“ zuzuwenden, mit der Illusion mit dem Verstand wäre es möglich etwas über sich zu erfahren.

Aber sich selbst kennenlernen kann man nur durch die Annahme seiner sexuellen Blockaden mit seinem Herzen bei gleichzeitigem Kontakt zu seinem eigentlichen Sein

Esoterik blendet die Erfahrung mit den eigenen sexuellen Blockaden aus. Schon C.G. Jung versuchte gegen den Widerstand von Freud und Reich die sexuellen Blockaden in der Psychologie als unbedeutend abzutun und stattdessen das kollektive Unbewusste in der Psychologie als maßgeblich durchzusetzen. Wohin das führen kann zeigte sich z.B. bei der psychologischen Diagnose von Adolf Hitler 1939. C.G. Jung äußerte im „Knickerbocker-Interview“, dass Hitler ein «Ergriffener» und «Besessener» sei, der vom «kollektiven Unbewussten» überwältigt worden sei.

Ab 1990, nach Oshos Tod, haben die Anhänger von C.G. Jung verstärkt versucht Einfluss auf die Therapeutenszene zu nehmen. Ihr Hauptargument war, dass 50 % der Teilnehmer der Seminare für die Sessions aus Puna zu empfindsam seien. In Wirklichkeit ging es darum die Thematik der sexuellen Blockaden aus den Seminaren zu verdrängen, um gleichzeitig das kollektive Unbewusste in den Mittelpunkt der Selbstfindung zu rücken.

Aber alle Versuche der letzten Jahrtausende ohne die Erfahrung mit den eigenen sexuellen Blockaden spirituell zu werden sind zu 99,9 % gescheitert. Belegt wird dies durch die Geschichte der verschieden Religionen, in denen alle mit Keuschheit heilig werden wollten, aus Angst vor der eigenen Eifersucht. Denn nur deshalb mussten sich die Frauen verschleiern, wurden Unterdrückt oder in religiösen Gemeinschaften separiert, wenn sie überhaupt akzeptiert wurden. In Wirklichkeit haben die Religionen aber Unterdrückung und Krieg in der Welt verbreitet, so wie sie es heute im Namen eines Gottes oder der „sogenannten Liebe“ immer noch tun. Selbst die Buddhisten in Miramar sind da kein Deut besser, wie die grausame Unterdrückung der muslimischen Minderheit in ihrem Land zeigt.

Solange du deiner Eifersucht in den verschiedensten Variationen nicht auf die Schliche gekommen bist, ist Liebe nicht möglich; solange Liebe nicht möglich ist, ist Empathie eine leere Worthülse!

Wie sollte es auch anders möglich sein, wenn die eigene Unterdrückung nicht gelöst wird? Sie wird entweder bei introvertierten Menschen zum Krieg gegen sich selbst oder bei extrovertierten Menschen zum Krieg gegen andere führen: als Selbstmordattentäter oder Soldat.

Durch den Einfluss der Jungianer in der Therapeutenszene bekam die Esoterik wieder richtig Aufwind und hat mittlerweile die gleiche Stellung wie in früheren Jahrhunderten die sogenannten Weisheitslehren, mit dem gleichen Ergebnis:

Der Einzelne wird durch die Esoterik in seinem Selbstfindungsprozess getäuscht und behindert!

Unterdrückung und Krieg breiten sich aus, wie in früheren Jahrhunderten

So zeigt auch der erhöhte Anteil der Esoterik und der verringerte Anteil der Sessions zu sexuellen Blockaden in den Seminarprogrammen wie stark die Therapeuten des jeweiligen Zentrums ihre Machtpositionen auf Kosten des Selbstfindungsprozesses der Teilnehmer erhalten oder ausbauen wollen. Ganz offensichtlich sind die Therapeuten schon längst in Machtkämpfen verstrickt, weil sie von ihren Therapeuten-Posten abhängig geworden sind.

Wie sollen solche Therapeuten den Teilnehmern Freiheit vermitteln?

Verlierer sind eindeutig die Teilnehmer und die spirituelle Entwicklung auf unserem Planeten!!!

Das System, die Gesellschaft, treibt das EGO des Einzelnen zu immer aggressiverem Verhalten an. Es hat schon längst den einzelnen Therapeuten über die kapitalistische Ökonomie in seiner Hand, weil er materiell mit seiner Therapeutentätigkeit gerade so über die Runden kommen kann. Aber spirituelle Therapie kann nur in einer Atmosphäre von Freiheit durch unabhängigen Therapeuten entstehen. Es ist eine Therapie, die dazu führt, dass man aus seinem EGO aussteigen kann, eine Therapie die die Rebellion der noch systemkonformen Menschen unterstützt.

Interessant wäre es neue Wege zu finden, um aus dem Oregon-Trauma aussteigen zu können. Dazu wäre es als erstes notwendig den „Inner Circle“ offiziell zu öffnen für  Seminarteilnehmer. Interessanterweise kann die Tierforschung belegen, dass Geheimhaltung bereits ein Verhaltensmuster im Tierreich ist, besonders wenn ein Alphatier vorbei kommt mit dem das Rudel die Nahrung nicht teilen will. Geheimhaltung ist also tief in unserem EGO verwurzelt und hat immer etwas mit nicht teilen Wollen zu tun, steht also im Gegensatz zur Liebe, die nicht anders kann als alles zu teilen. Natürlich versuchen viele Firmen die Informationen von den sozialen Netzwerken erhalten diese natürliche Energie „des sich austauschen wollens“ auszunutzen.

Wenn die Teilnehmer aber zumindest passiv beim „Inner Circle“ dabei sein dürften, würden sie eine Menge lernen: z.B. wie reif man mit seinem EGO umgehen kann oder auch nicht. Auf der anderen Seite würde es dazu führen, dass Teilnehmer erkennen würden welche psychischen Probleme die Therapeuten noch nicht ins Herz nehmen konnten. Mit Sicherheit würde das EGO der Therapeuten darunter leiden. Auch würde der ein oder andere Teilnehmer deshalb den Kurs verlassen, weil er den Therapeuten nicht mehr für kompetent hält. Aber auch vom Teilnehmer wird mehr gefordert, da er trotz der persönlichen Schwierigkeit seines Therapeuten von Anfang an bei sich selbst schauen muss welche Reaktionsmuster er sich angeeignet hat.

Natürlich kann es auch sein, dass dadurch ein Zentrum zu Grunde geht, weil man aus dem Machtgefüge nicht aussteigen kann, so wie in Oregon: dann muss ein neues aufbaut werden.

Vielleicht wird das sogar häufiger der Fall sein, so lange bis man weiß wie man wirkungsvoll die Machtstrukturen immer wieder auflösen kann. Aber das entscheidende ist, dass man den Pfad der Angst verlässt, denn das ist überhaupt erst die Grundvoraussetzung um neue Wege zu finden. Darüber hinaus wird man stärker in die Gesellschaft hinein wirken, anstatt sich in geheimen Zirkeln abzukapseln. Erst wenn man diesen Weg beschreitet wird man erkennen, dass alle bisherigen Versuche um in der Gesellschaft präsenter zu sein („to be on the marketplace“) scheitern mussten.

Es ist nicht zu vermeiden, dass Politiker diese Zentren dann für gefährlich halten und sie bekämpfen, so wie es in Oregon geschah. Aber so wie in der Weltpolitik in der heutigen Zeit der Protektionismus keine Antwort auf die Globalisierung ist, sondern ein Weg zurück in kindliche Angstmuster, so ist das Abschotten der Zentren bzw. der Therapeuten nach außen auch nur eine Reaktion aus unbearbeiteten Ängsten der Kindheit. Denn sich aus der Gesellschaft zurück zu ziehen, ist der Weg der Angst, der Weg des EGOs. Die Liebe ist das Kind der Freiheit und wird nicht aus Ängsten vor der Welt da draußen, aus Angst vor dem Fremden, aus Ängsten vor den Teilnehmern oder aus Ängsten vor anderen Therapeuten, die einen anderen Lehrer hatten, geboren!

Es ist in der Therapieszene zu sehen, dass man auf der einen Seite der Anerkennung der offiziellen Psychologie hinterher läuft und auf der anderen Seite der esoterischen Szene den Markt entreißen will, in dem man kräftig esoterisch mitmischt. Auch weil man glaubt, dass man eher mit Esoterik als mit Bioenergetik „hochsensible Personen“ (HSP) erreichen würde, die, laut der Psychologin Dr. Elaine N. Aron, ca. 50% der Gruppenteilnehmer ausmachen sollen. In Wirklichkeit vergrößert man damit deren Kompensationsmöglichkeiten und stabilisiert ihr EGO. Natürlich ist das manchmal nötig, aber nur dann wenn auch der nächste Schritt in der Therapie angeboten wird: die Zerstörung des EGOs.

Aber genau dieser Schritt wird in den meisten Therapiezentren verhindert, so dass die Therapie nicht wirkt und die esoterische Weltanschauung wie ein Traum die Teilnehmer einlullt. Nun träumen sie nicht den Traum der Gesellschaft wie ihn die Traumwerkstatt Hollywood immer wieder neu über die Gesellschaft ergießt, sondern sie träumen einen anderen Traum, den der modernen Religion, den der Esoterik. Diese glauben jedoch sie seien jetzt aufgewacht, weil es ja nicht der übliche Traum der Gesellschaft ist.

Zusätzlich schwelt im Hintergrund das Oregon Trauma: wie kann ich mich vor denen da draußen verstecken? Oder: Wie kann ich die Therapie der universitären Psychologie so anpassen, dass ich nicht angegriffen werden kann?

Das Oregon Trauma besteht aus der Unfähigkeit mit der Eifersucht in seinem tiefsten Inneren klar zu kommen, was

  1. zur Unfähigkeit führt mit den eigenen Machtgelüsten umzugehen, wie es der Soziologe Heinrich Popitz beschrieben hat,
  2. zur Anpassung an die universitäre Psychologie führt
  3. zu der Übernahme der Machtstruktur von Oregon, wie beispielsweise der „Inner Circles“, führt, aus Angst vor der Welt da draußen
  4. zum Ausschluss von fremden Therapeuten führt, wenn sie ins Machtgefüge nicht hineinpassen oder gar das Machtgefüge gefährden könnten
  5. dazu führt, dass die dazugehörige Macht-Ideologie, die Esoterik, immer stärker etabliert wird.

Die Liebe bleibt auf der Stecke oder wird zu einem immer mal wieder aufflackerndem Privat-Event, was schon ein Widerspruch in sich ist.

Ohne dieses Trauma zu bearbeiten wird es für die Therapeutenszene kein Vorankommen geben und damit auch nicht für die Therapie. Sicherlich werden Therapeuten weiterhin gefragt sein, dafür sorgt schon der ökonomische Druck auf jeden Einzelnen in der Gesellschaft. Aber mit spiritueller Entwicklung hat Therapie nicht automatisch etwas zu tun, sondern die Verbindung dazu muss immer wieder neu kreiert werden. Doch dazu bedarf es Therapeuten mit der nötigen spirituellen Klarheit als auch einer spirituellen Atmosphäre jenseits von Traumata und Esoterik.

Nur der Weg, der immer wieder durch die sexuellen Blockaden führt, kann helfen, sonst werden Eifersucht und die daraus resultierenden Machtgelüste nicht bewusst!

Bemerkenswert ist, dass die Leitungspersönlichkeit in Oregon nicht ihre Therapie durchlebt hatte, sondern im Energiefeld von Osho aufblühte. Offensichtlich nutzt das nichts, wenn diese Energie sich zurückzieht und von außen der Druck zunimmt. Das EGO wird provoziert und reagiert.

Somit war es offensichtlich wesentlich leichter die Leiterin der Kommune in ihre EGO Reaktionen hineinzutreiben, ohne das es ihr bewusst wurde. Eine wichtige Erfahrung für das Leben in der Gesellschaft fehlte, z.B. wie kann ich rechtzeitig wahrnehmen, dass ich aus dem EGO heraus agiere und nicht aus dem Sein heraus lebe; wie finde ich wieder zurück zum Sein. Das Geschenk von Osho, durch seine Nähe, durch seine Energie am Sein angeschlossen zu sein, führte dazu, dass man einen Geschmack vom Sein bekommen konnte; aber wie man selbstständig immer wieder dahin findet steht auf einem ganz anderem Blatt.

Dazu braucht man eine spirituelle Therapie und die fortwährende Übung im Alltag. Osho zog sich in Oregon zurück, um auch jedem einzelnen Sanyassin die Chance zu geben sich unabhängig von ihm im Alltag immer wieder neu zu finden. Aber ganz offensichtlich war dies vielen Sannyassin nicht möglich, denn der Zusammenbruch der Kommune in Oregon war ja nicht nur das Resultat des Fehlverhaltens einer einzigen Person! Trotzdem war ganz offensichtlich, dass Sheela, als Leiterin von Oregon, die Erfahrung mit der eigenen Eifersucht fehlte, denn wenn die Eifersucht im Unbewussten bleibt, werden die Machtgelüste durch die Energie der Eifersucht immer wieder neu angefacht.

Aber was nun, wo es nun keinen Osho mehr gibt?

Aber was ist, wenn der Meister nicht mehr da ist, wie in Oregon? Mittlerweile ist nicht nur Osho gestorben, sondern einige wichtige Therapeuten aus Puna, bzw. Lehrer. Was nun?

Was in Oregon ganz offensichtlich wurde ist, dass die Geheimbündelei der Entwicklung der Kommune in Oregon schadete. Leider ist niemand dazu bereit daraus den Schluss zu ziehen alles öffentlich transparent zu machen, wenn es um die Machtstrukturen bei Therapeuten und Therapiezentren geht. Man hat davor Angst seine Macht zu verlieren, da man nicht mehr als professioneller Therapeut angesehen wird! Dabei würde eine öffentliche Auseinandersetzung gerade deren professionelle Arbeitsweise belegen. Denn sie würde zeigen, dass man weiß, dass die eigenen Konditionierungen keine persönlichen Probleme sind, sondern dass Millionen von Menschen die gleichen Reaktionsmuster haben.

Mittlerweile nutzt man ja schon Persönlichkeitstests nicht mehr nur im gehobenen Managerbereich bei Einstellungsgesprächen. Sowohl der DISC Test als auch der GPOP Test sind die bekanntesten Persönlichkeitstests der Personalabteilungen heutiger Firmen, um herauszufinden wer für welchem Posten in der Firma geeignet ist. Die Persönlichkeitsstruktur, bzw. das Ego, reagiert wie ein Automat und ist von daher berechenbar und ganz und gar nicht individuell; das weiß heutzutage jeder Personalchef.

Ganze Industriezweige sind an diesen Persönlichkeitsmustern des Egos interessiert, um ihre Produkte noch besser zu vermarkten. Facebook bedient mit der Erfassung von Persönlichkeitsmustern diese Industrie. Es sammelt aber nicht nur Daten über das Kaufverhalten seiner Nutzer, sondern erstellt auch Reaktionsmuster auf bestimmte Informationen zusammen, um ein Persönlichkeitsmuster des Einzelnen oder ganzer Regionen zu erstellen. Die Marktanalysen werden an Firmen weiter verkauft oder für politische Zwecke an Parteien weiter gegeben. Dem entsprechend konnten gezielt Millionen von Nutzer mit Filterblasen und Fake-News von automatischen Computerprogrammen beim US Wahlkampf 2016 in ihrer Wahlentscheidung manipuliert werden. Die Marktführer und Politiker wissen schon lange, dass das Ego des Einzelnen für den Umsatz von Firmen oder für politische Ziele berechenbar und manipulierbar ist. Mit dem Sammeln von Daten in sozialen Netzwerken hat ihr Bestreben nur noch eine größere Dimension erreicht.

Interessanterweise ist der GPOP Test (Golden Profiler of Personality) vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlers John P. Golden entwickelt worden, der wiederum auf die Persönlichkeitstheorie von Carl Gustav Jung zurückgriff. Bekanntermaßen hat Jung im Streit mit Freud und Reich immer geleugnet, dass hinter den Reaktionsmustern des Ego die blockierten sexuellen Energien stehen. Somit leugnete er auch den Weg wie man durch sie hindurch jenseits vom Ego gelangen kann. Mit seiner Ideologie ist er gesellschaftskonform und eine wesentliche Bremse für die Entwicklung zum Individuum, zum Ankommen im Sein.

Mit der Nähe von Jung zu okkulten Ritualen lässt sich sein nur zögerliches Abgrenzen zum Nationalsozialismus und seine seltsam anmutenden Äußerungen zum Judentum erklären. Er brauchte 5 Jahre um sich von Matthias Heinrich Göring, eines Vetters des damaligen Reichsministers Hermann Göring, zu distanzieren und die Mitarbeit am Zentralblatt nieder zu legen.

Freud und Reich dagegen wurden von den Nationalsozialisten verteufelt.

Es ist schon interessant, das wir jetzt ebenfalls wieder in der Westlichen Welt einen starken politischen Drang zum Rechtspopulismus haben, während gleichzeitig die Esoterik mit ihren Ritualen einen weiteren Höhepunkt hat. Die Esoterik ist als neue Religion speziell in den letzten 25 Jahren für den Rechtsruck in der westlichen Gesellschaft mitverantwortlich, weil sie das spirituelle Ego förderte und den Weg zum Sein zumauerte.

Ebenso interessant ist, dass die Esoterik in der Sannyasin Szene nicht in Puna, sondern erst später in Oregon als Osho schwieg an Bedeutung gewann, während gleichzeitig in Oregon Machtstrukturen beinah wie in einem totalitärem Staat aufgebaut wurden. Durch das Experiment der Sannyasin Kommune in Oregon konnte man erkennen, wie sehr die Ideologie der Esoterik verbunden ist mit autoritärem Machtgehabe.

Insofern gibt es zwischen dem zunehmenden Interesse an der Theorie von Jung seit 1990, dem gleichzeitigen Boom der Esoterik, der Entwicklung von Facebook und dem Rechtspopulismus einen geschichtlichen Zusammenhang.

Es ist eine geschichtliche Phase in der der Weg zum Sein wie in den Jahrhunderten zuvor wieder vernebelt wird, nachdem er von 1965-1990 gesellschaftlich an Bedeutung gewonnen hatte. Wenn der Weg zum Sein nicht im Mittelpunkt wesentlicher gesellschaftlicher Bewegungen steht, ist auch jede Form von echter Demokratie in Gefahr, denn das Ego lässt sich immer manipulieren, erst recht im Zeitalter der Computertechnologie, u.a. durch Fake-News. Umgekehrt kann man auch sagen, dass die jetzige gesellschaftliche Phase noch deutlicher zeigt, wie notwendig die Entwicklung des Einzelnen zum Sein, zu seiner wahren Individualität ist, sowohl für ihn wie für die gesamte gesellschaftliche Entwicklung.

Das EGO hat keine Individualität!

Trotz aller Anstrengungen durch Belohnungssysteme der Gesellschaft in der Schule, am Arbeitsplatz, durch Wohlstandsgüter wie Autos und Häuser, durch individuell erscheinende Artikel aus der Massenproduktion, durch Hollywoodfilme, die uns vor gaukeln wir seien individuell, bleibt eine derartige Individualität ein ungesättigter Wunschtraum.

Das kreative Künstler Ego

Selbst die Kreativität der Künstler belegt keine Individualität, keine Entwicklung des Individuums, sonst würden nicht so viele prominente Künstler Drogen nehmen oder daran sterben. Jeder hat die Anlagen für alle künstlerischen Fähigkeiten mit bekommen. Viele dieser Fähigkeiten werden durch die sexuellen Blockaden der Kindheit verschüttet oder durch sehr viel Disziplin und Arbeit zum Aufblähen des künstlerischen Egos benutzt. Der Mythos, dass z. B. Musik zu produzieren allein schon Meditation ist, hält sich bis heute; erst recht wenn man das Gefühl hatte mit Herzblut dabei gewesen zu sein. Kreativität ist aber eine männliche Energie, Meditation ist eine weibliche Energie. Es liegt auf der Hand, dass viele Künstler durch den Drogenkonsum versuchen an die weibliche Energie zu kommen. Bei vielen Promis aus der Musikszene endet deshalb die Abhängigkeit vom Erfolg des EGOs auf der Bühne mit dem Tod durch Drogen.

Wir haben ein falsches Verhältnis zur Kreativität, weil das Ego diese für sich selbst einspannen kann. Bevor die Beatles in den 60ziger Jahren ihre ersten Platten-Verträge machten, war es in bestimmten Kreisen der europäischen Musikszene verpönt für Musikveranstaltungen Geld zu kassieren. Man machte Musik der Musik wegen, so wie man es noch vom alten New Orleans her sich erzählt. Aufgrund des großen Sprachgewirrs in New Orleans war es manchmal nur möglich über den Jazz zusammen zu kommen. Musik verbindet, weil Musik jeder versteht! Natürlich war auch zu dieser Zeit, das Ego auch schon mit im Spiel. Aber man kann an der Musikgeschichte sehen, wie sehr das Ego immer mehr an Macht über die Musikproduktion gewann.

Elton John beispielsweise konnte seine ersten Alben nur unter Drogeneinfluss produzieren, weil er den enormen Druck der Plattenfirma nur mit Drogen aushielt. Er selbst sah sich als Sklave der Plattenfirma. Es folgten mehrere Selbstmordversuche, die er glücklicherweise überlebte. Viele andere Künstler starben an Drogen oder gingen in den Selbstmord. Häufig konnte nicht geklärt werden wie sehr die Künstler schon unter Psychosen litten.

Einige Künstler haben das auch erkannt und versuchen vergeblich durch die Hinwendung zu Religionen bis hin zum Buddhismus einen Ausgleich zu finden. Sie wissen, dass nicht ein Erfolg den anderen jagen kann, sondern zu jedem kreativem Hoch ein meditatives Tief gehört, ein Nichts. Aber wer kann damit umgehen? In der Phase des Nichts fallen viele in Depressionen oder gar Psychosen, weil das Ego verzweifelt.

Trotzdem behaupten einige Musiker z.B., dass sie nicht wissen wo ihre Musik herkommt; andere sagen wieder das ihre Musik aus dem Kosmos kommt; wieder andere behaupten, dass ihre Komposition eine göttliche Eingebung war. Natürlich liegt die Versuchung nahe dies zu behaupten, um seine Platten besser zu verkaufen. Wenn sie auf ihrem Weg wären wüssten sie, dass sie eine Begabung besonders gut geschult haben, die beinahe jeder in sich trägt. Sie wüssten, dass sie z.B. mit Musik vielfach ihre unterbewussten Anteile ausdrücken, ihren unterdrückten Energien Raum geben. Es findet sozusagen eine Entladung dieser Energien statt, die aber gekonnt in eine musikalische Form gegossen wurden. Mit der Zeit verspüren die Musiker den Druck sich immer wieder neu zu entladen, sich musikalisch auszudrücken. Manche werden sogar davon abhängig ihr Unterbewusstes mit Musik auszudrücken, weil kein Bewusstseins Prozess stattgefunden hat.

Wenn sie ihre Therapie gemacht hätten und eine Kenntnis von Meditation hätten, würden sie diesen Druck nicht empfinden. Ein wirklicher Musiker wird den Druck Musik machen zu müssen nicht mehr haben, weil alles um ihn herum Musik ist.

Es ist ein Mythos zu glauben mit Musik würde man automatisch zu sich selbst finden und Kontakt zum Sein haben, oder gar zur komischen Liebe oder zum Göttlichen.

Die Lebensgeschichten vieler prominenter Künstler belegen genau das Gegenteil. Sie belegen wie notwendig gerade Therapie und Meditation für intensiv arbeitende kreative Menschen ist.

Viele Menschen werden durch die Musik angesprochen, weil sie ebenfalls diesen unterdrückten Anteilen des Unbewussten z.B. während eines Konzertes Raum geben dürfen. Es kommt neben einer mentalen Entladung z.T. durch die Inhalte der Texte auch zur gefühlsmäßigen Entladung, jedoch ebenfalls ohne dass es zu einem Bewusstseins Prozess kommt. Letztendlich führt es zu einem Konsum, der viele Menschen – neben der Entladung – in eine Traumwelt bringt, um den Alltag in unserer modernen industriellen Gesellschaft bewältigen zu können.

Manche führen den Musikfilm “Wie im Himmel“ von Kay Pollak (2004) als eine schöne Darstellung an, wie Musik die Welt verändern kann. Der Film versucht die Dramatik von begabten Musikern darzustellen. Der gefeierte Stardirigent zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, da er einen Herzinfarkt während eines Konzertes erlitten hatte. Deshalb beschließt er nur noch Musik zu machen, die die Herzen der Menschen öffnet. Dies war vorher offensichtlich nicht der Fall. Er übernimmt an seinem Geburtsort die Leitung des Kirchenchors und schafft es durch eigenwillige Unterrichtsmethoden die Herzen der Menschen in der Dorfgemeinschaft zu öffnen und sich für Musik zu begeistern.

Schaut man jedoch genauer hin, erkennt man dass das Aufarbeiten seines eigenen Lebens außen vor bleibt. Durch Rückblenden wird deutlich, dass er ohne Vater groß geworden ist und seine Mutter sehr früh durch einen Autounfall ums Leben kam. Seine Hinwendung zur Musik kann auch als eine Flucht vor Beziehungen gesehen werden, weil er diese in der Kindheit als traumatisch erlebt hat. Durch den Film wird suggeriert, dass durch Musik er und die Menschen im Dorf sich öffnen und beginnen ihre Beziehungskonflikte auszutragen. Er selbst kann wohl zum ersten Mal in seinem Leben eine liebevolle Beziehung eingehen.

Damit wird aber auch deutlich, dass nicht jede Musik die Herzen öffnet, sonst hätte er es schon vorher als Stardirigent erlebt. Es kommt darauf an welche Musik und wie man Musik macht. Im Film wird aber auch deutlich, dass niemand sich bewusst auf dem Weg zu sich selbst begibt. Alte verkrustete Verhaltensstrukturen werden zwar aufgeweicht und verändert, der ein- oder andere Protagonist geht seinen eigenen Weg, aber insgesamt bleibt man in der Illusion hängen, man würde für sich gehen und wirklich Liebe verspüren. Der Stardirigent kann sich auf eine Beziehung einlassen, aber er bleibt trotzdem im seinem Kindheitstrauma gefangen.

Diese Art der  romantischen Liebe endet spätestens dann mit einer Enttäuschung über den auserwählten Prinzen oder Prinzessin, wenn man im anderen seine eigenen unterdrückten Anteile sieht. Aber wenn man seine eigenen unterdrückten Anteile  nicht kennt und auch nicht ins Herz genommen hat, hat man noch nicht begonnen sich zu lieben! Wie will man dann jemanden anderen lieben, wenn man sich nicht selbst liebt? Die Liebe bleibt eine Illusion! Die Beziehungen enden in Scheidung oder Single Dasein oder im nebeneinander-her-leben.

Die Sehnsucht nach Selbstliebe kann sich dann so wie in dem folgenden Song ausdrücken:

„Ich bin alles, was ich habe auf der Welt. Ich bin alles, was ich will. Ich allein kann mich verstehen“

aus der Episodenfilmsatire „Einsamkeit und Sex und Mitleid“  von Lars Montag nach dem Roman von Helmut Krausser (2009). Demonstrativ werden die Figuren in dem Film als Beziehungsunfähig überzeichnet, so dass man häufig darüber schmunzeln kann. Doch im Kern ist die Aussage des Films völlig richtig, dass wir in einer beziehungslosen Gesellschaft leben, weil wir beziehungsunfähig sind, da wir uns selbst nicht kennen, geschweige denn lieben. Das verändert auch keine noch so herzeröffnende Musik!

Darüber hinaus haben tatsächlich einige Künstler auch Kontakt zum kollektiven Unterbewussten, zum Transpersonalen Bereich und verwechseln dies mit göttlicher Energie. Auch viele sogenannte Heiler aus der esoterischen Szene arbeiten mit dem Kontakt zum Unbewussten und verkaufen dies als angebliches Channeln mit ganz besonderen Engeln (Erzengel Michael). Sie scheinen zu glauben, dass das Sein christlich wäre; wie niedlich, wie bei kleinen Kindern und gleichzeitig wie tragisch, angesichts der Kämpfe der Religion gegeneinander. Es ist die gleiche Energie wie sie US Präsidenten Trump ausströmt, naiv aber gefährlich. glauben die Moslems, das Sein sei moslemisch und die Juden glauben, dass es jüdisch sei. Die Schamanen wieder glauben, dass sie anstatt mit Engeln mit ihren Göttern oder Naturwesen Kontakt haben. Und alle Glaubensrichtungen einschließlich der Buddhisten führten immer wieder Kriege gegeneinander.

In Wirklichkeit haben die Heiligen der heutigen esoterischen Szene, die Wortführer der Moslems oder der Christen oder den Schamanen und auch die Musiker eine besonders geschulte Sensitivität, mit der sie Verbindung mit dem kollektiven Unbewussten haben was diese Menschen dann so charismatisch, so besonders, so heilig erscheinen lässt – eine Verbindung wie sie jeder Mensch in abgeschwächter Form hat.

Der IS kämpft deshalb gegen die Herrschaft der POP Musik über das kollektive Unbewusste, weil er das Unbewusste für seine Ideologie benutzen will. Der Terroranschlag auf das Popkonzert von Ariana Grande in Manchester im Mai 2017 war dafür ein trauriger Beleg. Die Herrschaft und die Manipulation unseres kollektiven Unbewussten durch die sogenannten westlich-christlichen Werte, auch der Popmusik, sind im Punkte der Blockade der Seins-Erfahrung nicht besser als die moslemische Manipulation durch den IS. Aber den Weg zum Sein zu finden unter einem totalitären System des IS wäre unmöglich.

Schon C.G. Jung hatte lange Zeit mythische Bewegungen unterstützt, ohne klar zu sehen, dass dadurch der Weg zum Sein verschlossen wird. So können wir diese Unklarheit nicht nur in den westlichen Staatsideologien, der Musikszene, in der esoterischen Szene, in den Religionen, sondern auch in der heutigen Psychologie wiederfinden.

Beispielsweise wird in der Familienaufsteller Szene davon ausgegangen, dass die Bewusstwerdung des familiären Unterbewussten für den Zugang zum Sein ausreicht. Bald jeder der sich auf Familienaufstellungen eingelassen hat, spürt sehr bald, dass er selbst einen Zugang zum kollektiven Unbewussten bzw. zum Unbewussten seiner Familie hat, ohne dass er dazu besondere Fähigkeiten entwickeln musste. Gleichzeitig wird von vielen Aufstellern vermittelt, dass man durch die Familienaufstellungen zu sich selbst finden könnte. Auch hier wird nicht erkannt, dass der Kontakt mit dem kollektiven Unbewussten, dem transpersonellen Bereich, nichts mit dem eigentlichen Sein zu tun hat, sondern wie ein Surrogat von dem Weg zu sich selbst abhalten kann.

Spätestens wenn man sich mit der Wirkungsweise des Unbewussten beschäftigt, erkennt man, wie bereits in der Werbung die Reaktionsmuster des kollektiven Unbewussten genutzt werden, um Käufer zu gewinnen. Die gleiche Manipulation des Unbewussten geschieht aber auch in esoterischen Seminaren, im Schamanismus, in den Religionen und in der Psychotherapie. Weil seit Jahrtausenden so mit dem kollektiven Unbewussten umgegangen wird, fühlen wir uns mit dessen Manipulation sehr wohl, wenn sie richtig verpackt wird. Wir meinen es müsste so sein, es sei natürlich.

Es hat trotz alledem nichts mit dem Sein zu tun – dem eigentlich natürlichen – oder mit einem Draht zur kosmischen Energie oder zu Gott, wenn dieser Kontakt zum kollektiven Unbewussten musikalisch, esoterisch, religiös, kulturell als westliche Werte oder psychologisch genutzt wird.

Der sogenannte „biopsychosoziale“ Ansatz

vom englischen Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby(1907-1990)

Die offizielle Medizin hat für die Probleme der Kreativen, die ins Nichts fallen nichts zu bieten – auch nicht für die, die in den Unternehmen kreativ arbeiten – außer Ersatz-Drogen in Form von Medikamenten. Das wird in unserer Gesellschaft wo in vielen Berufen viel Kreativität verlangt wird ein immer größeres Problem. Modelle der alternativen Psychologie, die sich mit der Drogen Abhängigkeit befassen, beziehen körperliche, psychische und soziale Faktoren mit ein bleiben jedoch an der Oberfläche.

Eine besonders wichtige Rolle spielt bei diesem Therapieansatz die Qualität der zwischenmenschlichen Bindung in der Kindheit und deren Einfluss auf die emotionale und soziale Entwicklung des Menschen. Folgende Bindungsqualitäten werden dabei unterschieden:

sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent oder unsicher-desorganisiert

Verlässliche Bindungspersonen seien für die Kinder notwendig um negative Affekte mit deren Hilfe regulieren zu können; sonst würde das Kind keine positiven Erwartungen an andere Menschen entwickeln. Später im Leben sei der Mensch dann überfordert, schlimmstenfalls hilflos und unfähig Problemlöse- und Affektregulierungskompetenzen zu entwickeln.

„..Menschen mit unsicherer Bindung funktionalisieren die Droge zur Stimmungsregulation, als Mittel der Problemlösung, auch als „stabiles Gegenüber“, stets verfügbar, (anfangs) unmittelbar wirkungsvoll und anspruchslos…“ (Impulse, Ausgabe HF-172).

Es ist offensichtlich, dass man mit diesem Therapieansatz die sexuellen Blockaden in der Kindheit, wie sie von Freud und Reich beschrieben wurden, als nicht relevant betrachtet. Denn wodurch diese Impulse und Affekte in der Kindheit entstanden sind, welche Blockaden oder gar Traumata ihnen zugrunde liegen bleibt außen vor. Es geht lediglich um die Erwartungshaltung an andere Menschen, ob sie positiv sind oder negativ. Der Therapieansatz übersieht, dass die Erwartungshaltungen geprägt sind bzw. sogar erst hervorgerufen wurden, durch die sexuellen Blockaden in der Kindheit. Auch aus diesem Grund bleibt der sogenannte „biopsychosoziale“ Therapieansatz, der in „alternativen“ Suchtkliniken angeboten wird an der Oberfläche.

Da das Thema Sucht mehr oder weniger jeden Menschen in unserer Kultur begleitet, wurde dieser Therapieansatz so „In“, dass er von vielen Therapeuten übernommen wurde, ohne wahrzunehmen wie sehr sie damit an den wirklichen Ursachen vorbei therapieren. Selbst in Sessions in denen das Mutter-Kind Verhältnis aus der Kindheit derart simuliert wird, dass der Kinderrollenspieler den Elternrollenspielern Sätze und Satzformulierungen diktiert die dann dem „Kind“ in wohlklingenden Worten gesagt werden, kommt es eher zur wiederholten Kompensation auffälliger Bindungsverhaltensmuster, anstatt zur Bewusstwerdung der erlernten Reaktionsmuster und deren Ursachen. Die häufig angebotenen ‚Kuschel-Dates‘ gehen in die gleiche Richtung, auch hier werden die erworbenen Bindungsunfähigkeiten kompensiert. Besonders Singles, die als Einzelkinder aufgewachsen sind, oder als Kinder zur Ruhigstellung vor den Fernseher gesetzt wurden, werden dadurch angesprochen und können ohne sich ihre Bindungsunfähigkeit bewusst zu werden in den Gruppen immer wieder aufs Neue Zuneigung „shoppen gehen“. Eventuell werden sie sich wieder ihrer Bedürftigkeit bewusst, aber das heißt noch lange nicht, dass sie sich ihren Bindungsverhaltensmustern bewusst werden, da die Sessions nicht den Raum jenseits der Bedürftigkeit eröffnen.

Das Entscheidende jedoch ist, das dieser Ansatz die Meditation außen vorlässt, bzw. in den Therapiezentren, die damit arbeiten nur Schein-Meditationen angeboten werden, die nur zur mentalen Ruhigstellung führen. Ein wirklich berühmter kreativer Künstler, der kommerziell stark unter Druck steht und nicht meditiert, wird irgendwann Drogen nehmen und an Psychosen erkranken (Ausnahmen bestätigen die Regel). Aber nicht nur Künstler sind davon betroffen, mittlerweile wird in vielen Berufen eine Menge Kreativität verlangt, was sich bereits in den Eignungstests niedergeschlagen hat.

„..Irgendwo müssen Kreativität und Meditation zusammentreffen, andernfalls können beide gefährlich sein. Genau das ist in Asien geschehen, wo die Meditation eine völlig andere Richtung einschlug als die Kreativität – sie entfernte sich von der Kreativität. Sie verlor die Kreativität ganz aus den Augen und kehrte der Welt den Rücken…Man beginnt, der Welt zu entsagen – was zum Selbstmord führt.

Und eine Kreativität ohne Meditation wird wahnsinnig – seht euch den Westen an!

Die eine Alternative, der Selbstmord, ist so schlimm wie die andere, der Wahnsinn.

Viele große Maler wurden irgendwann einmal in die psychiatrische Anstalt eingewiesen. Selbst wenn nicht, so waren sie doch verrückt und die Leute akzeptierten das. Ihre Malerei und ihre Arbeit zeugten genug davon, dass sie nicht ganz bei Sinnen waren…“ (Osho in: Blessed Are the Ignorant)

Was auch den Künstlern wirklich fehlt ist Meditation und kein Gerede von Herzblut und liebevoller Hinwendung. Meditation ist nur möglich jenseits der Prägungen aus der Kindheit und wenn die Eifersucht der Liebe gewichen ist. Erst dann kann man wirklich von Herzblut sprechen, vorher dient das Herzblut nur der Imagepflege und der Profitmaximierung.

Die wirkliche Individualität jedoch beginnt jenseits vom EGO

Denn die Reaktionsmuster des Egos sind überhaupt nicht persönlich, so dass man sie schützen müsste. Wie kann man aber reif mit ihnen umgehen? Welche verschiedenen Wege gibt es, um aus dem EGO aussteigen zu können? Was haben gerade Therapeuten oder Therapiezentren für Wege gefunden? Das wäre für die Klienten, aber auch gesellschaftlich interessant, ohne dass sie annehmen können diese möglichen Wege zu kopieren.

Es sollte eine Aufforderung sein, seinen eigenen Weg im Kontakt mit dem Sein zu finden, und nicht, wie es vielfach in Therapiegruppen gefordert wird, in Verbindung mit dem EGO den eigenen Weg zu bestimmen, getarnt unter einem Heiligenschein.

Es gibt keinen anderen Ausweg als die Offenlegung der Machtgelüste in der Therapieszene, wenn man nicht immer wieder in die Oregon-Falle treten will

Auf der politischen Ebene, auf der man sehr viel mit Machtkämpfen zu tun hat, sind in der Gründungsphase der Grünen und der Piratenpartei mit öffentlichen Debatten die Machtverhältnisse offengelegt worden. Trotzdem waren diese Bemühungen zum Scheitern verurteilt, weil ihnen das Wesentliche fehlte: die Liebe! Es stellte den fehlgeschlagenen Versuch dar, das Machtstreben des EGOs auszutricksen ohne jenseits vom Ego agieren zu können. Dies führte nur dazu, dass die Macht Ambitionen des EGOs noch raffinierter verschleiert wurden. Leider ist dies auch der Fall bei 99% der Selbsterfahrungsgruppen, weil auch die Therapeuten nicht aus ihren Egos aussteigen können. Sie leben den Teilnehmern vor, wie ein raffiniert agierendes Ego in der Therapeuten Szene bestehen kann.

Aber auch die Kommune in Puna kann man aus den Augen des EGOs als Hierarchie betrachten und das „alle gleich sind“ für eine naive Wahrnehmung halten. Mit den Augen der Liebe sind dort alle gleich, weil sie alle in der Liebe zur universellen Energie gleich sind mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten. Mit dem Ego betrachtet ist alles nur Machtkampf. Das macht die richtige Wahrnehmung so schwierig.

Als sogenannter Heiliger kann ich also immer jegliche berechtigte Kritik abwehren mit dem Hinweis: du bist nur in deinem Ego, du kannst die Liebe nicht wahrnehmen! Mit den Augen der Liebe kann ich beides sehen und benennen: den Machtkampf des Egos und die Liebe. Somit bleib ich offen für jeden Kritiker, weil ich entweder mit ihm zusammen in Liebe sein kann oder ihn auf seinem Weg vom Ego zu sich selbst unterstütze.

Wenn ein Therapeut in Liebe ist, können eher seine sehr ungewöhnliche Verhaltensweisen das Ego in Verwirrung bringen, weil er spürt wie die Liebe unter dem Druck des Egos leidet und sich nicht entwickeln oder ausdrücken kann. Die Unterdrückung der Liebe durch das Ego, kann ganz plötzlich, scheinbar völlig unbegründet Tränen in die Augen des Therapeuten treiben. Das Mitgefühl kann ihn ergreifen, wenn die Liebe es trotzdem schafft ganz leise beinah unbemerkt durch zu schimmern.

Insofern kann man sehr schnell sehen, wo ein Therapeut in seiner Entwicklung steht: entweder verschließt er sich und verurteilt er oder er öffnet sich, verwirrt das Ego und wird von seinem Mitgefühl überrannt. Ganz besonders deutlich wird die Entwicklungsstufe des Therapeuten, wenn ein Rebell in der Gruppe auftaucht. Die gespielte Offenheit und Herzlichkeit entlädt sich in versteckten oder offenen Aggressionen, im freundlichen Abschotten des Therapeuten. Die Entladung kann dann nur im internen Therapeutenteam stattfinden, in dem sich das Ego seine Bestätigung holt! Erst wenn das Therapeutenteam nicht mit dem Therapeutenego identifiziert ist, kann der nötige Schritt in Richtung Liebe erfolgen. Das Team wird den Therapeuten dazu bewegen sich gegenüber dem Rebellen wirklich zu öffnen, damit er gegenüber dem Rebell seine Ängste offenlegt. Erst dann ist es im internen Therapeutenteam zu keinen Kompromissen mit dem Therapeutenegos gekommen.

Hinter jedem Machtgehabe stecken sexuelle Blockaden

Das einzige was zählt ist der eigene Zugang zum Sein, in Liebe zu sein ist dann ein Geschenk. Dazu braucht es dann keine Meister mehr!

Der Zugang zum Sein geht aber durch das Hara, durch die sexuellen Blockaden aus der Kindheit. Letztendlich ist es immer daran zu sehen, ob ich im Sein bin oder ob ich Eifersucht spüre. Voraussetzung ist natürlich, das ich überhaupt in einer Situation bin, in der mein scheinbarer Besitz, mein Partner, abhandenkommen könnte. Im Kloster oder als Single kann ich der Eifersucht ausweichen und mich heilig fühlen ohne meine sexuellen Blockaden bearbeiten zu müssen.

In den 80ziger Jahren war es noch üblich wenn jemand in seinem Machtgehabe erwischt wurde zu fragen: Was ist mit deiner Sexualität? Heute kommt kaum jemand auf die Idee jemanden der im Burn Out ist zu fragen, ob er in seinem Machtgehabe verstrickt sei und ob etwas mit seiner Sexualität nicht stimme. In einer Studie zum Verhalten der Deutschen in der Freizeit wird Sport und der Benutzung des Internets weit mehr Zeit eingeräumt als dem Sex, ganz abgesehen von der Zeit fürs Beziehungsleben.

Auch durch die gesellschaftliche Verurteilung des Fremdgehens versuchen wir Eifersucht nicht erfahren zu müssen. Dennoch werden die meisten Morde aus Eifersucht begangen, wenn die Zweisamkeit zerbricht. Das muss man sich mal deutlich vor Augen führen: nicht aus Habgier, oder als Attentäter werden die meisten Morde begangen, sondern aus Eifersucht. Trotzdem erklären momentan alle Parteien, dass die Sicherheit der Bevölkerung auf dem Spiel steht, die Anschläge von Terroristen sollen rechtzeitig vereitelt werden. Was ist mit den alltäglichen Tätern, die aus Eifersucht morden? Allerdings hätten wir ohne die Zweierbeziehung und die gesellschaftliche Verurteilung des Fremdgehens noch mehr Gewalt in Beziehungen bis hin zu Morden. Denn vom Staat wird die Bearbeitung der sexuellen Blockaden z.B. in der Schule nicht gefördert.

Die Zweier-Beziehung hat erst seit der Industrialisierung gesamtgesellschaftlich an Bedeutung gewonnen. Vorher war sie nur die Beziehungsform des Bürgertums, denn nur diese hatte Macht und Besitz zu verteidigen und die Frauen gehörten mit zum Besitz.

Aber im Gegensatz zu der Auffassung des EGOs und den gesellschaftlichen Vorstellungen hat Liebe nichts mit Besitz zu tun. Nur das EGO glaubt, dass es nur geliebt wird, wenn der Partner auch eifersüchtig werden kann.

Aber wie das Wort schon sagt, handelt es sich um eine Sucht auf einen zuverlässigen Bezugspartner, der nur für mich da sein soll, den ich mit niemandem teilen möchte. Diese Wahrnehmung stammt aus der Zeit im Mutterleib, aus einer Zeit, in der die Mutter nur für das Kind da war. Aber spätestens mit der Geburt erfahre ich, dass das eine Illusion war. Auf einmal bin ich in einer Dreierbeziehung – Mamma, Papa und ich- oder sogar in einer Mehrfachbeziehung durch die Geschwisterkinder. Dieses nicht bearbeitete Geburtstrauma will ich nicht noch einmal erleben. Die meisten Morde geschehen, wenn dieses Trauma aktiviert wird und man es absolut nicht erträgt.

Anstatt das Trauma zu bearbeiten wird in der Familie und in der Gesellschaft alles dafür getan, um mich in der Illusion der Zweierbeziehung zu bestärken.

Da auch später in der Beziehung der Partner sich entsprechend dieser Illusion verhält – er ist genauso gesellschaftlich indoktriniert worden – glaube ich zu zerbrechen wenn die Realität Einzug in mein Leben hält und der Partner fremdgeht.

Nun bin ich im nächsten Trauma: Ich erfahre, dass ich allein bin. Aber erst wenn ich das Alleinsein nicht als Trauma erlebe, mich gefunden habe und die Liebe spüre, kann ich in Freiheit eine Beziehung eingehen in welcher Konstellation auch immer. Weil dieses ganz selten der Fall ist, sind die meisten Beziehungen unfreiwillig, eine Bedürfnisbefriedigungsanstalt. Der Partner wird dazu benutzt, das Geburtstrauma, das Alleinsein, nicht spüren zu müssen und den gesellschaftlichen Anforderungen zu genügen.

Niemand hat aber je gelernt mit dieser Freiheit umzugehen oder Freiheit und Beziehung gleichzeitig leben zu können. Kaum jemand hat Erfahrung damit eine Beziehung zu leben, indem zwei freie Menschen sich in Liebe begegnen. Trotzdem besteht dieser innere Wunsch! Normalerweise erlebt man eine Enttäuschung nach der anderen bis man aufgibt und sich einredet, dass sei wohl normal, wenn die Liebe in der Beziehung verschwindet oder nur als kleine Flamme ab und an mal aufflackert. Entweder entscheidet man sich dann fürs Single-Dasein oder man sucht sich jemanden der dafür sorgt, dass die Illusion, dass der andre immer verfügbar ist, nicht zerstört wird. Eine andere gelebte Variante ist: in immer wieder neuen Affären in dem Verliebtheitszustand die Illusion von Zweisamkeit zu nähren. Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber 99% aller Beziehungen oder Affären leben mit der Illusion, dass es letztendlich darum geht das Glück in der Zweisamkeit zu finden und in der einen oder anderen Weise bis zum Lebensende fortzuführen. Niemand möchte Alleinsein: zur Not müssen die erwachsenen Kinder dafür her halten, oder die Enkelkinder oder der Hund.

Für jeden Liebenden stellt sich aber die Frage: Haben oder Sein? wie es Erich Fromm generell mal formulierte. Die Gesellschaft aber funktioniert nur, weil jeder den „Haben wollen“ Modus eingeschaltet hat. Dieses Verhalten haben wir schon als kleine Kinder verinnerlicht und halten es mittlerweile für natürlich. U.a. durch Hollywood Filme, TV Serien, Soziale Netzwerke, wird jeder angestachelt Liebe vom andren bekommen, und dies mit allen Mitteln in der Zweierbeziehung erreichen zu müssen. Die Liebe wird dadurch erstickt.

Die Liebe aus dem Sein heraus ist immer ohne jede Absicht einen Gegenwert bekommen zu wollen.

Deshalb ist diese Liebe nur ohne Eifersucht möglich!

Insofern sind wir wieder an den Anfängen der Kommune-Bewegung angekommen: wie lebe ich Sexualität, was heißt Beziehung, was ist Liebe, wie komme ich in Liebe? In der Kommune habe ich die Chance zu realisieren, dass ich allein bin und einen Weg finden muss mit dieser Freiheit leben zu können, um meine Beziehungen, mein Leben, mich selbst zu finden.

Das Establishment ist nicht daran interessiert, dass die Bevölkerung in Freiheit lebt. Es hat alles daran gesetzt die Kommune-Bewegung zu zerstören und gleichzeitig die Kleinfamilie zu fördern. Auch die Veränderung der jüngsten Gesetzgebung (06.2017), dass auch schwule und lesbische Paare Mutter- und Vaterschaft anerkannt bekommen können, geht in diese Richtung. Obwohl beide Richtungen in den 70ziger/80ziger Jahren Ehe als zu bürgerlich abgelehnt haben, versucht das Establishment den konservativen Teil in dieser Bewegung zu unterstützen. Eddie Stapel, der im Auftrag der Kirche in der ehemaligen DDR die Schwulenbewegung organisierte, hatte den LSVD nach der Wende gegründet. Als Theologe versuchte er die konservativen Vorstellungen in die Schwulenbewegung der ehemaligen BRD mit der Forderung „ Ehe für Alle“ hineinzutragen. Er bediente sich dabei des Einflusses von Volker Beck und Günter Dworek. Er selbst nannte es die „Vereinigung andersherum“, weil seine staatstreuen Vorstellungen von Beziehung aus dem Osten, die rebellischen Vorstellungen aus dem Westen verdrängen konnten. Zu seinen katholischen Vorstellungen passte auch, dass er als Theologe in der DDR die lesbische Bewegung einfach ignorierte.

Heute (2017): Ehe für alle?

Früher (1917): Ehe für Niemanden!

Wir sind weit hinter der progressiven Klarheit der Vergangenheit zurückgefallen

Vor 500 Jahren hatte bereits Martin Luther klargestellt, dass die Ehe kein heiliges Sakrament sei, da sie nirgendwo von Jesus je erwähnt wurde, geschweige denn selbst von ihm gelebt wurde. Nur der Papst in Rom und seine Priester als Vertreter wollten sich mit der Eheschließung als Mittler zwischen Gott und dem Menschen aufspielen. Er hielt die Ehe einzig und allein als eine Angelegenheit des Staates, weil er es sich nicht mit den deutschen Fürsten verderben wollte. Er brauchte ihren Schutz sonst wäre er als Ketzer hingerichtet worden.

Um 1900 hatten Friedrich Engels, Klara Zetkin, Alexandra Kollontai die Ehe bereits als historisch überholt analysiert. Sie brandmarkten die Eheschließung als Versuch des Kapitals in Form des Staates auf das Privatleben des einzelnen Menschen im Sinne der ungestörten Profitmaximierung Einfluss zu nehmen. Es sollte eine Spaltung zwischen Reproduktion Sphäre und Produktion Sphäre gefestigt werden. Noch heute ist es so, dass die privaten (?) Probleme zu Hause in der Ehe, in der Familie bewältigt werden sollen, auch wenn sie durch die Ideologie des kapitalistischen Systems, dem Stress im Berufsleben, durch Werbung und durch digitale Medien erzeugt werden. Einige der marxistischen Theoretiker sprachen sich damals schon für neue Beziehungsformen in Form von Kommunen aus, der Mensch sollte aus dem Elend der Kleinfamilie befreit werden. Wenn niemand mehr zu Hause alleine kochen, waschen und putzen müsste und der Austausch von Zärtlichkeiten nicht auf die romantische Zweierbeziehung beschränkt bliebe, dann würde die Familie überflüssig werden, postulierten sie.

Vor hundert Jahren in der Revolte von 1917, die nicht im Oktober stattfand sondern am 8. März – worauf sich der internationale Frauentag bezieht – hatten die Frauen in wochenlangen Demonstration und Umzügen in Russland, in Enteignung von feudalem Land und plündern von Geschäfte für mehr Brot gekämpft und die Abdankung des Zaren durchgesetzt. Aber damit nicht genug, sie schnitten sich die Haare ab, zogen Hosen an und gingen auf die Straße, um für die Gleichberechtigung der Frau zu demonstrieren. Selbst den Bolschewiki war dieses „hemmungslose“ Vorgehen der Frauen zu wild. Aber die Frauen setzten sich durch und bekamen als erste Frauen in Europa das Wahlrecht und wesentlich mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz als irgendwo anders. Anstatt nun heute einen weiteren Schritt zu tun – kurze Haare, Frauen tragen Hosen – verstehen wir heute unter Emanzipation der Frau die Anpassung der Frau an den Mann und an die Ideologie der Ausbeutung (Margaret Thatcher, Angela Merkel).

Die damals gewählte Räteregierung erfüllte einige Forderungen dieser radikalen Frauenbewegung:

  1. Die Abtreibung wurde legalisiert
  2. Die Diskriminierung von unehelichen Kindern wurde aufgehoben
  3. Die Eheschließung und die Scheidung war nur noch eine Erklärung auf einem Zettel.

Ziel war nicht die Ausdehnung der Ehe auf immer mehr Beziehungsarten, sondern die Abschaffung dieser patriarchalischen Institution Ehe. Der Zettel für die Eheschließung war eher ein taktisches Kalkül: man wollte die Ehe nicht dem Einfluss der Orthodoxen Kirche überlassen, sondern sie mehr und mehr zurück drängen. Dieser Entwicklungsstand der Emanzipation ist bis heute nicht wieder erreicht worden.

Letztendlich beendete Stalin diese emanzipatorische Entwicklung und lies viele Freidenker und Rebellen verhaften und hinrichten. Stalin ging es um den wirtschaftlichen Aufstieg auf Kosten der feministischen Revolte. Folgerichtig führte er wieder die Institution Ehe ein und statte sie mit allerlei Vorrechten aus.

Die 68ziger griffen die 1917 bereits vorgelebte Emanzipation wieder auf. Vorausgegangen waren mehrtägige Streiks und Demonstrationen erst der Stahlarbeiter und dann der Bergarbeiter, die ab 1962 ganze Städte brach legten. Das Kapital war in seiner ersten Krise nach dem Aufschwung. Das Studium an den Unis sollte mehr und mehr verschult werden, den Anforderungen des wirtschaftlichen Wachstums angepasst werden. Viele Studenten sahen die Zeit für einen Umsturz  des Systems gekommen und griffen die alten Ideen von 1917 wieder auf, nicht nur was den Staat anging, sondern auch in Bezug auf die Emanzipation und das Zusammenleben. Überall gründeten sich Kommunen teils nur mit politischer Motivation, teils mit der Rebellion des privat Lebens, raus aus der Ideologie des Kapitals im privaten Leben. Die Ehe war als Ausdruck des Besitzdenkens verpönt. Beziehungen wurden zum Ausdruck der Lebendigkeit.

Die Kommune Bewegung der 68ziger steckte in den Kinderschuhen und hat auch viele Fehler begangen. Nicht destotrotz ist die Kommune einen Schritt in die richtige Richtung gegangen: heraus aus den privaten und gesellschaftlichen Abhängigkeiten hinein in die Freiheit des Alleinsein. Osho hat dieses wieder aufgegriffen und versucht Puna und Oregon im großem Stil zu organisieren. Osho hat es aber so formuliert:

„…Die Kommune dient genau diesem Zweck: Euch euer absolutes Alleinsein bewusst zu machen. …. Die Familie täuscht euch vor eine Mutter zu haben, einen Vater zu haben, einen Mann zu haben, einen Bruder zu haben, eine Schwester zu haben –kurz: nicht allein zu sein…Die Gesellschaft versorgt euch mit allen möglichen Menschenansammlungen, denen ihr euch anschließen könnt. ….Der Sinn und Zweck der Kommune ist im Grunde der: euch all diese Fiktionen auszutreiben. Ihr seid allein. Ihr seid allein! Und ihr müsst euch klarmachen, dass dieses Alleinsein so kostbar ist, dass ihr es auf keinen Fall verlieren dürft. Was aber nicht heißt, dass Beziehungen ausgeschlossen wären…“

Jedoch hatten am Anfang der 68ziger zu wenige Kenntnis davon, dass es ohne Mediation in Beziehungen keine Liebe gibt. Viele von ihnen gingen dann nach Indien um Meditation zu finden und versanken im Rausch von Drogen. Das Projekt Kommune musste scheitern. Der Ausstieg aus der Kleinfamilie, um eine andere Form von Beziehungen in Kommunen zu leben, ist nur eine Voraussetzung, die andere ist die Meditation, um in Liebe wachsen zu können – so wie es Osho deutlich formulierte.

Historisch gesehen hat eine Bewegung von der Großfamilie zur Kleinfamilie, zur Zweisamkeit, zum Single Dasein, zum Alleinsein stattgefunden. Jetzt geht es darum zu erkennen, dass erneut diese Chance ergriffen werden muss, um  nicht in Einsamkeit zu versinken, sondern die Freiheit im Alleinsein zu entdecken, um von da aus neu in freie liebevolle Beziehungen zu gehen.

Erst dann kann man, wenn man nicht in Liebe ist, seine Eifersucht auch in den kleinsten Ansätzen wahrnehmen, und sieht wie notwendig die Meditationsübungen sind. Nur wenn ich den ganzen Tag in Meditation bin hat Eifersucht keinen Platz; aber wer ist das schon? Insofern gehören Meditationsübungen zum Alltag jeder Kommune. Jedoch überall wo man hinschaut sind die Meditationsübungen gestrichen oder werden nur von sehr wenigen genutzt. Von den meisten Therapeuten oder sogenannten Veteranen, die früher mal bei Osho waren, werden besonders bewegungsintensive Meditationsübungen abgelehnt oder für sie selbst als nicht mehr notwendig erklärt, wie z.B. die Dynamische Meditation. Sie haben schon lange den Kontakt zum meditativen Raum in sich selbst verloren, schwelgen aber in einer Selbsthypnose, die durch bestimmte Kleidung und Gehabe zur Schau getragen wird.

Wohnprojekte, Wohngemeinschaften oder Kommunen schaffen den äußeren Rahmen, in dem sich zwei freie Menschen begegnen können, wenn sie Meditation als Bestandteil der Beziehung leben. Bisher hat die Angst vor Eifersucht 99% der Beziehungen zusammengehalten. Jetzt besteht historisch gesehen die Chance, dass die Liebe das Zentrum der Beziehungen werden kann. Natürlich wird es dann immer noch Zweierbeziehungen geben, aber es wird nur eine von vielen freiwilligen Beziehungsformen sein und vermutlich immer nur für eine bestimmte Lebensphase.

Natürlich redet jeder von Liebe, aber welche Liebe ist gemeint?

Ist es die Liebe jenseits von Eifersucht?

Bei der Suche nach einem guten Therapeuten ist immer die zentrale Frage: Wie lebt er Liebe, von welcher Liebe spricht er? Wenn man sich also fragt, bei wem kann ich eine spirituelle Therapie machen, sollte man sich folgendes anschauen:

  • Wie gehen die Therapeuten mit Eifersucht um?
  • Wie reagieren sie auf Eifersucht unter den Seminarteilnehmern?
  • Wie gehen sie in ihrer eigenen Beziehung mit Eifersucht um?
  • Leben sie überhaupt in Beziehungen?
  • Leben sie in traditioneller Zweisamkeit, in WGs oder in einer Kommune?
  • Wie gehen sie mit „ihren“ Kindern um?
  • Propagieren sie ein bestimmtes Beziehungsmodel?
  • Halten sie die Teilnehmer der Gruppen als „ihre Groupies“ oder gar als „ihre Kinder“und meinen sie, dass sie die Aufgabe haben sie in ihren Vorstellungen zu erziehen?
  • Reagieren sie eifersüchtig auf fremde Therapeuten, die nicht bei ihrem Lehrer gelernt haben?

An der richtigen Einstellung zur Eifersucht erkennt man, ob der Therapeut aus der Liebe jenseits der Eifersucht spricht oder die Liebe zum eigenen EGO meint. Die Liebe jenseits der Eifersucht bleibt auch weiterhin der Grundpfeiler einer jeden spirituellen Gemeinschaft und eines jeden spirituellen Therapeuten, weil man sonst unweigerlich durch den Druck der Gesellschaft in Machtgelüste verfällt.

Jeder von uns kennt Eifersucht. Insofern ist es nicht so schwer zu erkennen, ob Therapeuten noch im Teufelskreis der Eifersucht umherirren. Damit ist es für jeden Teilnehmer einfach zu erkennen, ob die Therapeuten in Eifersucht und damit nicht in Liebe sind. Oder man kann es in ihren Veröffentlichungen lesen, in denen sie immer von Liebe schreiben aber nie aufzeigen wie sie mit Eifersucht umgehen.

So z. B. der durch TV bekannte Therapeut Christian Meyer, der sich für einen spirituellen Lehrer hält; er behauptet es zumindest von sich:„ Spiritueller Lehrer und Diplom-Psychologe“.

Er erwähnt in seinem Buch „Aufwachen im 21. Jahrhundert“ noch nicht einmal die Eifersucht. Er erweckt in dem Buch den Eindruck, dass bei der Betrachtung der Gefühle die Eifersucht keine Rolle spielt. Selbst um erleuchtet zu werden scheint ihm die Auseinandersetzung mit der eigenen Eifersucht nicht wichtig zu sein. Wie lustig, von welcher Erleuchtung schreibt und redet er eigentlich? Redet er von einer Erleuchtung ohne die Erfahrung der Liebe gemacht zu haben? Und Liebeserfahrungen haben aufgrund unserer Kindheitsentwicklung immer etwas mit Eifersucht zu tun.

Damit fällt Christian Meyer weit hinter den Erkenntnissen von Osho, Reich, Freud ja sogar von Jesus zurück. Ganz davon abgesehen, scheint er auch nichts von der Kommune Bewegung verstanden zu haben, denn Sexualität scheint nicht sein Thema zu sein. Schon das Aufwachen in der Beziehung konfrontiert mit Sexualität und Eifersucht. Es ist eine notwendige Entwicklungsphase sich auf dem Weg zur Liebe damit auseinanderzusetzen. Erleuchtung ohne die Erfahrung der Liebe ist eher ein Fake, den man über Jahrhunderte nur in traditionellen Klöstern und Religionen ernst genommen hat. Bei den Mönchen und Nonnen gab es nur die Liebe zu Gott, aber auch der durfte nicht fremdgehen oder gar als Gott einer anderen Religion auftauchen, sonst gab es Mord, Totschlag und Krieg. Insofern wurden und werden die Religionskriege auch aus nicht bearbeiteter Eifersucht geführt, nach dem Motto: mein Gott gehört mir und meiner Religion und niemand anderem. Wieviel Millionen von Menschen sind deshalb schon gestorben und sterben immer noch, durch die nicht bearbeitete Eifersucht? Oder anders ausgedrückt: Wieviel Kriege könnten verhindert werden, wenn Menschen sich nicht in Religionskriege verwickeln lassen würden, weil sie ihre Eifersucht bearbeitet haben?

Das entscheidende ist, dass aber auch die Therapeuten ihre Eifersucht im Herzen transformiert haben müssen. Sie müssen erfahren haben allein zu sein und das sie mit dieser Freiheit leben können, dass sie keinen Besitzanspruch auf ihren Partner, auf ihre Kindern oder ihre Groupies haben. Es sind völlig selbständige Wesen, die jederzeit einen ganz anderen Weg unabhängig von jeder bisherigen Bindung einschlagen können, dürfen und sollen.

Beziehungen müssten einen völlig anderen Charakter haben, einen Charakter wie ihn das französische Sprichwort ausdrückt: Die Liebe ist das Kind der Freiheit! Ihr werdet feststellen, dass 99% der Therapeuten diese Freiheit nicht kennen, geschweige denn in ihrem Privatleben überhaupt zulassen. Entweder leben sie in einer traditionellen Zweisamkeit oder als Single. Als Single sind sie verzweifelt und ratlos und wollen sich der Konfrontation mit dem Beziehungsleben und dem gleichzeitigen Alleinsein entziehen. In der Zweierbeziehung haben sie noch nicht bemerkt, dass die Zweierbeziehung schon längst auf dem Friedhof der Geschichte gelandet ist. Niemand von Ihnen hat bemerkt, dass er auf dem Friedhof lebt. Natürlich sind ohne die Zweierbeziehung wichtige Entwicklungsschritte auf dem Weg zur Liebe beinahe unmöglich zu erleben, man muss sich seiner Sexualität, seiner Eifersucht stellen und herausfinden wie man in der Beziehung zur Meditation findet. Die Kommune ist dazu jedoch ein viel geeigneter Platz, als das abschotten in Zweierkonstellationen

Aber auch in der Kommune ist die Versuchung groß durch immer wieder neue Affären, die „Lebendigkeit“ der Verliebtheit zu spüren, um dem Leichengeruch der Zweierbeziehung aus dem Weg zu gehen. Sie versuchen der Illusion der Zweisamkeit mit einer noch kräftigeren Illusion zu entgehen. Wie will so ein Therapeut dann Seminarteilnehmer in die Lebendigkeit bringen, den Geruch der Freiheit schnuppern lassen, bzw. zeigen was Liebe ist, wenn er selbst als Therapeut noch einer Illusion hinterher rennt, bzw. schon längst aufgegeben hat für die Freiheit, für die Liebe zu gehen.

Fast alle Therapeuten versuchen den Anschein zu erwecken, sie selbst bräuchten keine Dynamische Meditation, keine ‚Awareness Understandig- Meditation‘ mehr: Das hätten sie hinter sich gelassen, sie seien weiter, sie seien in Liebe. Aber das wäre nur der Fall, wenn sie den ganzen Tag in Meditation wären. So hatte es Osho mal postuliert: `wenn du den ganzen Tag in Meditation bist brauchst du keine Meditationsübungen mehr´. Und natürlich möchte jeder Therapeut so tun, als ob er schon so weit wäre. Das Therapeuten EGO denkt: Die Teilnahme an einer Dynamischen Meditation würde ihn outen, würde belegen, dass er noch nicht soweit ist und eigentlich nur bedingt ein Therapeut oder spiritueller Therapeut ist. Aber wenn der Therapeut den ganzen Tag in Meditation wäre, würde die Eifersucht dahin schmelzen und die Liebe allgegenwärtig sein. Nur das ist nirgends zu finden, es sei denn jemand lebt allein in der Wüste.

Natürlich behauptet jeder Therapeut er sei in Liebe und wer will das von außen bezweifeln können, wenn er selbst diesen Zustand nicht kennt? Aber Eifersucht kennt jeder!!! An der Eifersucht erkennt man, dass ein Therapeut nicht in Liebe ist. Er braucht wie jeder andere noch die Meditationsübungen.

Deshalb ist bei der Suche nach einem spirituellen Therapeuten oder einer spirituellen Gemeinschaft die Frage entscheidend, was wird gelebt: Liebe oder Eifersucht? Liebe und Eifersucht kann nicht zusammen existieren! Oder mal ist man in Liebe – mal ist man in Eifersucht, aber das ist noch nicht wirklich Liebe! Deshalb brauchen 99,9% der Therapeuten unbedingt Meditationsübungen. Erst recht wenn sie außerdem noch eine Show abziehen wollen, nämlich: Seht her ich bin in Liebe, aggressiv sind die anderen! Diese Show ist sehr gefährlich und sollte nicht unterschätzt werden! Diese Art der Show hat das Experiment Oregon zerstört und die spirituelle Bewegung um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Die entscheidende Frage bei der Auswahl der Therapeuten sollte sein: Machen die Therapeuten bei den Meditationsübungen mit, stehen sie nur herum oder leiten sie diese Übungen nur an?

Denn schon bei diesen einfachen Verhaltensweisen sieht man ob ein Gefälle zwischen den Teilnehmern und den Therapeuten aufgebaut werden soll. Sie verstecken sich hinter der  sogenannten Professionalität! Denn dieses Verhalten der Therapeuten soll den Teilnehmern vermitteln: Folgt mir, ich kenn den Weg! Das ist die Voraussetzung für den Missbrauch dieser Macht der Gurus und Therapeuten. Es geht nicht darum dem Missbrauch immer wieder hinterher zu rennen, und zu bedauern, sondern diese Machtstruktur erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Auch die von ihnen verbreitete Idee sie würden den Weg ins Sein kennen ist unsinnig.

Die Realität ist, es gibt keinen Weg! Nur solange es um das Ego geht, um die erlernten Verhaltensweisen, kann man auf verschiedenen Wegen jenseits des Egos kommen. Sobald wir aber jenseits davon sind – und ist es nur für Sekunden – ist jeder von uns so einzigartig, dass jegliches Gerede vom Weg wie eine Seifenblase zerplatzt.

Aber das wissen wir schon seit tausenden von Jahren. Trotzdem versuchen Therapeuten / Gurus / Priester sich immer wieder als Mittler zwischen Gott und den Menschen oder der Energie und den Teilnehmern zu verkaufen oder gar sich als Führer aufzuspielen. Wir glauben das, weil unser Ego auch als Über-Ich gegenüber dem Kind in uns agiert, und auch weil unsere Gesellschaft hierarchisch funktioniert; wir übertragen es einfach auf unser inneres Selbst. Selbst die tibetischen Buddhisten betreiben diese Show seit einigen Jahrzehnten nun auch in Europa. Deshalb kann es niemanden verwundern, wenn sich drastische Entgleisungen dieser Glaubensrichtung immer wieder zeigen.

So konnte der jüngste Skandal um den tibetisch-buddhisten Lehrer Sogyal Rinpoche, der dem Dalai Lama sehr nahe steht, nicht mehr sehr überraschen. So haben einige seiner Schüler schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben und sie in ihrem Brief: „ Missbraucht, geschlagen, lächerlich gemacht“ veröffentlicht. Der Rat der DBU (Deutsche Buddhistische Union) reagierte sehr buddhistisch darauf, er verbessert die Verhaltensregeln, anstatt zu sehen, dass der Buddhismus nicht zur Liebe führt, weil Buddhismus viel zu viele Regeln hat und Liebe Freiheit braucht, um sich entfalten zu können.

Das gleiche sehen wir beim Star Guru Gurmeet Ram Rahim Singh, der über 10 Millionen Sanyasin in Indien hat. Viele von ihnen sind Mitglieder der momentanen Regierung in Indien. Er wurde wegen der Vergewaltigung von 2 Anhängerinnen für schuldig gesprochen. In einem anderen Verfahren ist er wegen Mord angeklagt.

Unsere westlichen Geistlichen sind da nicht viel anders; ein Missbrauch Skandal jagt den anderen. Sie alle haben dem Geist der Spiritualität sehr geschadet. Sie alle arbeiten nach dem gleichen Schema: Hier ist der Guru, der Führer, der spirituelle Lehrer, der Therapeut… dort ist der Sanyasin, der Gläubige, der Teilnehmer. Niemand hat den Anti-Guru Oshos bis heute verstanden.

Es ist Zeit endlich aus der Geschichte zu lernen und nicht dieselben Fehler immer zu wiederholen: Therapeuten hinterherzulaufen, die angeblich 24 Std. an 7 Tagen in der Woche in Liebe sind. Und für die Therapeuten wäre es wichtig zu zeigen: seht her ich bin auch noch nicht viel weiter als ihr Groupies, aber ich bleibe dran, ich mache weiter meine Meditationsübungen und bleibe auf dem Weg raus aus meinem Ego. Die direkteste Art dies zu zeigen und mögliche Heiligen-Scheine zu zerstören, ist, wenn man als Therapeut mit den Seminarteilnehmern zusammen in die Meditationsübungen geht. Insbesondere die Dynamische Meditation sollte ein unbedingtes Muss sein für alle, die nicht 24 Std. in Meditation sind! Vielleicht schaffen wir es dann, dass die spirituelle Szene den nächsten Schritt machen kann. Momentan bewegen wir uns rückwärts!

Aus der Eifersucht heraus entstehen die Machtgelüste!

Durch die Liebe aus dem Sein sind Verantwortlichkeiten keine Möglichkeiten mehr Macht auszuüben, sondern eine Notwendigkeit, um das Zusammenleben zu gestalten, denn in der Liebe sind alle gleich. Insofern ist es völlig einfach schon von Außen zu sehen, ob ein Therapeutenteam eine Therapiezentrum in Liebe lebt oder in Eifersucht. Ob es zu der besitzenden Klasse gehört, wie in der Beobachtung des Soziologen und ihre Posten verteidigt, weil sie sonst kein Geld verdienen würden.

Man wird kaum Therapeuten, kaum Therapiezentrum finden, das in Liebe jenseits von Eifersucht sind, es sei denn es ist ein Erleuchteter der Leiter! Denn die meisten sind bereits von dem vierten Weg, von dem Weg durch das Hara und damit auch durch die Eifersucht abgerückt. Sie hoffen mit seichteren Wegen um diese heiklen sexuellen Themen herum zu kommen. Sei es durch Mantra singen, Yoga, emotionale Entlastung, Herzmeditationen oder Zen Meditationen. Wenn sie jedoch in Beziehungen gefordert werden fallen ihnen alle auch den Zen-Meditierern die Masken vom Gesicht und stecken tief in ihrer Eifersucht. Denn auch Zen ist entwickelt worden unter dem Ausschluss von Frauen und gelebten Beziehungen. Das hat sich leider in den letzten 25 Jahren durchgesetzt, auch weil es keine gesellschaftliche Bewegung gibt die das einfordert, wie die 68ziger.

Was bleibt nun zu tun, um den Machtgelüsten zu entkommen?

Es ist wie in der Beziehung: nur wenn ich durch meine sexuellen Blockaden gehe, die Eifersucht klar vor dem inneren Auge habe, Meditation Teil der Beziehung wird und alle Türen offen sind zu jeder Zeit, es keinen „iner Circle“ hinter verschlossenen Türen gibt, gebe ich der Eifersucht keine Chance und es kann sich die Liebe ausbreiten. Natürlich muss man dann den gesellschaftlichen Druck aushalten, der immer wieder versuchen wird die wirkliche Liebe zu zerstören. Natürlich will man einen Kreis von reifen Menschen haben, die sich ihre Schatten immer wieder bewusst anschauen können ohne andere dafür verantwortlich zu machen, ohne den Kontakt zu ihren Qualitäten und ihrer Energie zu verlieren. Aber schon Osho hat sich über den Rat der Erleuchteten lustig gemacht. Das heißt diese Auseinandersetzungen, die in einem Kreis von reifen Menschen stattfinden müssen öffentlich stattfinden, auch wenn kein Interessierter Einfluss haben muss auf die Entscheidung dieses Gremiums. So muss dieser Erlesene Kreis sich doch der Kritik der Öffentlichkeit aussetzen. Dadurch gewinnt man auch die Möglichkeit gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen. Sich aber deshalb abzuschotten ist der falsche Weg und führt in die Oregon-Falle. Auch Osho hatte alle Möglichkeiten genutzt um immer wieder in der Öffentlichkeit mit seinen Provokationen präsent zu sein. Leider ist das in den letzten 25 Jahren versäumt worden, vermutlich weil dazu das Vertrauen auf die innere Kraft fehlte und zunehmend der Weg durch das Hara verlassen hat.

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Therapie ohne Spiritualität heilt nicht

Depressionen, so wie die anderen psychischen Erkrankungen, sind Erkrankungen der Persönlichkeitsstruktur, also der Psyche. Die „Persona“ ist im alten Griechischen der Name für die Maske der Schauspieler. So kann man gut verstehen, dass die Psyche durch die Konditionierungen in der Kindheit als Maske entsteht und dazu dient unsere Ängste darunter zu verstecken. Aber gleichzeitig wird damit auch unsere darunterliegende ursprüngliche Energie verdeckt und das so perfekt, dass wir selbst sie nicht mehr kennen und keinen bewussten Zugang zu ihr haben. Damit verlieren wir den Kontakt zu unserem eigentlichen Wesen. Es ist derart tief in uns vergraben, dass wir es nicht mehr spüren; wir kennen uns nicht mehr.

Der Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer (2013) mit dem Untertitel „Angst oder Liebe“ belegt die Aussage, dass wir zu 98% hochbegabt auf die Welt kommen; nach der Schule sind es nur noch 2 %. Mittlerweile verbreitet sich auch im Bereich der Bildung die Erkenntnis, dass wir durch unsere Konditionierung in der Kindheit, die in den Schulen noch weiter getrieben wird, von unserer eigenen Fähigkeiten abgeschnitten werden. Selbst in der Wirtschaft wird überlegt, wie man diese Fähigkeiten wieder mobilisieren kann, natürlich ohne die Unabhängigkeit des Einzelnen vom System damit zu fördern. Das ist offensichtlich ein Widerspruch, der in dieser Gesellschaftsform nicht gelöst werden kann.

Jedoch durch eine Sexualität mit Wachsamkeit kann es uns gelingen diese Energie tief in uns für einen winzigen Augenblick wahrzunehmen. Die Folge kann eine unbändige Neugier sein. Man wird sein Leben nicht mehr nach der Gesellschaft, Priestern, Gurus und Therapeuten ausrichten, sondern sich auf die Suche nach seinem eigentlichen Sein machen.

Das ist der Grund warum Religionen das Zölibat, das Mönchstum verbreiten oder in anderer Weise die Sexualität als das Werk des Teufels verdammen.

So ist der Anschlag in Orlando (06.2016) mit 49 Toten auch Ergebnis der Hetze von manchen islamischen Führern gegen alle Schwule, Lesbische oder Transsexuelle und Intermenschen. Sie stehen im Fokus islamischen Terrors, wie zu Zeiten des Naziregimes in Deutschland. Nach solchen Anschlägen ist es schier unverständlich, dass immer noch von vielen Therapeuten die Frage der Sexualität in ihren Therapie-Gruppen nur am Rande behandelt wird.

Sie haben nicht erkannt, dass wir im Westen nur auf die andere Seite der gleichen Medaille gewechselt sind, während die islamische Welt auf der anderen Seiten geblieben ist. Sie haben vergessen, dass in den 80ziger Jahren ein Weg wiederentdeckt wurde, um einen Zugang zu seiner eigenen Existenz finden zu können. Dieser Weg kann durch Erfahren der authentische Sexualität und meditieren gefunden werden. Trotz aller sogenannten sexuellen Freizügigkeit gilt im Westen immer noch der Satz einer meiner spirituellen Lehrerinnen:

Der Papst liegt immer mit im Bett!

Die eine Seite der Medaille ist die Unterdrückung der Sexualität bis hin zu Morden an sexuell freizügigen Menschen, wie in der arabischen Welt. Die andere Seite ist die pornographische Freizügigkeit des Westens, die zeigt, dass das Abarbeiten der kirchlichen Moralvorstellung noch tief in uns steckt und uns zwingt dagegen in Opposition zu gehen anstatt unsere eigene Sexualität leben zu können.

Auch der deutsche Ex-Papst Ratzinger hatte seine Vorurteile gegen Schwule, Lesbische oder Transsexuelle und Intermenschen, was wiederum auf seine nicht gelebte Sexualität zurückzuführen ist und nichts mit einer Begegnung in der Sexualität mit dem göttlichen zu tun hat.

Nach Oshos Tod kann man mittlerweile wieder in Zeitschriften der spirituellen Szene Unklarheiten über die Bedeutung der sexuellen Energie finden. So wird in der Sannyasin-Szene von einer Ausbilderin für Meditationsleiter in einem Osho Zentrum die Anleitung zur Kundalini Meditation bemängelt, wenn dort darauf hingewiesen wird, dass die Sex Energie vom Beckenboden z.B. bis ins Herz aufsteigen kann. Witzig ist, dass selbst die Osho Times kommentarlos den Artikel abdruckt hat, in welchem die Ausbilderin den Bezug auf die vibrierende Sex Energie als „Schmückendes Beiwerk“ aburteilte. Gut geheißen wird von der Ausbilderin nur, wenn genau die Worte Oshos zur Kundalini Meditation benutzt werden, nicht mehr und nicht weniger. Osho würde sich bei diesen Statement im Grab umdrehen.

„Du kannst nicht eher meditieren, als bis du den Sex transzendiert hast“

(The Rebel, Osho)

Wenn man im diesem Osho Center die ausgebildeten Meditationsleiter bei der Begleitung der Meditationen wahrnimmt, bekommt man den Eindruck, dass sie die Musikanlage bewachen müssen anstatt die Energie mit den Teilnehmern zu teilen. Sie scheinen tief verunsichert zu sein, ob sie ihre eigene Energie mit in die Meditation hineintragen dürfen. Das Unterdrücken ihrer eigenen Energie wird natürlich auch von den Teilnehmern kopiert, so dass sie auch ihre Energie wie gewohnt weiterhin blockieren.

Konsequent wäre es, wenn die erwähnte Ausbilderin für Meditationsleiter verbietet, dass vor der Kundalini Meditation Texte von Osho gelesen werden dürfen, beispielsweise diese Textstelle:„…Jeder der in Meditation gewesen ist, durchlebt die Verwandlung seiner Energien: Seine nach unten fließenden Energien wenden sich nach oben und erschließen seine höheren Bewusstseinsebenen – die seinem Inneren ganz neue Horizonte offenbaren…“ (The Rebel, Osho)

Es drängt sich der Eindruck auf, dass in der darauf folgenden Osho Times auf diese Äußerung der Ausbilderin reagiert wurde und Ausführungen von Osho zitiert wurden, wie z. B. „…Wenn Sex als reiner Sex zum Ausdruck kommt – … – [dann] lebt ihn aus!….Wann immer du also Energie hast, aber keinen Wunsch sie sexuell auszuleben, setz dich still hin und meditiere. Das wird deiner Energie den Weg bahnen aufzusteigen – ….Du kannst nicht eher meditieren, als bis du den Sex transzendiert hast….“ (The Rebel, Osho)

Wenn du weißt, dass die Energie nach oben fließt, du aber den natürlichen Fluss durch deine sexuellen Konditionierungen aus der Kindheit blockierst, dann zweifelst du, ob in deiner Kundalini Meditation die Energie nach oben fließt oder ob du dir das nur einbildest. Aber es gibt eine religiöse Gesetzmäßigkeit: Jede Energiebewegung, die du spielerisch unter Benutzung deines inneren Beobachters mental durchführst, die aber auch in deinem inneren Wesen existiert, erzeugt eine Resonanz in dir mit deiner wirklichen Energie.

Wenn du in dir hineinlauscht bemerkst du irgendwann, dass du die Bewegung plötzlich nicht mehr mental machen musst, sondern die Energie von alleine hochsteigt. Dann verlierst du wieder den Kontakt zu der Energie, du führst die Bewegung wieder mental durch, dann plötzlich spürst du wieder wie sie von allein aufsteigst usw.. Gerade deshalb ist so wichtig bei der Kundalini Meditation immer wieder auf diese Energie Bewegung hinzuweisen, dann kann immer eine bisschen mehr von deiner sexuellen Energie transzendieren. Gleichzeitig ist es natürlich nötig deine Sexualität zu leben, so lange bis ganz von alleine dein Verlangen danach verebbt. Nur so bist du auf dem Weg zur Meditation. Sonst wird die Kundalini Meditation nur zu einem Wohlfühlprogramm zur mentalen Ruhigstellung der gestressten Teilnehmer, damit sie am nächsten Tag wieder besser für die Gesellschaft funktionieren.

Das moderne Zölibat der heutigen Single Generation

Der Beruf wird zum neuen Gott

Gleichzeitig ist es natürlich nötig deine Sexualität zu leben, so lange bis ganz von allein dein Verlangen danach verebbt. Viele Singles der esoterischen Szene wollen aber ohne das natürliche Bedürfnis nach Sexualität auszuleben, bereits meditieren. Auf der einen Seite wollen sie mit der pornographischen Sexszene nichts zu tun haben. – Der Druck der Frauenbewegung nach den sexuellen Übergriffen in Klön während der Sylvester Nacht 2016 mit der Forderung „ Nein heißt Nein!“ ist in unserer westlichen Kultur ebenso nötig wie in arabischen Ländern. – Auf der anderen Seite fällt es der Smartphone Generation besonders schwer eine Beziehung mit all ihren Tiefen einzugehen. Sie scheint immer noch auf den heiligen Engel zu warten, mit dem sie nicht durch die Hölle der Beziehung gehen muss. Sie geben wesentlich mehr als frühere Generationen dem gesellschaftlichen Druck nach ihre ganze Energie in den Beruf zu stecken und das Privatleben eher oberflächlich zu gestalten, wie sie es durch die oberflächliche Facebook Kommunikation gewohnt sind. Highlights, nicht nur der esoterischen Szene, sind dann Kuschel-Partys, Softsensations, sogenannte Tandra Massagen, usw…In Kombination mit gelebten Beziehungen können diese Events den Erfahrungshorizont erweitern, aber interessanterweise trifft man hier eher Singles an. Denn hauptsächlich benutzt man diese Events dazu Zuwendungen zu bekommen ohne eine Beziehung eingehen zu müssen. Außerdem kann man sich einbilden besser zu sein als andere, die ja nur virtuelle Kontakte pflegen, so wie es in den Werbungen für diese Events suggeriert wird. Aber in Wirklichkeit bleibt man oberflächlich und kompensiert sein natürliches Verlangen nach tiefen Beziehung, um Liebe leben zu können, mit Kuschelpartys und dem ein oder anderen Date.

Das moderne Zölibat unterscheidet sich nicht von dem alten Zölibat der Kirchenväter, auch sie hatten ihre Dates. Bei der Papstwahl in Konstanz 1414-1418 kamen über 700 „Dirnen“ angereist, um auch mit den heiligen Männern zu Daten (Chronist Ulrich von Richental). Das wichtigste beim damaligen Zölibat ist nicht das Verbot von Sex, sondern das Verbot eine Beziehung zu leben. Denn der Beziehungsalltag hätte die heiligen Männer aus ihren göttlichen Träumen auf den Boden der Tatsachen geholt.

Beim modernen Zölibat wie beim alten bleibt die Beziehung außen vor.

Insofern unterscheidet sich das moderne Zölibat von dem alten nur darin, dass es andere Götter sind denen man hinterher läuft: statt Christus ist es nun die Arbeit, der berufliche Werdegang, die Stressbewältigung am Arbeitsplatz wofür Beziehungen aufgegeben werden. In der esoterischen Szene kommen noch heilige Sprüche und entsprechende Kuschel und Tandra-Events dazu, damit auch der religiöse Anspruch bedient wird. Aber Tandra bedeutet auch tief in seinem eigenen Inneren anzukommen, in Meditation. Aber wie will man in Meditation kommen, wenn man seinen Sex nicht immer wieder transzendieren kann, weil man ihn nicht in einer Beziehung in Liebe lebt? Es ist schier unmöglich ohne Beziehung seinen Sex zu transzendieren und damit wird die Möglichkeit zu meditieren blockiert. Genauso wie es unmöglich ist seine Liebe zu entfachen ohne Beziehung.

Über mehre Jahrhundert hat die Kirche mit ihrem Zölibat belegt, das weder Liebe noch Meditation möglich ist ohne eine gelebte Sexualität in Beziehungen. Die Transformation der sexuellen Energie ist blockiert und damit die Liebe und die Meditation. Es ist kaum zu glauben, dass die esoterische Szene versucht diesen alten ausgetretenen Weg, der ganz offensichtlich in eine Sackgasse führt, mit den unzähligen Events wieder attraktiv zu machen.

Natürlich gibt es keine Garantie der Transformation der Sexualität durch eine gelebte Beziehung, denn 98% der Beziehungen enden in einem nebeneinanderher Leben, weil die Liebe auf der Strecke bleibt und Meditation gesellschaftlich nicht mit Beziehung in Verbindung gebracht wird. Das Scheitern der Beziehungen ist ja gerade das Resultat der Trennung zwischen Religiosität und Beziehung. Religion findet in der Kirche statt oder in esoterischen Events und Beziehung findet zu Hause statt, oder man lebt zölibatär, man lebt ohne feste Beziehung. Meditationsübungen sind immer noch nicht ein selbstverständlicher Bestandteil von Beziehungen geworden. Für diese neue Art Beziehung zu leben, gibt es keine Bewegung mehr in der neuen Generation, lieber zieht man sich in sein Single-dasein zurück, weil man die alte Art von Beziehung nicht leben will. Hier braucht es viel Mut sich diesem Weg wieder zuzuwenden.

Das Wahrnehmen der sexuellen Energie, wenn sie während des Sex aufsteigt ist für die Meditation in der Beziehung ein wesentlicher Bestandteil. Das man diese Erkenntnis wieder vergessen hat und es als „schmückendes Beiwerk“ betrachtet von jemanden der sich Trainer für Meditationsleiter in einem Osho Zentrum nennt, zeigt wie einflussreich immer noch unsere christliche Kultur ist. Auch wenn niemand in die Kirche geht, so leben wir trotzdem noch in der Ideologie der christlichen Weltanschauung.

Aber feste Beziehung, sexuelle Erfahrungen in Liebe, die Transformation unserer sexuellen Energie und Meditation sind nur möglich wenn wir immer mehr der Energie die in uns aufsteigt vertrauen. Die Wahrnehmung dieser aufsteigenden Energie ist die wichtigste Voraussetzung für den natürlichsten und einfachsten Weg zu Liebe und Meditation.

Die Generation Y

Nun muss man wissen, dass die Anleitung zu dieser Meditation in einer Zeit geschrieben wurde, in der mit der Sex Energie und den Vibrationen in Puna und in der Sannyasin-Szene weltweit experimentiert wurde. Selbst außerhalb der Sannyasin-Bewegung gab es überall Gruppen, die sich mit Sexenergie, Bioenergetik oder Core Energetik auseinandersetzten. Der damalige Gruß, wenn man sich in der Szene begegnete, war  „Good Vibration“ Zu der Zeit war es also nicht nötig auf diese physikalische Normalität hinzuweisen.

Heute leben wir jedoch in einer Zeit in der schon seit 30 Jahre immer stärker jegliche Gefühls Wahrnehmungen unterdrückt wurden, vom Berufsleben bis tief ins Privatleben hinein. Mittlerweile spricht die Sozialwissenschaft von der Generation Y, die zwar oberflächlich sehr individuell erscheint aber eher angepasst ist. Der Fingerzeig: „es geht um die Wahrnehmung der Sex-Energie als Vibration vom Becken ins Herz“ ist deshalb notwendig, da das Thema in der Generation Y (von etwa 1980 bis 1999 Geborene) nicht mehr allgegenwärtig ist. Denn in Wirklichkeit müsste die „Gen Y“ „Generation Me“ genannt werden, wie es der Soziologe Marcel Schütz von der Universität Oldenburg vorschlägt. Er betrachtet die Generation stark angepasst, stressgeplagt und verunsichert – mit einer Tendenz zum Rückzug ins private Idyll („Neo-Biedermeier“) und mit einem übertriebenem Wunsch nach Sicherheit, permanentem Feedback und Anerkennung. Soziologisch betrachtet, ist es also ein völlig anderes Verhalten als das der Boomer Generation (1950 bis 1965). Wenn dieser Hintergrund bekannt ist, und das sollte man bei Ausbilder für Meditationsleiter voraussetzen, dann weis man, dass es heute umso wichtiger ist mit dem ein oder anderen Fingerzeig den Weg nach innen zu weisen, zumal viele Meditationen nicht mehr in einem Buddha Feld stattfinden.

Die Kirche und die Machthaber wollen keine selbständigen Menschen, sondern eine Gefolgschaft von Abhängigen. Aber es ist auch der Grund warum viele Therapeuten die Frage nach der sensiblen Wahrnehmung der eigenen Energie in der Sexualität weiträumig umgehen, sowohl bei sich selbst als auch bei ihren Gruppenteilnehmern.

Die gesellschaftliche Reaktion auf die sogenannte sexuelle Befreiung der 68ziger war der Versuch die freie Sexualität schon im Experimentierstadium kommerziell zu nutzen und in die Pornographie umzulenken. Es wurde dadurch unmöglich die nötige Sensibilität zu entwickeln, um beim Sex seinen inneren Kern zu spüren. Auch die Reaktion auf Osho in den 80ziger Jahren – es wurde versucht Osho als Sex Guru in der Presse nieder zu machen – zeigte, dass man mit allen Mitteln verhindern wollte, dass es zu einer wirklichen sexuellen Revolution kommt.

Die Sexualität im Westen in der jetzigen Generation ME wurde wieder zu einem Unterdrückungsinstrument gegenüber dem anderen Geschlecht.

Alle Versuche die erlernten Muster aus der Kindheit wieder los zu werden sind in den letzten hundert Jahren in der Psychotherapie immer wieder gescheitert. Ganz im Gegensatz zu den guten Absichten der Psychologen haben diese Versuche erst recht dazu geführt, dass die psychischen Erkrankungen noch heftiger wurden, weil das Ego immer neue Strategien erfand um überleben zu können. Mit der Psychoanalyse haben die Klienten die gleiche Erfahrung machen müssen, so dass Wilhelm Reich recht früh erkannte, dass niemand wirklich dadurch zu sich fand. Anstatt nun aus dieser Sackgasse der psychischen Strukturen auszusteigen, versucht man heute mit verschiedenen Mitteln die Klienten mental ruhig zu stellen. Das Ruhigstellen macht in den akuten Phasen der psychischen Erkrankung auch Sinn.

Für Teilnehmer die aber nicht psychisch krank sind führt das Ruhigstellen nur dazu, dass sie noch eine weitere Schicht zu ihrem Panzer hinzufügen und noch größere Probleme haben ihn zu durchdringen um zu sich zu finden. Trotzdem ist in der gesamten Therapieszene sowohl in der alternativen wie auch in der spirituellen Szene- in der esoterischen sowieso- für psychisch stabile Teilnehmer die Therapie auf eine mentale Ruhigstellung umgestellt worden. So hat man z. B. aus der Trauma-Therapie zur Ruhigstellung von psychisch Kranken einige Therapie-Sessions einfach kopiert. Dadurch gingen die Therapeuten schonender mit den Konditionierungen, dem EGO, der Teilnehmer umgegangen, aber gleichzeitig wurde mehr Aggression gegen das eigentliche Sein der Teilnehmer aufgebaut. Die Therapeuten nach Osho haben eine Therapie gemacht die dem Zeitgeist entsprach: die Erhöhung der Aggression gegen sich selbst, die Erhöhung der Selbstausbeutungsrate am Arbeitsplatz, die Bankenkrise auf dem Rücken ganzer Völker und letztendlich dem gegenwärtigen 3. Weltkrieg.

Die Therapeuten haben die psychisch gesunden Menschen durch diese Art der Therapie weiter von sich selbst entfremdet!

Man hat die Therapieformen für psychisch kranke Menschen einfach kopiert für psychisch gesunde Menschen! Die Therapie wurde umgestellt von einer Therapie, die nach dem eigenen Wesen sucht – trotz aller Widerstände des EGO mit seinen esoterischen Höhenflügen, Verweigerungen und Gefühlsattacken – zu einer Therapie, die noch weiter das eigene Wesen zudeckelt. Natürlich erscheint durch diese Umstellung die Therapie viel freundlicher und hat eine höhere Akzeptanz, denn das Vergraben unserer eigentlichen Energie tief in uns selbst ist uns vertraut.

Aber jene Therapeuten verwechselt ganz offensichtlich Freundlichkeit und Akzeptanz mit der Energie des Herzens. Denn diese Energie will unserem eigentlichen Wesen wieder ihren gebührenden Platz in unserem Bewusstsein schaffen. Wenn wir aber schon selbst so aggressiv gegen uns vorgehen und auch von unbewussten Therapeuten dazu angehalten werden, liegt es auf der Hand, dass wir auch gegen andere derart aggressiv sein können. Nun wird auch verständlich, dass in einer Zeit in der wir in einem Dritten Weltkrieg sind, es für viele Therapeuten nur normal erscheint ihre Teilnehmer unter der Maske der Freundlichkeit noch aggressiver gegen sich selbst vor zugehen zu lassen, indem sie durch Mentale Ruhigstellung ihr eigentliches Wesen noch stärker unterdrücken.

Man führte die Umstellung der Therapie  auch mit dem Hintergedanken nach mehr Anerkennung von den offiziellen Institutionen der Psychotherapie zu bekommen.

In den letzten 25 Jahren hat man sich damit immer weiter entfernt von den Erkenntnissen aus den 80ziger und 90ziger Jahren. In der experimentellen Phase der spirituellen Therapie konnte gezeigt werden, dass nur durch den Ausstieg aus dem Ego, der Persona, der psychischen Struktur mit Hilfe von Meditation man aus seiner psychischen Verbiegungen aussteigen kann. Weil man nur durch Meditation wieder einen Kontakt mit seiner ursprünglichen Energie bekommt. Meditation ist aber nur möglich, wenn man den Müll der Kindheit und der Gegenwart immer wieder neu beseitigt.

Das Psychogramm der Persönlichkeit von IS Attentätern hat für die Psychologen keine besonderen Merkmale!

Gewalt ist heilig geworden!

Es hat eine Islamisierung der Gewalt stattgefunden

Und es ist nicht die Gewalt des Islams!

Jeder von uns ist psychisch dazu fähig, allein die anders geartete Sozialisation verhindert es!

Auf dem DGPPN Kongress der Psychiater in Berlin (2015) wurde herausgestellt, dass extremistische Gewalttaten von psychisch Gesunden begangen werden. „Es gibt kein typisches Persönlichkeitsmuster, das es erlauben würde, die Täter frühzeitig zu identifizieren“, äußerte Professor Iris Hauth auf dem Kongress in Berlin.

Was sie von anderen Menschen unterscheidet ist eher eine andere Vorstellung von dem was für wertvoll gehalten wird. Anfangs könnte stehen, „Muslime werden unterdrückt“, im weiteren Verlauf folgen Überzeugungen wie „Muslime müssen sich auf die eigenen Werte besinnen“ und „Muslime müssen sich in einer feindlich gesinnten Welt behaupten“. (Diplompädagoge Nils Böckler vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld)

Parallel dazu verändern sich die Normen: Anfangs steht noch ein Bekenntnis zu den rechtsstaatlichen Prinzipien, später wird die Scharia als gleichwertig betrachtet, schließlich wird die Scharia herangezogen.

Diese veränderten Vorstelllungen würden eher auf eine gestörte soziale Entwicklung zurückzuführen sein, als auf psychischen Störungen. Wobei die Unterdrückung von Muslimen durchaus auch der Realität im vorderen Orient entspricht (Westbank / Gaza Streifen, Israel, Syrien, Irak).

Es gäbe viele Menschen mit radikalen Vorstellungen, aber längst nicht jeder von ihnen wird gewalttätig, meint der Psychiater Professor Jérôme Endrass.

Er kommt jedoch zu einem anderen Schluss, dass zu der Radikalisierung und einer Dissozialität noch ein martialisches Auftreten, Waffenaffinität, sowie latente oder akute Suizidalität kommen muss.

Mit einem anderen Ansatz konstruierte der Diplompädagoge Nils Böckler vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld ebenfalls charakteristische Täterprofile.

  1. Der extravertierte dominante Typ. Er ist auf die soziale Außenwirkung bedacht und sucht den radikalen Kontext aktiv auf. Die Identifikation mit der Ideologie wird zum Mittel der Selbstdarstellung
  1. Der introvertiert abhängige Typ läuft eher passiv mit. Er sucht nach Personen, die ihm Orientierung und Verhaltenssicherheit geben. Gewalttätig wird er primär aus einer sozialen Abhängigkeit heraus und weniger aus Überzeugung.
  1. Der explorierende Typus ist als einziger vollkommen von der Ideologie überzeugt. Er braucht keine Bespiegelung in einer Gruppe, er funktioniert im Gegensatz zu den anderen Typen auch ohne den sozialen Kontext. In der Ideologie findet er plötzlich Sinn und ändert sein Leben.

(Terrorismus: Die Persönlichkeit von Attentätern aerztezeitung.de)

Gerade die Beschreibung von Böckler zeigt bei allen 3 Typen, dass es sich um psychisch ganz normale Menschen handelt, die man auch in Vorstandsetagen von Banken antreffen kann. Die psychischen Muster können wir überall in der Gesellschaft antreffen, bis hin zu den extremen Vorstellungen der Pediga und von AFD, die den Schießbefehl gegen Flüchtlinge einführen wollten oder meinen Moslems sind ihre Feinde. Was unterscheidet die psychische Täterprofile von einem Banker der ideologisch davon überzeugt ist z. B. im Namen der deutschen Bank dazu berechtigt zu sein letztendlich Hausbesitzer das Dach über den Kopf wegnehmen zu dürfen. Sie meinen sogar dass sie eine weltweite Krise riskieren dürfen in dem ganze Staaten in den Rand des Bankrotts geführt werden. Wieviel Putsche haben die Banken in ihrer Geschichte schon durchgeführt, aber wer hat jemals die Persönlichkeitsstruktur dieser Banker in Frage gestellt?

Die Selbstmordrate in Griechenland ist nach dem Putsch durch die Banken seit der Finanzkrise in die Höhe geschnellt. Und wieso kommt man auf die Idee diese Toten diesen skrupellosen Bankern nicht zuzurechnen? Nur weil sie einen Anzug tragen und keine Molems sind? Was sie beide haben, diese Art der Banker wie die Gewalttäter, ist eine gestörte Sozialisierung. In ihrer Radikalität gegen Menschelben sind sie gleichgesinnte nur ihre Ideologie unterscheidet sich. Aber auf der psychologischen Ebene sind die Ideologen austauschbar. Was sie unterscheidet ist ihre Wertevorstellung. Interessanterweise kommen die ideologischen Köpfe der moslemischen Extremisten aus den reichsten Ländern der Welt mit eine ungeheurem Bankkapital und wurden von ihnen gesponsert. Bei beiden Gruppen, bei der neuen noch skrupelloseren Bankern Generation und den IS Extremisten, können wird die unmittelbare Nähe zu Geld sehen. Gleichzeitig operieren beide in der gleichen geschichtlichen Phase des Kapitalismus und sind beinahe zeitgleich in der Weltöffentlichkeit in Erscheinung getreten. Ganz offensichtlich ist die gescheiterte Sozialisierung einem Zeitgeist zu zuschreiben, der die gesamte westliche Welt erfasst hat und darüber hinaus verbreitet wird. Das einzige mögliche Korrektiv, die spirituelle Entwicklung der westlichen Welt ist von allen Verantwortlich und von der Gesellschaft mit Füßen getreten worden. Auch der jämmerliche Versuch der katholischen Kirche mit einem deutschen Papst die religiöse Dominanz der europäischen Bevölkerung wieder zu erlangen, zeigt wie sehr man sich im Vatikan bewusst ist, das die fehlende Spiritualität und das damit verbundenes unsoziale Verhalten zu dem dritten Weltkrieg geführt hat.

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Und die alternativen Psychotherapeuten?

Sie verkaufen „Mentale Ruhigstellung“ durch emotionale Entlastung als Meditation

Sie mögen da einwenden, sie machten doch keine Psychoanalyse wie Freud,

sondern der Körper, die Konditionierungen aus der Kindheit würden mit einbezogen.

Das führt zwar zu einem anderen Verhalten, das jedoch noch raffinierter ist, als das vorherige Verhalten des Klienten. Und schon meinen Therapeut und Klient sie haben es geschafft, weil das Verhalten gesellschaftlich nicht mehr so anstößig ist. Aber in Wirklichkeit entspricht es voll und ganz den Konditionierungen aus der Kindheit.

Natürlich geht es den total reizüberfluteten Klienten besser, wenn sie mental ruhig gestellt sind. Sie empfinden es als eine Erholung in den Selbsterfahrungsgruppen zu sein und nach ihren Bedürfnissen schauen zu dürfen. Es führt zur emotionalen Entlastung, aber gleichzeitig zur Stärkung des eigenen Egos. Der Entwicklungsschritt: den Raum jenseits des Egos zu entdecken, wurde mehr und mehr aus den Programmen gestrichen. Man ersetzten die Wahrnehmung mit sich selbst mit esoterischen Engelsbildchen, wie sie in den 60ziger Jahren im katholischen Religionsunterricht verteilt wurden, oder mit Schamanistischen Beschwörungen von Geistern oder man lernte zu Channeln.

Zu beobachten war, dass immer mehr Zeit für die emotionale Entlastung in den Gruppen eingeräumt werden musste. Die Therapeuten begründeten es damit, dass die Teilnehmer so sehr emotional belastet sind, dass keine Zeit mehr für die Wahrnehmung des Selbst verbleibt. Sie erkennen bis heute nicht, dass ihre Art der Therapie, dafür sorgt, dass die Teilnehmer immer wieder in ihr emotionales Karussell einsteigen, weil sie zwar Entspannung und Entlastung kennen gelernt haben, aber nicht die Realität kennen gelernt haben, das Sein jenseits dieser emotionalen Abhängigkeit.
In einigen Therapiezentren war zu beobachten, dass selbst bekannten älteren Lehrer von ihrem Staff das Leben schwer gemacht wurde, wenn sie versuchten die Wahrnehmung der Teilnehmer jenseits ihres Egos zu schärfen, was unmittelbar zur Provokation des Egos führt . Sofort wurde versucht die Provokation klein zu reden, zu entschärfen und das Ego des Teilnehmers wieder aus dem Schockzustand zu holen. Es wurde klar vom Staff formuliert, dass man so nicht arbeiten wolle. Es war offensichtlich, dass der Staff selbst sein inneres Selbst verwechselte mit seinem Therapeuten Ego.

Wie heftig das Therapeuten EGO sich gegen seine Auflösung versucht zu wehren, war bei einer Feier zum Tod einer spirituellen Lehrerin zu erfahren. Es wurde alles versucht um zu verhindern, dass die Energie der verstorbenen Lehrerin auf dieser Feier präsent werden konnte. Ein möglicher Vertreter dieser Energie wurde erst einmal nicht eingeladen, dann wurde gegen ihn Redeverbot erteilt, als das auch nicht ausreichte, um die Präsens dieser Energie zu verhindern, versuchte man ihn hinaus zu ekeln. Aber es war schon längst zu spät. Wenn man die Energie nicht zur Vordertür hineinlässt, kommt sie zur Hintertür herein.

Nur das Ego lebt in der Illusion, dass es die Energie kontrollieren kann.

Das Therapeuten Ego schaute in seinen eigenen Spiegel. Es war geschockt! Aber anstatt diese Energie ins Herz zu nehmen, entschieden sich einige der Therapeuten mit der Energie in den Kampf zu gehen. Danach brüstete man sich im eigenen Therapeutenkreis damit, wie wirkungsvoll ihre Solarplexus Energie war. Auf der Ego Ebene kann man nun einfach nicht verstehen, um welche Energie es wirklich geht.

Interessant ist auch, dass schon vor dem Tod der spirituellen Lehrerin versucht wurde mit Hausverbot gegen einen Unterstützer von ihr vorzugehen. Es sollte jetzt einfach mal Schluss sein mit dieser Art von Therapie. Sie selbst wurde bereits in den letzten Jahren ihres Wirkens immer wieder ausgebremst, weil man ihre Energie, die das EGOs zum Erstarren brachte, als Bedrohung empfand. Aus des Sicht des Egos nur verständlich. Aber mit dem Ausbremsen dieser Energie verhinderten die Teilnehmer aus dem Staff jedes Mal aufs Neue, das wirkliches Wachstum in der Gruppe, das in dem Moment hätte stattfinden können.
Wenn ein Buddha Feld besteht katapultiert das Einfrieren des Egos die Energie des Einzelnen in die wirkliche Welt! Aber auf der Beerdigung bestand kein Buddha Feld. Osho beschrieb es für die Energie in Puna mal so:“…Im ersten Schock der Energie die sich euch hier eröffnet, vergesst ihr eure alten Angewohnheiten, er (der Schock) rüttelt euch wach – katapultiert euch kurzfristig in eine andere Wirklichkeit….“ (Osho: The Revolution). Wenn dieses Energiefeld aber nicht da ist, dann muss jeder einzelnen sich entscheiden, ob er der Energie folgt, oder Partei ergreift für das beleidigte Ego. Da wir es gewohnt sind zu leiden, entscheiden wir uns lieber für das arme Ego und reagieren mit Kampf oder mit Diplomatie (aus dem von Ängsten geprägten persönlichen Herzen). So wie die Therapeuten in diesem Fall. Doch wie sollen Therapeuten ein Buddha Feld aufbauen können, wenn sie selbst nicht unverzüglich bemerken, dass sie ihrem Ego auf dem Leim gegangen sind. Sie werden es nicht können.

Eine alternative Therapie ohne Buddha Feld führt ebenso wenig zur Genesung der Klienten wie die schulmedizinische Variante mit Psychopharmaka und Psychotherapie

Es wird Teilnehmer geben denen die alternative Therapie nützt, aber es wird ebenso viele geben denen sie schadet. Vergleicht man die Teilnehmer aus Selbsterfahrungsgruppen mit Menschen die nicht in die alternative oder schulmedizinische Therapie gegangen sind wird man statistisch keinen Unterschied bemerken, was die Heilung angeht.  Wohl aber wird die emotionale Belastbarkeit zum Wohle der Optimierung des Privatlebens bei den Teilnehmern der Selbsterfahrungsgruppen höher sein. Die Therapie ohne Buddha Feld schadet schon alleine deshalb, weil sie den Teilnehmern die Chance verbaut, dem unbewussten Drängen ihrer Seele ans Tageslicht zu kommen, nachzugehen. Sie werden mit alternativen Surrogaten aus den esoterischen Buchläden und Spielecken abgespeist.
Das ist insofern von Bedeutung da vor 25 Jahren die Auseinandersetzung in der Therapeuten Szene genau um dieses Energiefeldes in der Gruppentherapie begann, obwohl es nie so benannt wurde. Dieses Energiefeld ist der wesentliche Punkt, der die spirituelle Selbstfindung von der normalen Psychotherapie unterscheidet. Weil man Schwierigkeiten hatte ein Buddha Feld in den Gruppen auf zubauen, wirken verschiedene therapeutische Interventionen anders als in Puna. Gleichzeitig behauptete man aber, dass man es könne, der eine Therapeut besser als der andere. Dieses Unvermögen, ein Buddha Feld entstehen zu lassen, konnte man sich aber nicht eingestehen, also strich man einige Interventionen oder veränderte sie. Anstatt zu sehen, dass schon im Staff, bei den Therapeuten sich kein Buddha Feld aufbaute, wie sollte es dann bei den Teilnehmern entstehen können. Es fehlte die feinstoffliche, sensible Wachheit des Beobachters. Aber ohne den inneren Beobachter jenseits der Gedanken, der Gefühle und des Körpers ist keine Meditation möglich. (Osho) Man diskutierte längere Zeit darüber, wie man die Therapie verbessern könnte, da sich doch die Menschen, die Teilnehmer angeblich so verändert hätten. Aber Verbesserungen entstehen aus dem Kopf, aus dem Ego. Wachstum entsteht im Hier und Jetzt, spontan im Energiefeld. Mit dem Wachstum der Therapie ist es wie mit dem eigenen Wachstum:“…Der Mensch misstraut, er nimmt sein Wachstum in die eigenen Hände und sagt: So sollte ich sein! Wenn du dir in den Kopf gesetzt hast dich selbst zu verbessern, wirst du niemals glücklich werden und niemals wachsen…..Alles wird falsch sein, restlos falsch. Wachstum kennt keine Zukunft, kein Muster – es spielt sich einfach spontan ab. Verbesserung ist eine Kopfgeburt. Wachstum betrifft das ganze Sein. Wachstum ist heilig. Verbesserung ist abstoßend…“( Osho The Revolution). Deshalb ist Wachstum nur in einem Energiefeld möglich, sonst bleibt jede Therapie eine Kopfkonstruktion.
Heute versucht man durch das Singen von Mantra diese fehlende feine Energie zu kompensieren. Aber Mantra singen parallelisiert die innere Wahrnehmung und ist vergleichbar mit dem endlosen Surfen in sozialen Netzwerken oder die Sucht bei PC Spielen. Es kommt nur darauf an in welcher Szene man sozialisiert ist, dementsprechend wählt man seine moderne Droge.
Diese Geschichte, die zeigt wie sehr sich Therapeuten selbst während der Beerdigung für den Kampf entscheiden und nicht fürs Herz, ist nur eine Geschichte, ähnliche Geschichten könnte man auch aus anderen Therapiezentren erzählen. Sie ist ein Beispiel für Methoden, die wir aus der Politik kennen, die inzwischen in Therapiezentren angewendet werden, um sich gegen therapeutische Interventionen die in Puna mal angewandt wurden zu wehren. Aber als Mystiker, nicht als Therapeut oder Priester, weiß man, dass man in etwas unfassbar größerem hineingeboren ist als sein eigenes Ego wahrhaben will und das man über dieses Unfassbare nicht streiten kann und es auch nicht aus der Welt verbannen kann. Alle Anstrengungen sind zwecklos. Die Theologen, die Vertreter der Religionen, die streiten sich und kämpfen gegen das Unfassbare, selbst Kreuzzüge gegen Andersgläubige bekommen ihren Segen und lenken von ihrem eigentlichen Kampf ab. Was machen diese Therapeuten anders? Sie beschimpfen sich hinter vorgehaltener Hand gegenseitig als ewige Dreckschleuderer (Encounter Gruppen zur emotionalen Entlastung), als emotionslose Beobachter (Gruppen für den inneren Beobachter), als aufgemotzte Heilige (Gruppen für die Energie Wahrnehmung),…. Was machen sie anders als der radikale Islam oder die Buddhisten in Miramar? Sie versuchen andere Kulturen zu zerstören, um zu verhindern, dass neben ihnen andere Glaubensrichtungen existieren können? Sie versuchen mit ihrem Kriegen zu vertuschen, dass sie in Wahrheit gegen die große eigentliche Energie kämpfen, um sie noch weiter ins Unbewusste zu verdrängen! Genau das ist in vielen Therapiezentren nach Oshos Tod geschehen.

Dem Klienten verkaufen sie den Kontakt zu seinem Ego als der Kontakt zu seinem inneren Selbst.

Ihm wird suggeriert, dass er jetzt weiß was er will und mit Herzblut dafür gehen soll. So wird er zu einem noch besser funktionierendes Mitglied unserer kapitalistischen Gesellschaft und erhöht mit Freude und Leidenschaft seine Selbstausbeutungsrate. Aber jeder Mystiker würde schon durch sein pures Dasein diesen Traum zerstören und macht sich deshalb unbeliebt.
Der Klient ist wiederum gerne bereit von den Therapeuten zu hören, dass er meditieren kann, obwohl er sich in der Traumwelt seiner Bedürfnisse befindet. Die erlernte mentale Ruhigstellung führt zu Erholungsphasen, um dann wieder mit neuer Kraft die Bedürfnisse seines Egos bedienen zu können. In Wirklichkeit ist eine mentale Ruhigstellung nur eine Symptombehandlung. Nur Meditation kann einen Ausstieg aus der Depression ermöglichen. Deshalb geht es darum immer wieder Meditationsübungen zu machen und unsere Wahrnehmung durch das Beobachten unseres Inneren zu schärfen, um wach zu bleiben und im unserem Innern ein Echo zu erzeugen, so dass Meditation geschehen kann.

Die spirituelle Therapie verkauft Traumreisen als Meditation

Nach dem Tod von Osho hat es eine Richtungsänderung in der Therapeuten Szene gegeben. Die Szene spaltete sich in mehrere sich bekämpfende Lager auf, weil sie den Bezug zum Kern mehr oder weniger verloren hatte: a) die emotionale Entlastungsgruppen und Encounter Szene, b) die Szene des inneren Beobachters, c) die Community Bewegung (Familienaufstellung, Gemeinschaftsbildung) und d) die Energie Szene.

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Aber die weitere Fehlannahme war, dass man über das herauspicken einzelner Aspekte der Therapie aus Puna zur gleichen Erkenntnis kommen würde, als wenn man die Gesamtheit der Energie aus Puna versucht in der Gruppentherapie zu präsentieren. Wenn man an Gruppen der verschiedenen Richtungen teilnimmt, kommt man zu der Erkenntnis, dass es nicht das gleiche ist, wenn die gesamte Energie in ihren verschiedenen Facetten an einem Ort zu einem Zeitpunkt zusammen fließen oder ob sie getrennt voneinander angeboten werden. Zumal der geführte Konkurrenzkampf hinter vorgehaltener Hand zeigt, dass von der Verbindung mit dem Ganzen nur die Worte noch übrig geblieben sind.
Man verwarf wichtige Erkenntnisse aus Puna und passte sich der gesellschaftlichen Entwicklung an, die mehr nach introvertierten Bürgern verlangte, die den immer empfindlicher werdenden Produktionsprozess nicht stören. Wenn sie dann Burn Out sind und Depressionen haben, werden sie entlassen und schließlich verrentet. Die Gesellschaft, nicht die sich immer wieder neu optimierende Wirtschaft, kann dann für sie aufkommen.

Die Anpassung der Therapie an die gesellschaftlichen Anforderungen ist nicht nur das Problem der Verhaltenstherapie, sondern ist Standard in 99% der Selbsterfahrungsgruppen!

  • Wenn der unabhängige Kontakt zum Ganzen nicht ermöglicht wird, führen Selbsterfahrungsgruppen in den meisten Fällen neben der gesellschaftlichen Anpassung des Klienten zu Abhängigkeiten von den Therapeuten (Elternersatz) und zur Abhängigkeit von der Gruppe (als Ersatz für die Familie)
  • Aber um im ununterbrochenen Kontakt mit dem Ganzen zu bleiben ist es nötig, dass man gesund geworden ist, nicht mehr mit alten Konditionierungen reagiert – mit Ärger, mit Trotz, mit Bestrafungen jeglicher Art und sei es nur das man tage- oder gar wochenlang auf jemanden sauer ist und nicht mehr mit ihm spricht.
  • Solange man nicht wirklich gesund ist braucht man die Dynamische Meditation, die AUM und die Kundalini als Basis für das spirituelle Wachstum.
  • Die Aussage von Osho, dass spirituell gesundete Menschen keine Meditation mehr brauchen, ist die am meisten missverstandene Aussage:„…Für einen Buddha, für einen der sich verwirklicht hat ist Meditation bedeutungslos…Wenn du meinst…keine Probleme zu haben, wenn du meinst keine Sorgen, keine Qual, keine Angst zu haben, ist sie nicht nötig…. Aber das alles ist da. In jedem steckt eine tiefe Seelenqual, ein tiefer Wahnsinn…“.

(Osho: The New Alchemy: To Turn You On).

  • Und wer ist schon gesund? Selbst Erleuchtete können sich zeitweise in ihren alten Konditionierungen verstricken! So lange man aber mit Angstmustern reagiert, ist man nicht gesund! Gesundheit ist auch für Erleuchtete kein Dauerzustand, kein Endsieg(!), weder körperlich noch seelisch. Das Eintauchen ins Nirwana ist etwas völlig anderes.
  • Sowohl Erleuchtete als auch nicht Erleuchtete, Therapeuten, Sannyassin und spirituelle Sucher brauchen reinigende Meditationen, weil sie immer noch auf ihre Angstmuster hereinfallen, die Erleuchteten sehr selten, die anderen wesentlich häufiger und meistens unbemerkt!
  • Natürlich ist es für das eigene Wachstum entscheidend in Richtung Nirwana seine Wahrnehmung zu öffnen ohne sich einzubilden man sei schon im Nirwana angekommen, wie Buddha oder Osho. Deshalb schafft Osho in der letzten Phase der Kundalini Meditation einen Raum, um einen Hauch von Nirwana wahrnehmen zu können.
  • Um das zu erkennen ist es notwendig, dass man ehrlich zu sich ist und als Therapeut, Sannyasin oder sonstiger spiritueller Sucher die Show aufgibt, die Show sich als gesund zu verkaufen. Ist man dann bereit z.B. die Dynamische Meditation zu machen und hat einen gut geschulten Beobachter entwickelt, sieht man unweigerlich seine gesunden als auch seine kranken Anteile.
  • Es ist höchste Zeit sich von seinem Veteranentum zu verabschieden, von seinen spirituellen Abzeichen auf den Schultern, aus der Zeit mit Osho. Denn man ist schon längst wieder eingeschlafen, man träumt nur noch davon, dass man irgendwann einmal aufgewacht ist. Es ist immer wieder Zeit aufzuwachen aus seiner Wohlfühlecke, aus seinem spirituellem Ego! Reinigende Meditationstechniken wie die Dynamische Meditation werden notwendig bleiben mit Ausnahme für einige wenige Menschen, wie Buddha, Osho,….
  • Allgemein kann man schon sagen, dass sogenannte spirituelle Menschen, die keine Dynamische Meditation machen, in einem Traum leben. Insofern macht es keinen Sinn bei Therapeuten in die Gruppe zu gehen, die selbst nicht meditieren und auch keine reinigenden Meditationstechniken mehr anwenden, wie z.B. die Dynamische Meditation. Sie hängen tiefer in ihren Ängsten, als der ein- oder andere Teilnehmer ihrer Gruppen.
  • Auch die Klienten von alternativen Therapiegruppen gesunden nicht wirklich und brauchen reinigende Meditationen während und über die Therapie hinaus. Sie sind genauso wenig geheilt wie vor hundert Jahren nach der Freud’schen Therapie. Aber wer das heute so klar benennt, wird genauso ausgegrenzt wie Wilhelm Reich vor hundert Jahren.

Das 3-Kastensystem der Meditierenden in der Therapie Szene

Ich kann mich noch genau erinnern wie eine ältere spirituelle Lehrerin von mir in einem Therapiezentrum zurecht gewiesen wurde, weil sie ganz deutlich zu einem Teilnehmer des Staff Meetings sagte, er solle doch mal die Dynamische Meditation machen. Zu meiner Überraschung schien es für den dortigen Staff ein Affront zu sein, einem Staff Mitglied die Dynamische Meditation ans Herz zu legen.
So verhält es sich aber mittlerweile in der ganzen therapeutischen Szene. Die Gruppenleiter wollen Assistenten oder Schüler haben die keine reinigende Meditationen mehr brauchen, denn sonst würde der Gruppenleiter oder die Leiter des Zentrums sich abgewertet fühlen. Ihre Arbeit, ihre Energie, ihr spirituelles Ego ist sonst nichts Besonderes mehr. Die Schüler oder Assistenten machen diese Show mit, auch sie wollen weiter sein und brauchen die Anerkennung von ihren Lehrern. Die Gruppenteilnehmer sind ebenso daran interessiert bei einem Lehrer zu sein, der etwas Besonderes ist, schließlich wollen sie auch einmal was Besonderes sein. Es ist kaum möglich diese ineinander verzahnten Abhängigkeiten, dieses Netz mit Fäden aus Bedürftigkeiten zu durchbrechen. Sollte es doch mal jemand versuchen, wird der Kontakt gemieden, um ihn dann später ganz aus dem Zentrum auszuschließen.

Der Mind hat ganz offensichtlich in der Szene schon längst wieder das Zepter in der Hand, denn nur er hat ein Interesse daran die seelische Entwicklung in ein System zu packen. Es ist ein System, in dem diejenigen, die angeblich weiter sind, ihr Image aufwerten können, ähnlich einigen buddhistischen Richtungen. Die Aussage: „Wer noch Dynamische Meditation macht gehört zur untersten Kaste der Meditierenden“ ist ein Produkt des EGOs. Auch für Osho gibt es nur einen Unterschied zwischen Meditierenden und solchen die es nicht mehr brauchen, weil sie gesundet sind. Die Meditierenden in unterschiedliche Klassen einzuteilen war ihm völlig fremd. So lange man meditiert ist es sinnvoll immer wieder zwischen den verschiedensten Meditationsarten zu wechseln.
Was will man verstecken: Den mangelnden Eigenwert? Man gibt vor schon weiter zu sein und meint Dynamische Meditation sei etwas für Anfänger. Wenn man weiter ist, dann braucht man alles nur noch zu beobachten und es innen reiben zu lassen. Natürlich ist das innere Beobachten entscheidend. “… Meditation ist einfach nur die Erkenntnis, dass … du deinen Verstand mühelos beobachten vermagst…“ (The Great Zen Master Ta Hui; Osho). Aber niemand vermag es seinen Verstand mühelos zu beobachten, wenn er nicht immer wieder reinigende Meditationen macht.

Normalerweise führt das innere Beobachten der Schatten, das Reiben lassen und das ins Herz nehmen der Ängste in wenigen Augenblicken dazu, dass die Energie, die darin gebunden ist, frei wird. Die Folge ist, dass man dem vermeintlichen Verursacher innerhalb der nächsten Minuten danken kann, so wie in der zweiten Phase der AUM Meditation. Ist man jedoch Stunden, Wochen und gar Monate in seinem Groll gegen den anderen, liegt es auf der Hand, dass man die Ängste wieder verdrängt hat und nur mit Abwehr reagieren kann.

Spätestens dann muss jedem klar sein, dass nur durch eine kathartische Meditation der Gefühlskanal wieder gereinigt wird. Es hat sich einfach zu viel angestaut, um mühelos seinen Mind beobachten zu können. Der Mind entwickelt immer wieder neue Strategien um dem Beobachter zu entkommen. So kommt es ganz subtil zu Verdrängungen. Man glaubt aber meditiert und beobachtet zu haben. Das passiert viel häufiger als wir wahrhaben wollen. Bemerkbar werden diese Täuschungen aber erst richtig, wenn man eine kathartische Meditation macht.

Es ist dir nicht gelungen Herr im eigenen Hause zu bleiben, stattdessen haben die abwehrenden Gefühle aus der Unterdrückung der Ängste die Oberhoheit gewonnen. Das Ego übernimmt die Regie! Insofern ist es lächerlich wenn Therapeuten behaupten, sie bräuchten keine Dynamische Meditation mehr, obwohl sie monatelang nicht aus ihrem Gefühlssumpf aussteigen konnten. Manchmal muss ein Rebell einfach nur im Raum sein, nichts tun, einfach nur Dasein und schon geht es bei den Therapeuten innerlich los.
Die absolute “upper class“ unter den Meditierenden ist natürlich die, die vorgibt nur noch in der Energie zu sein. Sie bildet sich etwas darauf ein, dass sie sehr schnell Energie spüren kann. Schon das zeigt, dass das EGO seine Hand im Spiel hat. Jeder Wünschelrutengänger, der absolut nichts von sich und seinem inneren Wesen weiß, kann sehr gut Energie wahrnehmen. Auch von den Körpertypen nach Wilhelm Reich ist bekannt, dass der rigide Typ sehr schnell an seine Energie kommt, ohne aus seinen Konditionierungen ausgestiegen zu sein. Sie glauben kathartische Meditationen würden ihre feine Energie zerstören. Es ist auch unter ihrer Würde den inneren Beobachter zu benutzen.

…………………….

Es ist eine Erfindung des Egos die Meditierenden in Kasten einzuteilen, in die “ lower class“, die noch eine kathartische Meditation braucht und die höhere Kaste, die nur noch beobachtet und die absolute „upper class“, die nur noch in ihrer Energie schwebt. Aber die Realität sieht anders aus, sie kennt kein Schema das Sicherheit gibt für die eigene Entwicklung. Spätestens wenn man die feinen Damen und Herrn der Oberklasse überraschend mit ihren Ängsten konfrontiert, sieht man wie sie wie kleine ängstliche Kinder reagieren. Der ganze aufgeblasene Popanz zerbricht in Bruchteilen einer Sekunde. Denn wer diese Kasteneinteilung macht, zeigt deutlich, dass er auf sein eigenes Ego hereingefallen ist und schlechter dran ist wie jeder Anfänger, denn alles was er bisher gemacht hat war umsonst.

„Wir sind alle auf unserem eigenen Weg“???

Der Klient wird nicht frei werden, sondern bleibt in dem Gefängnis seiner Konditionierungen, nur mit neuen Abhängigkeiten.

Dem Klienten wird vorgegaukelt er sei auf seinem eigenen Weg, weil

  • weil der Klient ein neues angepasstes Verhalten entwickelt hat,
  • weil auch der Therapeut sich noch in seinem Gefängnis befindet
  • weil der Therapeut es auch nicht besser weiß!
  • und weil der Therapeut finanziell abhängig ist vom System und vom Klienten

Was ist die Folge der Abhängigkeit der Therapeuten von ihren Teilnehmern?

Sie müssen beinah jeden Teilnehmer annehmen, der sich zur Gruppe anmeldet. Sie müssen das Niveau herunterfahren, damit die psychisch sehr labilen Teilnehmer in der Gruppe bleiben.

Zum einen sind sie durch den Gruppenprozess ein Stück tiefer in ihr Unbewusstes eingedrungen und ihre äußere Maske ist etwas durchlässiger geworden. Darunter liegt aber ihre zweite Maske, die der abwehrenden Gefühle, sie ist ebenso ein Teil des EGOs. Auch diese Gefühle sorgen dafür, dass wir nicht erkannt werden. Das funktioniert so perfekt, dass wir uns selbst nicht mehr erkennen können und wir sind fest davon überzeugt, dass unsere Gefühle unser wahres Ich sind. Die Teilnehmer haben gelernt: Nur da wo wir uns gut fühlen, bleiben wir, da wo wir uns schlecht fühlen gehen wir weg. Aber das ist nur ein Schritt in der Entwicklung. Wenn er nicht weitergeht bleibt das seelische Wachstum auf der Strecke Auffällig wird es bei Therapeuten, die beim Auftauchen eines Rebellen selbst in dieser Falle stecken und auf ihn mit Zurückweisung bis hin zu Aggressionen reagieren. Wie sollen solche Therapeuten ihre Teilnehmer weiterbringen können?

Gleichzeitig ist auffällig, dass es häufig solche Therapeuten sind, die schon seit Jahren keine Dynamische Meditation mehr gemacht haben.

Und zum anderen haben sie keine Vergleichsmöglichkeiten wie tief so ein Prozess gehen kann, damit die Energie transformiert werden kann. Andererseits kommen sie zu dem irrigen Schluss, dass sie doch wesentlich weiter sind im Gegensatz zu den psychisch Kranken in der Gruppe.

Auch das ist ein weiterer Grund warum die Selbsterfahrungsgruppen seit 1995 immer mehr an Qualität verloren haben. Sie liegen weit hinter dem zurück was zu Oshos Zeiten an Inhalten transportiert wurde.

Aber der eigene Weg liegt immer außerhalb unserer eigenen Gefängnisse!

Aber wie soll ein Therapeut, der nicht immer wieder meditiert, das wissen? Er kann noch so viele sogenannte spirituelle Rituale oder sogar Sessions aus Puna für seine Gruppenteilnehmer anbieten, ohne auf seinem Weg zu sein, wird er zum Gefängniswärter seiner Klienten.

Wenn du aber deinen eigenen Weg gehst,

wirst du bedrängt ihn zu verlassen. Im Innern ziehen dich die alten Konditionierungen wie ein Gummiband immer wieder zurück auf den gesellschaftlich anerkannten Pfaden. Und im Außen? So wie Reich von der Gesellschaft unter Druck gesetzt wurde, wirst auch du diesen Druck zu spüren bekommen, damit du endlich wieder so wirst wie die anderen. Wenn du auf deinem Weg bleibst, wirst du isoliert, deine Wohnung wird dir gekündigt, du verlierst deinen Job, weil du anders bist.

Dein eigener Weg und dein Ego

Wenn du auf deinem Weg bist, richtest du dich nicht nach deinen Ängsten. Du richtest dich in deinem Leben nicht mehr nach den gesellschaftlich anerkannten Sicherheiten, weil deine Ängste dich nicht mehr leiten. Du richtest dich aber auch nicht mehr nach den Ängsten anderer. Das einzige was dich interessiert ist das spirituelle Wachstum im eigentlichen Sinne, das Wachstum deiner Seele.

Und schon wirst du als Egoist abgestempelt, weil du dann die Bedürfnisse der anderen nicht mehr bedienst, weil du deren Ideologie hinter dir lässt. Die Versuche deiner Freunde und deiner Umgebung deine Ängste aus deiner Kindheit zu aktivieren, werden zunehmen. Natürlich tust du auch Dinge, die andere tun, aber mehr und mehr mit einem ganz anderen Hintergrund. Aber wer kann das schon sehen?

Es wird zunehmend versucht werden dir zu beweisen, dass du immer noch in deinen Konditionierungen verliebt bist. Es darf für die Gesellschaft, selbst für deine engsten Freunde, nicht sein, dass da jemand frei ist und sei es auch nur für wenige Minuten.

Genau genommen gibt es keinen einzigen Weg, denn jeder Atemzug dauert länger, als dein Ankommen bei dir selbst. Wenn es passiert, weiß du es! Doch vorher wird dein Ego von ganz vielen Wegen, Übungen und Dingen schwärmen die getan werden müssen, weil es Zeit gewinnen will, um die Kontrolle zu behalten.

In der Tat ist es von außen nicht einfach zu unterscheiden, ob du auf deinem Weg bist oder in deinem Ego.

Es wird erzählt, dass ein Sufi Meister sich 36 Stunden lang um sich selbst drehte. Am Ende des Derwisch Tanzes fiel er um. Zu den sich versammelten Leuten sagte er: „Ihr glaubt ihr habt mich fallen sehen. Ich hab mich fallen sehen!“ Die Essenz der Tradition der Sufis ist die innere Öffnung des Herzens für das göttliche, sowie das Aufgeben des Egos.

Wenn du in deinem Ego bist, richtest du dich nach den Ängsten der anderen; du machst das was alle machen; du benutzt die anderen zur Bedürfnisbefriedigung deiner Ängste. Umso mehr du in deinen Ängsten bist und umso mehr du deine Bedürfnisse befriedigen lässt, umso größer ist dein Ego.Wenn deine Bedürfnisse nicht von anderen befriedigt werden, dann wird dein Ego beleidigt sein! Dein Ego wird zumindest schmollen oder gegen andere aggressiv werden oder gar ausrasten.

Wenn du in deiner Selbstliebe bist, auf deinem Weg zu dir selbst, dann verliert sich deine Bedürftigkeit mit dem dir immer bewusster werdenden inneren Selbst. Und die Liebe wird sich in dir ausbreiten können.

Für das Ego muss es immer großartig sein, es muss immer etwas ganz Besonderes sein. Es braucht immer wieder neue ganz besondere Rituale oder Mantras von besonders heiligen Meistern oder Schamanen. Das Ego will den Klang deines eigenen Liedes, das tief in dir schwingt, schallend übertönen. Das Sein ist einfach, nüchtern und klar; es ist eigentlich nicht erwähnenswert, so natürlich ist es.

In vielen Selbsterfahrungsgruppen wird über das Kennenlernen deiner Bedürfnisse nicht hinausgegangen!

Natürlich kommt es darauf an, dass du deine Bedürfnisse wieder kennen lernst. Als Kind hast du die Bedürfnisse deiner Eltern erspürt und aus Liebe zu ihnen hast du deine eigenen Bedürfnisse verleugnet. Aber wie kannst du in der Therapie dein „wahres Selbst“ finden und erleben, wie es die Psychoanalytiker (z.B. Alice Miller) in den 80ziger Jahren schon forderten, wenn der Weg zum Ganzen verschlossen bleibt?

Selbst wenn ein Teilnehmer sein persönliches Herz hinter sich lässt, sein großes Herz spürt und damit jenseits jeglicher Bedürftigkeit ist, wird er von den Therapeuten nicht mit der nötigen Sensibilität begleitet. Entweder wird er mit einer groben Umarmung erdrückt oder in zuckersüße Watte gepackt. Der eine oder andere Therapeut gerät gar in heftige Konkurrenz zum Teilnehmer und versucht den Teilnehmer mit Ignoranz zu bestrafen. Es ist ein Spiegel für den Kampf des Egos gegen seine Bedeutungslosigkeit! Der Therapeut schlägt sich auf die Seite des Egos mit seiner wie auch immer gearteten Aggression gegen den Teilnehmer. Das Ego, d.h. der Therapeut will diesen Zustand, dieses Aufgehen im großen Herzen, mit allen Mitteln, mit immer wieder neuen noch raffinierteren Manipulationen verhindern. Denn die Bedürftigkeit des Therapeuten ist immer noch eng mit seinem persönlichen Herzen verschmolzen. Diese Verschmelzung ist auch der unbewusste Drang von Therapeuten Therapiegruppen anzubieten, die den Teilnehmer hindern sollen sich im Ganzen wieder zu finden.

Die Selbsterfahrungsgruppen werden ohne Verbindung zum Ganzen zu Bedürfnisanstalten, in denen dein Ego gestärkt wird. Du kannst dann wieder besser in der Gesellschaft bestehen. Aber in Wirklichkeit hast du nur dein Gefängnis besser kennengelernt, ohne zu ahnen, dass es dein Ego, deine persönliche Bedürfnisanstalt, dein Gefängnis ist.

Therapie als Opium fürs Volk!

Nach dem wirtschaftlichen Zerfall der Hochkultur in Indien haben die Gurus dort über Jahrhunderte die Menschen betrogen, indem sie ihnen die mentale Stille als das Ruhen in sich selbst, als das Erkennen von sich selbst verkauft haben.

“…Natürlich, wenn du ununterbrochen ein Mantra hersagst, erzeugst du das Energiefeld einer bestimmten Frequenz, aber die Person, die das Mantra hersagt, bleibt die gleiche, denn alles spielt sich nur an der Oberfläche ab. Es ist als würdest du einen Kieselstein in einen spiegelglatten See werfen: Es entstehen Wellen, die sich über den ganzen See kräuseln, von einem Ende zum anderen. Aber in der Tiefe bleibt der See unberührt….Es gibt keine Veränderung im Charakter des Sees, in seiner Schönheit, wenn du dieses Wellengekräusel hervorrufst….“ (Osho `Destiny, Freedom and the Soul´ St. Martin´s Griffin, New York).

Welche Aggression haben die Gurus in Indien selbst in ihren Ashrams über Jahrhunderte hinweg gefördert?

Welche Aggression haben die Gurus in Indien selbst in ihren Ashrams über Jahrhunderte hinweg gefördert?

Die Kuh auf der Straße war und ist heiliger als jede Frau!

Selbst der so genannte ehrenwerte Dalai Lama (übersetzt: „Eure Heiligkeit“) hat Jahrzehnte gebraucht, um Frauen als Buddhisten anzuerkennen. In Tibet war es Tradition mit den Würmern in der Erde achtsamer umzugehen als mit der eigenen Frau. Sie war weniger Wert.

Alle 20 Minuten wird in Indien eine Frau vergewaltigt. Frauen müssen in Indien immer noch in einem gesonderten Zugabteil fahren. Nicht aus Sicherheitsgründen, sondern weil sie quasi der untersten Kaste angehören. So wie die afro-amerikanische Bevölkerung in den USA vor der Bürgerrechtsbewegung zur untersten Klasse gehörte.

Jedes Jahr werden in Indien 2 Millionen Frauen umgebracht, die meisten wurden vorher vergewaltigt. Auf die letzten 10 Jahre hochgerechnet sind das 20 Millionen Frauen, die ihr Leben lassen mussten ohne das es zu einem Aufschrei der doch so heiligen indischen Gurus kam. Über Jahrhunderte haben diese ehrwürdigen heiligen Gurus in Indien gewirkt, aber mit welchem Ergebnis? Welche eine total entartete Art von Mitgefühl müssen wohl diese indischen Gurus gepredigt haben und predigen?

Da hat die Frauenbewegung in Europa für die Frauen mehr Mitgefühl gezeigt, als das Geschwätz über Mitgefühl durch viele heilige Gurus über die Jahrhunderte in Indien. Auch die vielen heiligen Tempel in Indien sind angesichts dieser gesellschaftlich gepflegten Aggression gegen Frauen eine reine Farce. Es scheint beinah so zu sein: Je mehr heilige Tempels und Gurus in einem Land sind, je mehr mit Spiritualität geprahlt wird, umso heftiger sind die Aggressionen gegen die Unterdrückten der Gesellschaft. In Indien ist zu sehen, wie die Religionen besonders mit ihrem Kastensystem jeden Widerstand im Keim ersticken. Religion ist Opium fürs Volk.

Jeder spirituelle Mensch, der auch nur ein wenig Mitgefühl entwickelt hat, müsste eigentlich zum Besucher-Boykott dieser sogenannten heiligen Stätten und Gurus aufrufen, solange so viele Frauen in Indien unter den Augen der heiligen Gurus Jahr um Jahr ermordet werden.

Am 25.08.2014 ging die Meldung durch die Presse: seitdem mit Ultraschall in der Schwangerschaft in Indien festgestellt wird welches Geschlecht das Kind hat, und demnach viel weibliche Föten abgetrieben werden, tritt in Nordindien ein extremer Frauenmangel auf. Natürlich wurde eine Reihe von Gesetze erlassen um dem entgegen zu wirken, aber es gibt niemanden der dafür sorgt, dass diese Gesetze eingehalten werden. In vielen Provinzen stehen die Dorfvorsteher über das Gesetz und sorgen dafür, dass die alten Traditionen eingehalten werden.

Auch die staatlich angeordnete Bevölkerungspolitik per Skalpell  in sogenannten Sterilisations-Camps führt in Indien immer wieder zum Tod von Frauen. In mindestens 568 Fällen (2009-2012) musste der Staat an die Hinterbliebenen „ Kompensationszahlungen“ leisten. Bei der Massensterilisation im November 2014 sind über 15 junge Frauen (20-30 Jahre alt) allein in Bundestaat Chhattisgarh gestorben; dutzende Frauen erkrankten lebensbedrohlich. Aufgrund massiver staatlicher Propaganda lassen sich pro Jahr 4,5 Millionen Frauen unter hygienisch katastrophalen Bedingungen sterilisieren.

Kaum ein Guru hat sich über die Jahrhunderte diesen unmenschlichen Traditionen entgegengestellt. Für die Frauen bedeutet das, dass sie weiterhin verkauft werden können. Wenn sie versuchen sollten ihrem Käufer zu entkommen, werden sie von der eigenen Familie geächtet.

Die Gurus haben mit dafür gesorgt, dass mit Sinnlichkeit in Indien Schmutz verbunden wurde, sowie die christliche Kirche es im Abendland versucht hat. Der letzte kirchliche Skandal 2013 in Deutschland um das Verbot der „Pille danach“ für ihre Bediensteten zeigte deutlich, dass die Kirche immer wieder neu versucht den sinnlichen Freuden Steine in den Weg zu legen. Nur im Gegensatz zu den Gurus in Indien hat die Kirche einen immer weiter schwindenden Einfluss in der Gesellschaft. In Indien gibt es keine Bewegung gegen die Praktiken dieser heiligen vorgeblich enthaltsamen Gurus.

Nur weil in Indien die Gurus sich dieser frauenfeindlichen Tradition nicht verweigert haben, bzw. stillschweigend geduldet haben, ist man ihnen hinterhergelaufen. Nur was hat das mit Liebe zum Menschen zu tun oder gar mit Erleuchtung?

Auch wir rennen den Gurus hinterher

Der Yogi Maharishi Mahesh hat bewiesen, dass es auch im Westen möglich ist, die spirituellen Sucher mit so genannten „geheimen Mantras“ vom eigentlichen Weg zu sich selbst abzuhalten. Er wurde dabei zu einem der reichsten Männer Indiens.

Erst Osho hat versucht dieses Guru Gehabe zu durchbrechen und jedem vor den Kopf zu stoßen, der versucht hat ihm hinterher zu laufen und nicht auf dem Weg zu sich selbst war. Er war für viele ein ständiger Provokateur. Nun aber sind wir wieder an der gleichen Stelle wie vor Osho.

Schon in Oregon, als Osho sich aus allem heraus hielt und schwieg, wurde deutlich, dass es eine kleine Gruppe von Sannyasin gab (Sheela,..), denen jedes Mittel recht war, um ans Ziel zu kommen: „Der Zweck heiligt die Mittel“. Diese Einstellung hat sich nach dem Tod von Osho mehr und mehr in der Therapeuten Szene verbreitet. So ist spätestens ab 1995 zu erkennen, dass verschiedene Sessions aus Puna verändert wurden, sogar soweit, dass Encounter-Sessions in Selbsterfahrungsgruppen kaum noch stattfinden. Die Therapeuten buhlten um die Anerkennung der staatlich etablierten Psychologie.

Um in der Mitte der Gesellschaft anzukommen, war man bereit wichtige Erkenntnisse in der Therapie aus der Zeit mit Osho über Bord zu werfen. Alle beschworen sich gegenseitig, dass die Teilnehmer viel weiter in ihrer Entwicklung sind als in der Zeit mit Osho und das die intensiven Sessions nicht mehr nötig seien. Man bog sich die Realität zurecht. In Wirklichkeit hat die Aggressivität gegen sich selbst, gegen andere Menschen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzung und gegen die Umwelt,  in einem immer schneller werdenden Tempo zugenommen.

  • Heute sind mehr Menschen weltweit von Krieg betroffen als während des 2. Weltkrieges.
  • Das Finanzkapital lässt ganze Nationen schneller als früher ausbluten, um an Kapital zu kommen.
  • Im Jahr 2012 hat sich in Deutschland das Leiden an Depression und anderen psychischen Erkrankungen im Vergleich zu 1997 verdoppelt.
  • Etwa 33% der deutschen Bevölkerung sind einmal im Jahr psychisch krank, also sind nichts anderes als gegen sich selbst aggressiv.
  • Selbst die Gewalt gegen den eigenen Körper wird der jungen Generation als besonders attraktiv verkauft. Um in Hollywood als Schauspieler/in eine Rolle zu bekommen, muss man sich liften lassen, gleichgültig wie talentiert man ist.
  • Über unzählige Castingshows wird diese Aggression gegen sich selbst der jungen Generation schmackhaft gemacht.
  • Mittlerweile wird ein Lifting schon verlangt, wenn man von der mittleren Manager-Ebene nach ganz oben aufsteigen will, weil man ein Unternehmen repräsentieren soll.
  • Die Selbstverbrennung tibetischer Mönche ist nur die Spitze des Eisberges von dieser Aggression gegen sich selbst.
  • Es wundert da nicht mehr, dass der praktizierte Buddhismus, der mit Buddha nichts mehr zu tun hat, so populär im Westen ist. Er liegt im Trend, er kleidet die Aggression gegen sich selbst in ein heiliges Gewandt.
  • In Birma haben die Buddhisten 2012 mehr als 140 000 Muslime vertrieben und ihre Häuser verbrannt. 280 Personen kamen ums Leben. Diese Muslime leben in Flüchtlingslagern im eigenen Land. Gingen sie in die Städte, würden sie von Buddhisten umgebracht. Das erinnert an Berichte wie früher tibetische Buddhisten mit andersgläubigen Bergvölkern aus Tibet umgegangen seien sollen.
  • Der Buddhismus macht nichts anderes als jede andere Religion: Er hüllt auch seine Aggressionen gegen andere in heilige Gewänder.

Trotzdem hält sich in der Therapeutenszene die Idee, dass die Teilnehmer heute weniger aggressiv sind und von daher weiter sind als die 68er.

Die Therapeutenszene interpretierte das angepasste Verhalten ihrer Gruppenteilnehmer als friedfertig. Die zunehmende Aggression der Teilnehmer gegen sich selbst hielt sie nicht für so beachtenswert. Sie blendet völlig aus, dass die Bewegung der 68er gerade wegen der Angepasstheit der älteren Generation auf die Straße ging. Denn das obrigkeitsorientierte Verhalten führt immer zu einer Verstärkung der Aggression gegen sich selbst. Das heutige Verhalten im Job bis hin zum Burnout oder zum Mobbing ist nichts anderes als eine moderne Variante der Auswirkung des alten Obrigkeitsdenkens aus den 50er Jahren.

„Winner takes it all“

Die Einstellung „Gemeinsam sind wir stark“ aus den 68er gilt nicht mehr. Heute heißt es „Winner takes it all“. Man muss die kapitalistische Denkstruktur – früher war es das Obrigkeitsdenken – derart verinnerlicht haben, den Bezug zu seinen inneren Werten verloren haben, damit man zum Gewinner wird. Das ist nicht nur in den Köpfen der Banker, sondern in der gesamten Gesellschaft verbreitet bis in die Köpfe der Therapeuten. Der Kampf der Therapeuten untereinander zeigt dies deutlich, wenn sie verschiedene Lehrer hatten. Die Version dieser Gewinnerideologie versteckt sich auch hinter den Spruch „Wir sind alle gleich!“ Spätestens wenn ein Rebell auf der Bildfläche erscheint, löst sich ihr gönnerhaftes Gehabe in Luft auf.

Der Vorsatz:

„Jetzt bloß keinen Fehler machen“

drückt die allgemeine Angst der Mittelschicht aus, die immer kleiner wird. Sie sieht nur zwei Möglichkeiten: Entweder steigt man zu den wenigen Gewinnern auf oder man gehört zu dem großen Heer der Looser. So hechelt man lebenslang dem Perfektionismus hinterher und bedient sich den verschiedenen Angeboten der Konsumgesellschaft, um in ihrem Sinne immer perfekter zu erscheinen. Und gleichzeitig fühlt man immer mehr, je perfekter man glaubt zu sein, wie wenig perfekt man ist. Es vergrößert die Unzufriedenheit mit sich selbst und die Aggression gegen sich selbst, deren Ursache der Verrat in der Kindheit an sich selbst war aus Liebe zu den Eltern.

Entweder kompensiert man dann über die virtuelle Welt, indem man sich in Kinos, Computerspielen usw. mit den Superhelden identifiziert, die die Welt retten oder man begeistert sich für die immer perfekter werdenden Künstlern, wie z.B. Michael Jackson, und übersieht dabei völlig wie sie daran menschlich zerbrechen. Oder man geht sogar in der realen Welt in den Krieg, um zum perfekten Superhelden zu werden, ohne zu wissen, was einen dort wirklich erwartet.

Dieser Perfektionismus setzt natürlich Therapeuten, die finanziell oder psychisch von den Gruppen abhängig sind, unter Stress. Immer mehr versuchen sie die Inhalte den Bedürfnissen der Teilnehmer anzupassen, damit diese auch glauben zu den Gewinnern zu zählen. Das spüren natürlich auch die Teilnehmer und fühlen sich darin bestätigt, das es im Leben darum geht perfekt harmonisch, diplomatisch und ‚heilig‘ zu sein.

Natürlich waren die 68er auch weit von sich selbst entfernt, weil sie durch das angepasste Verhalten,perfekt für die Konsumgesellschaft zu sein, ihrer Eltern geprägt wurden. Aber sie wollten dieses Verhalten auf jede nur erdenkliche Weise loswerden! Deshalb wurde von Therapeuten eine ganze Reihe von Sessions entwickelt, die dann in Poona noch weiterentwickelt wurden.

Obwohl wir heute an dem gleichen Punkt sind wie zu Beginn der 68er, sogar die letzten 20 Jahre noch tiefer in dieses angepasste Verhalten versunken sind, meinen Therapeuten diese alten Sessions seien falsch. Es liegt daran, dass die Therapeuten selbst so angepasst leben. Sie wollen dieses Verhalten nicht loswerden wie die 68er, sondern sie brüsten sich sogar damit, dass ihre Teilnehmer wieder besser in der Gesellschaft funktionieren, nachdem sie in ihren Gruppen waren. Sie sind die Agenten des Systems, die für „friedliche Sklaven“ sorgen – Sklaven, die sich weiter ausbeuten lassen, weil sie gelernt haben ihre Aggression gegen sich selbst nun zu rationalisieren oder konditioniert wurden diese in heilige Verhaltensmuster zu verpacken.

Es ist naheliegend, dass solche Therapeuten diese Ansicht vertreten, die schon von ihrer Prägung in der Kindheit her dazu neigen ihr Verhalten so zu manipulieren, dass ihre Aggressivität getarnt ist, um dadurch als besonders liebevolle Menschen zu erscheinen. Wilhelm Reich nannte diesen Körpertyp: „Masochist“. Es ist deshalb kein Zufall, dass sich dieser Körpertyp nach dem Tod Oshos in der Therapeuten Szene immer stärker durchgesetzt hat.

Erschwerend kommt in Deutschland noch hinzu, dass durch die Unterdrückung in der DDR vielen Menschen in ihrer Kindheit eingetrichtert wurde, den Mund zu halten und den Schein zu wahren, um überleben zu können. Es ist wie in der Politik (Angie,…): Es haben sich in den letzten 20 Jahren, solche Therapeuten durchgesetzt, die alles aussitzen können ohne dass ihre Aggressionen sichtbar werden. Natürlich sind sie mit diesem angepassten Verhalten ein Vorbild für ihre Teilnehmer. Dadurch prägen sie ein angepasstes Verhalten, durch welches die Teilnehmer noch besser in der Gesellschaft funktionieren werden. Die Aggression gegen sich selbst wird dadurch noch weiter verstärkt.

Mitgefühl und die romantische Vorstellung vom Buddhismus

„Mitgefühl“ ist mittlerweile eine Worthülse, die besonders durch den Einfluss des „Buddhismus“ wieder sehr trendy ist. Seit Jahrhunderten ziehen die Buddhisten mit dem Statement, ihnen ginge es immer nur ums Mitgefühl, durch die Welt. Diese romantische Vorstellung vom Buddhismus steht im Gegensatz zu der rigiden Vorgehensweise gegen sich selbst in ihrer Religion in Asien. Zu ihren obersten ethischen und moralischen Idealen gehörte es, kein Lebewesen zu verletzen oder gar zu töten. Aber auch aus dem Christentum kennen wir derartige Lippenbekenntnisse, z.B. die Nächstenliebe, sogar die Feindesliebe. Aber jeder weiß, dass die Kreuzzüge gegen die Ungläubigen im Mittelalter die wahre Seite des Christentums zeigte. Ebenso gab es im alten Tibet blutige Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern verschiedener Ausrichtungen des Buddhismus. Die Mehrheit der japanischen Buddhisten hatte zwischen 1930 und 1940 die Bündnispolitik ihrer Regierung mit dem faschistischen Hitler-Deutschland unterstützt. Im heutigen Sri Lanka reagiert die buddhistische Mehrheit der Singhalesen sehr heftig auf die Autonomiewünsche der hinduistischen Tamilen. Politik ist immer ein Geschäft mit der Gewalt!

Unabhängig von der seltsamen Haltung im früheren buddhistischen Staat Tibet, in dem sich die Buddhisten als besondere Menschen betrachtet haben sollen, sehen wir heute mit Erschrecken in Myanmar (Birma) wie Buddhisten mit Minderheiten umgehen. Sie haben eine Stimmung gegen die moslemische Minderheit der Rohingya in ihrem Land organisiert, so dass es immer wieder zu Pogromen kommt. Seit dem Ende der Militärdiktatur in Myanmar 2011 schüren buddhistische Mönche den Hass auf die Muslime. Bei schweren Unruhen 2012 kamen mehr als 70 Menschen um; 140.000 Rohingya wurden aus ihren Häusern vertrieben und von den buddhistischen Behörden in Lager gepfercht. Viele leben dort bis heute hinter Stacheldraht.

Ihr Recht zu leben wurde ihnen von den Buddhisten genommen. Schon mit der Unabhängigkeit Myanmars 1948 erließ die Regierung ein Staatsbürgerschaftsgesetz. Darin verweigerten die Buddhisten den Rohingya die Staatsbürgerschaft. Sie haben im buddhistischen Staat keine Rechte, obwohl ihre Familien seit mehr als 150 Jahren dort leben. Auch den Indern, Chinesen und Bengalen wurde die Staatsbürgerschaft verweigert, wenn sie nicht belegen konnten, dass sie seit Generationen dort lebten. Selbst die „demokratische Opposition“ wagt es nicht gegen diese von Buddhisten initiierte Volkshetze vorzugehen. Mittlerweile (2015) verlassen die Rohingya zu Tausenden das Land, viele kommen dabei um.

Mitgefühl und Aggression

Das entscheidende Gift gegen jedes Mitgefühl ist offensichtlich sich als was Besseres zu fühlen. Gleichzeitig beginnt ein Prozess sich abzuschotten gegenüber allem Fremden. Daraus entwickelt sich ein Fremdenhass mit starken nationalistischen rechten Gewaltexzessen, wie wir ihn momentan aufgrund der Globalisierung überall erleben.

Diese Entwicklung können wir bis zu dem Punkt des Abschottens in der esoterischen Szene und auch in einigen Therapie-Zentren bemerken. Auch in der Therapeuten Szene ist es „In“ sich gegen andere Therapeuten abzuschotten, nach dem Motto: Wer nicht bei meinem Meister / Lehrer gelernt hat, weiß noch nicht um was es geht.

Das hat mit den Vorstellungen von Gautam Buddha absolut nichts mehr zu tun. Er lehrte so wie auch Osho, dass ein Meister nur in eine Richtung deuten kann, den Weg muss jeder für sich selbst finden und auch selbst zurücklegen. Diejenigen die sich gefunden haben werden zu dem Weg nichts sagen können, er ist viel zu individuell und eigentlich ist es kein Weg. Jedes Wort zu viel darüber würde nur zu oberflächlichen Nachahmungen führen und erneut Menschen davon abhalten sich wirklich auf den Weg zu machen. Deshalb schweigen sie.

Also versucht man in der esoterischen Selbsterfahrungsszene sich an Äußerlichkeiten zu orientieren, die man sich über die großen Erleuchteten so erzählt:

  • Man soll also keine Angst vor dem Tod haben,
  • niemals unglücklich sein,
  • niemals feige erscheinen,
  • ein großes Mitgefühl haben,
  • nur noch das Leben feiern und
  • bis in aller Ewigkeit tanzen.

Indem man die alten Meister nachäfft möchte man die Anerkennung in der Szene bekommen. Wenn man schon sonst im Leben nichts hinbekommen hat, dann soll das Ego wenigstens jetzt mal auf seine Kosten kommen.

Man will ein ganz besonderer Mensch werden. Aber diese Äußerlichkeiten sind wie der Schimmer der Sterne auf dem See, wie es Osho mal beschrieben hat („ The New Dawn“). Wenn man in den See springt wird man die Sterne nicht finden. Unter der Oberfläche sind keine Sterne, kein Himmel, kein Mensch der sich gefunden hat, sondern die blanke Aggression, weil man sich für was Besseres hält. Jeder weiß, je länger man Aggressionen deckelt, umso heftiger ist der Ausbruch. Der Ausbruch wird noch heftiger wenn man über Jahrzehnte in einer sogenannten Buddhistischen Kultur Aggressionen unterdrückt wie in Myanmar (Birma).

Aber auch in der esoterischen Szene begegnen wir solchen Heiligen, die sich mit Äußerlichkeiten schmücken. Aber auch sie haben erfahren, dass mit reiner Gewaltlosigkeit sich keine Politik machen lässt, erst recht wenn die Finanzen immer knapper werden! Der Krieg in Ostberlin zwischen den alten und neuen Yogazentren, der teilweise mit krimineller Energie seit Ende 2014 ausgefochten wird, ist da nur die Spitze des Eisberges als Ausdruck dieser Einstellung.

Die gängige Meinung in der Therapeutenszene ist: der „fremdartige“ Therapeut soll doch erst mal als Groupie bei unserem Lehrer anfangen und auf Linie gebracht werden, bevor er überhaupt ein Recht auf Mitsprache bekommt. Oder man kippt in die entgegengesetzte Richtung und meint wir wollen doch alle das gleiche. Es ist aber nichts anderes als eine vom EGO inszenierte Show angeblich für alles offen zu sein, die dazu führt, dass man nicht mehr „ganz dicht“ ist. Irgendwann kippt dann die Einstellung ins Gegenteil und man verschließt sich wieder. Es ist nur die andere Seite der gleichen Medaille.

Es wird keine Qualität im Herzen entwickelt

die es ermöglicht ohne Vorurteile und Ängste heraus zu finden, wie man die verschiedenen Fähigkeiten „fremdartiger“ Therapeuten sinnvoll mit dem eigenen therapeutischen Vorgehen verbindet. Aber auch das kann man ganz oberflächlich organisieren. Ohne sich selbst gefunden zu haben und zu wissen wie man immer wieder zu sich selbst hin findet, sind auch diese organisatorischen Anstrengungen nur Äußerlichkeiten erstickt in einem süßen Brei.

Was sie nicht bemerken, ist, dass sie ihre innere Spaltung nach außen projizieren, weil sie den Kontakt zu sich selbst verloren haben, weil sie ihr Inneres tief in sich abgeschottet haben. Das Ego kann sich dann mit vorgetäuschtem Mitgefühl aufplustern. Das Wort Mitgefühl wird nur in den Mund genommen, um die Selbstdarstellung aufzuwerten. Bleibt man auf der EGO Ebene wird man immer zwischen den beiden Polen des Abschottens und des zur Schau getragenen sich Öffnens hin und her jonglieren. Es spiegelt die Angst vor dem Erleben des wirklichen Mitgefühls wieder. Auf der anderen Seite führt es zur Unterdrückung und Tod anderer Menschen, wie es uns die Geschichte der Buddhisten in Myanmar (Birma) zeigt.

Trotzdem versuchen immer wieder Therapeuten die Aggression ihres EGOs mit dem Schleier des Mitgefühls zu übertünchen. Auch ihre finanziellen Ambitionen verstecken sie hinter dem Begriff „Mitgefühl“. Sessions, die das Ego der Teilnehmer erschrecken könnten, sind spätestens seit dem letzten Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise von 2009 aus dem Programm genommen worden.

Einige verstecken sich hinter ihren Klienten und täuschen Mitgefühl vor mit den Worten: Ihre Klienten waren in der Kindheit der Aggression ihrer Eltern, der Gesellschaft ausgesetzt und haben darunter gelitten. Dann kann man sie doch nicht jetzt auch noch provozieren. Wo bleibt da das Mitgefühl?

Hier wird etwas ganz entscheidendes verwechselt. In der Kindheit wird dein wirkliches Wesen unterdrückt. Du wolltest die Liebe deiner Eltern, dafür hast du dich selbst aufgegeben und ein Ego aufgebaut, das dich jetzt als Erwachsener weiterhin unterdrückt. Nicht du, dein wirkliches Wesen, könnte erschreckt werden in den Sessions, die sie aus dem Programm genommen haben. Sondern dein EGO, was dich immer noch unterdrückt, könnte dadurch geschockt werden. Es könnte sein, dass du für einen Moment vielleicht die Chance bekommst zu erfahren, wie es sich anfühlt ohne dein EGO zu sein. Aber diese Therapeuten haben ganz offensichtlich ein Mitgefühl für dein EGO, für deinen Sklavenhalter. Deine Erfahrung mit deinem wirkliches Wesen interessiert sie nicht, weil sie Angst haben das ihre Kassen nicht voll werden. Denn solange du dich nicht selbst gefunden hast wirst du bis zu deinem Lebensende immer wieder eine Therapie benötigen, sobald du in der Gesellschaft nicht mehr richtig funktionierst.

Doch nur durch Provokation des Egos, wenn es schockiert ist und dann eventuell kurzzeitig aus der Haut fährt, ist es den Teilnehmern möglich zu erfahren welche Aggression in ihnen schlummert. Nur dadurch können sie sehen wieviel fehlgeleitete Lebensenergie in ihnen steckt, auch wenn die Energie nur für einen kleinen Moment sichtbar wird. Wenn der Teilnehmer mit der Zeit diesen Schockzustand des EGOs nicht mehr abwehrt, seine Energie nicht in Aggression umlenkt, sondern sie wirken lässt, erfährt er, wie er sein könnte, wenn er nicht seinem erlernten Verhalten, seinem EGO, hinterher läuft. Es ist wie in der Geschichte „Der gute Samariter“ von Gurdjieff, in der nur die Provokation dem Ertrinkenden (ein Symbol für die Abhängigkeit vom EGO) hilft. In der christlichen Version dieser Geschichte fehlt die Provokation. Hier hilft angeblich das Sorgen und Aufopfern des Samariters. Natürlich hilft diese Art der christlichen Nächstenliebe sowohl dem EGO des Samariters als auch dem EGO des Ertrinkenden. Die Chance sich selbst zu erfahren wird verhindert.

Diese Provokationen dienen aber nur dazu einen Geschmack von deinem eigentlichen Wesen zu bekommen. Sie geschehen aus einem echten Mitgefühl, ohne dass das Ego des Gebenden oder Nehmenden davon profitiert. Zum anderen zeigen diese Provokationen einem selbst, wo man in seiner Entwicklung gerade steht, je nachdem wie man auf sie reagiert. Insofern sind sie immer mal wieder gut zur Ernüchterung, weil man häufig zu schnell glaubt schon wieder alles im Griff zu haben oder weit genug gegangen zu sein.

Natürlich kennen wir auch Situationen, in denen ein starkes Mitgefühl im Herzen ist, besonders bei einem Menschen, der uns sehr nahe steht. Aber unser Mitgefühl bleibt immer geprägt von unseren Konditionierungen aus unserer Kindheit. Diese Art des Mitgefühls findet nicht jenseits unseres EGO statt, es hat nichts mit echtem Mitgefühl zu tun. Selbst bei einer idealen Begegnung mit einem erleuchteten Meister, dessen Mitgefühl völlig rein ist, würde sein Mitgefühl auf unsere Energie treffen, die noch behaftet ist mit unserer Bedürftigkeit. Deshalb geraten wir in eine Abhängigkeit von diesen Personen, weil wir unsere Bedürftigkeit nach diesem Mitgefühl nicht selbst stillen können, sondern wir brauchen dazu unseren Liebsten oder gar einen Meister.

Um diese Abhängigkeit zu verlieren und um wirkliches Mitgefühl entwickeln zu können, müssen wir zu diesem „egolosen“ Zustand selbst finden. Der Zugang dahin wurde uns aber durch die Schamanen, Priester, Gurus und auch den heutigen Therapeuten verbaut, weil sie  nur durch unsere Abhängigkeit Geltung bekommen und ihr Geld verdienen.

Da in unserm Kopf unsere Glaubensätze aus der Kindheit festsitzen und unsere Gefühle durch unsere Ängste aus der Kindheit geprägt sind, müssen diese Bereiche gereinigt werden, bevor die kosmische Energie im Beckenboden überhaupt in der ursprünglichen Form ankommen oder gar wieder aufsteigen kann, um im Herzen zum reinen Mitgefühl zu werden.

Unten im Becken hat sich die Aggression aus unserer Kindheit tief eingegraben, weil wir unser Selbst in der Kindheit verraten haben, um die Liebe von unseren Eltern zu bekommen. Wenn wir diese Aggression in Encountern hoch holen und mit allen Emotionen ausdrücken, ohne uns oder andere körperlich zu verletzen, dann haben wir die Chance, dass auch die darauf liegenden Ängste mit hoch kommen und der Gefühlsraum dadurch entleert wird.

Das MITGEFÜHL und das „SCHWARZE LOCH“

Und das ist nicht mit einem Mal getan, sondern dieser Raum muss immer wieder gereinigt werden, da wir ihn immer wieder neu zumüllen. Das ist besonders dann der Fall, wenn wir uns nicht unserem Schwarzen Loch, die Stelle der größten Verletzung in der Kindheit, zu wenden, und es nicht immer wieder geduldig und neutral beobachten, es nicht ins Herz nehmen, nicht in Meditation fallen und nicht darüber hinaus wachsen.

Ohne das Erreichen dieser tiefsten Stelle der Verletzung aus der frühen Kindheit ist keine Meditation möglich, ist der Encounter nur oberflächlich und dient allerhöchstens zum erneut besseren funktionieren in unseren gewohnten Mustern. Das zur Show getragene sogenannte Mitgefühl dient dann zur besseren Vermarktung des eigenen EGOs.

Viele glauben sogar sie bräuchten ihr Becken – ihren Gefühlskanal bis tief unten – nicht zu reinigen, sondern sie bräuchten die kosmische Energie nur von Oben ins Herz fallen zu lassen. Nach weiter unten wollen sie nicht hin schauen, da kann ruhig alles vergammeln. Hauptsache oben ist alles heilig. Das ist die Angst vor dem eigenen Unterbewussten. Das haben die Religionen seit Jahrhunderten gepredigt. Das macht jeden Einzelnen abhängig von der Priesterschaft, egal welcher Couleur bis hin zum heutigen Buddhismus.

Osho erzählt dazu eine schöne Geschichte über Balaji, ein sehr heiliger Mann aus Oshos Nachbarschaft, der 3 Stunden morgens und 3 Stunden abends das ganze Dorf belästigte mit seinem heiligen Getöse und Geschrei in seinem Tempel. Aber gegen einen heiligen Mann, der angab vor nichts Angst zu haben, darf man ja nichts unternehmen. Osho tat sich mit 3 anderen zusammen und stellte diesen Heiligen während er in seinem Bett schlief auf einen Brunnen. Als er aufwachte schrie er vor Angst. Es war ein Schrei, von dem er später sagte, dass es nicht er war, der da geschrien hat. Der Schrei kam tief aus seinem Unbewussten.

Er war Osho noch Jahrespäter für diesen Streich sehr dankbar, weil er noch lange mit dieser Angst arbeiten konnte. Er hatte danach seinen Tempel aufgelöst und seine heiligen Schriften vernichtet, weil er sie dann nicht mehr nötig hatte.

Diese Stelle des Unterbewussten muss in der Therapie natürlich mit ganz anderen Methoden erreicht werden. Es ist die Stelle, die tief in unserem schwarzen Loch liegt. Erst wenn wir diese tiefe Angst immer wieder kennengelernt und in unser Herz genommen haben, kann die Angst sich langsam auflösen. Erst dann ist Meditation möglich. Ohne Meditation ist jedes Mitgefühl nur ein gespieltes Mitgefühl eines raffinierten EGOs.

Beschäftigt man sich nur mit den darüber liegenden Ängsten, nur mit den Blättern oder Zweigen des eignen Angstbaumes, wird man für eine Weile in der Gesellschaft wieder gut funktionieren. Erst wenn man sich mit den Wurzel seines Angstbaumes auskennt, sein eigenes schwarzes Loch kennengelernt hat ist Mitgefühl möglich.

Geht man wiederholt tief in sein „Schwarzen Loch“ hinein, kann es sich anfühlen wie ein Raum, der sich innerlich öffnet und sich dabei ganz tief nach unten ausdehnt, während er sich gleichzeitig noch oben weitet und feinstofflicher wird. Die Erfahrung ist, dass eine feinstoffliche Erfahrung, eine Erfahrung des Mitgefühls ohne die Ausdehnung des inneren Raums bis tief ins Becken, nicht möglich ist. Der Versuch Mitgefühl zu empfinden ohne seine tiefen Schattenwelten zu integrieren, wie es uns die Priester seit Jahrhunderten predigen und wie es in der esoterischen Szene in ist, führt zu Unfrieden, Streit und letztendlich zu Krieg. Denn dieses Mitgefühl wird vom deinem EGO vorgeheuchelt und führt zum bewussten oder unterbewussten Misstrauen gegenüber jeder Art von Mitgefühl.

 Die Therapeuten verstecken sich immer mehr hinter traumatisierten Teilnehmern

Therapeutisch kann man soweit aber nicht immer gehen, wenn in der Gruppe traumatisierte Teilnehmer, Drogenabhängige oder ehemalige Drogenabhängige und Schwerkranke sind. Dazu muss der Therapeut ganz spezielle persönliche Erfahrungen mitbringen. Er muss sich dann auch bewusst sein, dass solche Teilnehmer eine eigene Gruppe brauchen und außerdem eine spezielle Begleitung durch Einzeltherapie nötig haben. Noch vor 20 Jahren wurden Jahresgruppen als Basistherapie für alle Teilnehmer angeboten, während für die tiefergehende Arbeit mit dem „Schwarzen Loch“ traumatisierte Teilnehmer nicht zugelassen, sondern separat in Einzeltherapie weiter begleitet wurden.

Jedoch aus ökonomischen Gründen nehmen spätestens seit der Wirtschaftskrise auch traumatisierte Teilnehmer in der normalen Gruppentherapie bis zum Schluss teil.

Die traumatisierten Teilnehmer würden aber eine Psychose bekommen, wenn sie in ihr „Schwarzes Loch“ fallen. Selbst wenn sie diesen Prozess nur bei einem anderen Teilnehmer miterleben würden, können sie in eine Psychose hineingeraten. Ebenso wird diese intensive Art der Therapie bei Teilnehmern deren Synapsen zu weit geöffnet sind – bedingt durch vorherige Drogenabhängigkeit – nicht ohne psychischen Schaden ablaufen können.

Die Folge ist, dass diese Erfahrung mit dem „Schwarzen Loch“ von den Therapeuten vermieden wird. Das geht auf Kosten der Entwicklung der anderen Teilnehmer, die dadurch ihr wirkliches Mitgefühl nicht erfahren können.

Den Therapeuten ist das aber nicht mehr bewusst, weil die Bedeutung entsprechender Sessions seit Jahrzenten in Vergessenheit geraten ist. Die Sessions verlaufen nur noch oberflächlich. Die Therapeuten haben selbst nie wirkliches Mitgefühl erfahren, oder ihre Erfahrung mit dem eigentlichen Mitgefühl liegt bereits Jahrzehnte zurück. Die Folge ist, dass sie nur noch Mitgefühl mit dem EGO der Teilnehmer und damit mit ihrem eigenen EGO haben können, gleichgültig wie gut sie es meinen.

OSHO hat mehrfach darauf hingewiesen, dass wir nur in Freiheit zum Mitgefühl finden werden

Welche Freiheit hat er wohl gemeint?

Ist damit gemeint, dass wir endlich das tun sollen was wir wollen, wie es uns in der Therapie häufig angeraten wird? Wer will da was? Ist es mein EGO oder bin ich das, der etwas will? Und will ich überhaupt etwas?

Natürlich ist es erst einmal richtig die Teilnehmer aufzufordern und in Sessions da hin zu führen, das zu tun was sie eigentlich wollen. Aber es ist auch selbstverständlich, dass wir erst einmal nur authentisch sein können mit unserem EGO, mit unserem von anderen erlernten Verhalten. Unser EGO wird uns sofort einreden, dass wir authentisch mit uns selbst sind.

Sei authentisch!

Aber mit wem und mit was in uns sind wir authentisch?

Diese Aufforderung ist zu einem Spruch der Esoterik- und Therapeuten-Szene geworden. Denn was für eine Wahrhaftigkeit ist das, wenn ich mit meinem EGO authentisch bin? Vielleicht werde ich die Maske, die mein EGO verdeckt, fallen lassen. Es werden die Teile des Egos zum Vorschein kommen, mit dem ich in der Gesellschaft nicht akzeptiert werde. Und schon glaube ich jetzt wäre ich frei, ich würde alles tun was ich will. Aber in Wirklichkeit bin ich immer noch nicht authentisch mit mir, weil ich mich noch gar nicht kenne.

Ich gehorche noch immer meinen Ängsten aus meiner Kindheit, meinen anerzogenen Reaktionsmustern. Ich bleibe weiterhin manipulierbar. Das trügerische Gefühl von Freiheit kommt daher, dass ich zum einen mehr wage mein EGO zu zeigen und zum anderen weil mir von Therapeuten bestätigt wird, das ich doch jetzt viel offener sei. Außerdem brauchen die Therapeuten die Bestätigung für ihre Therapeuten-EGOs, dass sie doch gute Arbeit geleistet haben.

Die Therapeuten und Teilnehmer geben sich mit oberflächlichen Erfahrungen zufrieden

Wenn die Sessions nur an der Oberfläche bleiben, bleibt der Teilnehmer in seinem EGO. In diesen Sessions ist es als wenn der Teilnehmer gegen den Strom schwimmt. Sobald er aufhört – das Seminar zu Ende ist –  treibt er wieder in die ihm bekannten Gefilden seines EGOs zurück. Gegen den Strom schwimmen ist und bleibt sehr anstrengend, darum hört er nach der Therapie damit wieder auf. Sein EGO ist dann meistens noch aggressiver, als wenn er nie eine Therapie gemacht hätte. Wenn der Teilnehmer aber tiefer in den Strom eintauchen würde, wenn er bis zu seinem „Schwarzen Loch“ vordringen würde, dann könnte er erleben, dass die Strömung weiter unten genau in die entgegengesetzte Richtung geht und es wird ihm leicht fallen seinem eigenen Strom zu folgen. In der esoterischen Szene prahlt man Leichtigkeit erreicht zu haben, wenn man dem oberflächlichen Strom folgt. Die wirkliche innere Leichtigkeit wird man aber erst tief in sich selbst finden.

Früher wurden die Sessions zur Selbsterfahrung jedoch eigentlich angeboten, damit die Teilnehmer den Widerspruch zwischen ihrem EGO und sich selbst erfahren. Wenn jedochdie Wahrnehmung für das eigentliche Sein nicht erfahren wurde – welcher Therapeut hat dies heute schon – dann ist die Aufforderung authentisch zu sein, nichts anderes als eine Aufforderung an die Teilnehmer die Bedürfnisse ihres EGOs auszuleben.

Das aber führt dazu, dass der Teilnehmer nach der Therapie noch stärker als vor der Therapie sein EGO durchsetzen will, dass der Teilnehmer sich noch mehr mit seinem EGO identifiziert um weiterhin „authentisch zu sein“. Die jetzt noch größere Freiheit des EGOs führt zu noch stärkerer Unterdrückung der Liebe und des daraus wachsenden Mitgefühls.

Diese vermehrte Aggression des EGO können wir in den letzten 20 Jahren nicht nur bei den Bänkern sehen oder in den immer aggressiveren weltweiten Kriegen, sondern auch bei uns selbst. Es war und ist ein Irrglaube zu glauben, das würde sich schon von selbst regeln. Wenn das EGO sich nur noch weiter aufbläst, dann wird es schon von alleine wieder zusammenbrechen.

Die ist auch ein Irrglaube unter den Therapeuten, zum einen das das EGO überhaupt zusammenbrechen kann und zum anderen das dann wie von allein sich die innere Welt öffnen würde. Das EGO kann sich immer wieder neu regenerieren, es kann sich sogar wieder neu erfinden. Es besitzt kein Selbstmordprogramm. Es ist wie mit Krebszellen, sie wachsen immer weiter, sie haben ihr natürliches Programm zur Selbstauflösung abgestellt. Es ist wie mit der kapitalistischen Weltwirtschaft Es gibt keine Grenzen. Was das bedeutet können wir momentan weltweit sehen. So ist es auch im Innern. Das EGO kann nur für einen Moment durch eine Provokation geschockt werden, wie tiefgefroren verharren, wenn unsere Wahrnehmung sensibel genug ist können wir einen kleinen Blick in uns hineinwerfen. Alles was dann folgt ist abhängig von unserer Entscheidung uns selbst finden zu wollen, die wir immer wieder neu treffen müssen. Wenn wir uns nach dieser Entscheidung richten, sind wir jenseits des Mechanismus vom EGO, jenseits von der Software unseres EGOs.

Wir kommen nicht darum die Oberflächlichkeit in der Therapie zu verlassen. Wir müssen den Graben zwischen unserem Ego und was wir wirklich wollen immer wieder neu erfahren, schmecken, riechen, spüren, ertasten. Aber dazu ist eine Therapie notwendig, die uns die Chance gibt uns selbst zu sehen und wenn es nur Momente sind in denen es uns möglich ist, damit wir ein Gespür, einen Hauch, einen leichten Duft von uns selbst erhaschen können. Nur so erfahren wir in welche Richtung wir uns bewegen müssen, um uns näher zu kommen.

……………………

Aber wie kommen wir zur Freiheit jenseits des EGOs?

Wie kommen wir zum Mitgefühl?

Osho versucht zu erklären wie wir durch die zwei Einweihungen zum Mitgefühl gelangen können. Mit den Ausführungen Oshos über die zwei Einweihungen wird aber auch deutlich wie lange schon die Menschheit versucht zum Mitgefühl zu finden.

Gleichzeitig ist es kaum zu glauben wie viele Irrwege zum Mitgefühl die Schamanen, Priester und Therapeuten der Menschheit schon aufgeschwätzt haben

Oshos Meditationen, die „Dynamische Meditation“ und die „ Kundalini Meditation“ sind wie genial komprimierte Türöffner für unser Mitgefühl. Wie durch diese Meditationen deutlich wird, kann das Mitgefühl nur durch die Energie im Beckenboden genährt werden. Es fällt nicht einfach von Oben in unser Herz hinein, so wie es uns im Westen die Kirche bzw. die neuen Prediger der Esoterik oder im Osten die Gurus immer vorgaukeln. Das persönliche Herz, unser EGO, das wie ein Schutzpanzer mit stählernen Bändern über unserem wirklichen Herzen liegt, wird davon profitieren. Natürlich haben auch die Gurus und Priester davon profitiert und profitieren noch immer davon.

Die Kosmische Energie muss erst im Beckenboden aufgefangen werden, sich ansammeln, um dann geweckt werden zu können, damit sie ins Herz aufsteigen kann. Dazu muss aber bis tief im Beckenboden, bis ins „Schwarze Loch“ hinein, alles erfahren worden sein und im Herzen seinen Platz bekommen haben. Wenn wir unsere Aggression – letztendlich auch aus dem Schwarzen Loch – in Sessions ausdrücken, dann haben wir eine Chance, dass unser innerer Raum entleert wird. Das ist der Zustand, der mit der Aufforderung gemeint ist:

„Werdet wie die Kinder!“

Es geht nicht darum, dass wir wie alberne Teenies werden. Auch unsere kindlichen Machtspiele  gegen Papa oder Mamma oder gegen die Geschwisterkinder sind nicht gemeint. Der Schrei nach mehr Bedürfnisbefriedigung hat nicht im Entferntesten damit zu tun. Trotzdem bleiben die Teilnehmer in den sogenannten Primärgruppen an dieser Stelle stecken. Denn die Therapeuten bieten nur Sessions an, um die eigene Bedürftigkeit zu erfahren, aber keine Sessions die darüber hinausgehen, weil sie selbst vielleicht noch in der sogenannten Primärerfahrung feststecken. „Werdet wie die Kinder!“ wird somit zum Spruch in der esoterischen und therapeutischen Szene. Ein Spruch der die Teilnehmer in der Bedürftigkeit halten soll, damit sie nicht frei werden, sondern bedürftige Konsumenten unserer Gesellschaft bleiben, zum Wohle der Gewinnmaximierung einiger weniger.

Werdet wie die Kinder!“ bedeutet innerlich völlig unschuldig leer zu sein! Da ist kein Gedanke, keine Angst oder daraus resultierende Gefühle, ja noch nicht einmal ein Körper, kein ich und kein du; es gibt kein Innen und kein Außen.

Aber es ist auch nicht damit getan, wenn wir es einmal erlebt haben, weil wir diesen sogenannten inneren Raum immer wieder neu zumüllen. Vernachlässigen wir unser inneres Sein wird das sogenannte Mitgefühl schmierig, bekommt einen fauligen Geruch und wird klebrig, weil es zum Mitgefühl des EGOs geworden ist.

………………..

Es ist immer wieder zu beobachten, dass Teilnehmer, die aus psychischen Gründen eigentlich keine Gruppentherapie vertragen, in den Gruppen aus finanziellen Gründen gehalten werden. Manchmal ist es auch das Therapeuten EGO, das glaubt in diesem extremen Fall sich beweisen zu müssen. Oder der Teilnehmer unterhält die Gruppe aufgrund seiner Konversations Neurose sehr gut, so dass die Therapeuten weniger Arbeit haben. Vor 25 Jahren wären diese Teilnehmer noch aus der Gruppe hinausgebeten worden und einem Therapeuten zur Einzeltherapie übergeben worden.

Auch das ist ein weiterer Grund warum die Selbsterfahrungsgruppen seit 1995 immer mehr an Qualität verloren haben. Sie liegen weit hinter dem zurück was zu Oshos Zeiten an Inhalte transportiert wurde. Denn was ist die Folge der Abhängigkeit der Therapeuten von diesen Teilnehmer, sie müssen das Niveau herunterfahren, damit die psychisch sehr labilen Teilnehmer in der Gruppe bleiben. Über ganze Strecken bestimmen diese Teilnehmer den Verlauf des Gruppenprozesses, der ihnen selbst nur schadet, und schaden damit auch den anderen Teilnehmern, die nicht von der Stelle kommen. Oder zu dem Schluss kommen, sie hätten sich doch ganz gut im Griff im Gegensatz zu den psychisch Kranken.

Und was fordern die Teilnehmer zunehmend ein?

Sie wollen natürlich aufgrund des beruflichen Stresses kein Burnout mehr haben. Sie wollen dem Mobbing entgehen. Partnerschaft, Familie und Beruf sollen perfekt organisiert sein und alle Konsumangebote vom TV über Handy bis zur perfekten Südseereise wollen sie wahrnehmen können. Gleichzeitig ist der persönliche Stress mittlerweile so groß, dass alle Mittel recht sind, um ganz schnell Ruhe finden zu können. Gruppenleiter, die das nicht liefern, sind out, denn es gibt genügend, die mit Surrogaten, mit esoterischen Ritualen, die Bedürfnisse ihrer Teilnehmer schnell bedienen, so wie es die Teilnehmer aus der Vergnügungsindustrie gewohnt sind. Da es sich aber nur um eine oberflächliche Stille handelt, müssen immer neue, immer extremere Rituale her, damit die Teilnehmer oberflächlich wieder zur Ruhe finden, um weiterhin am Arbeitsplatz, in der Familie bestehen zu können.

Dieses Ruhigstellen an der Oberfläche führt weder zur notwendigen Selbstfindung noch zu notwendigen Veränderungen am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft. Unter der Oberfläche braut sich aber der persönliche Zusammenbruch zusammen! Viele Teilnehmer nehmen dann eine weitere Dosis Opium zu sich, indem sie immer wieder Therapiegruppen besuchen oder die anderen gesellschaftlichen Angeboten annehmen, um sich ruhig zu stellen, während sie gleichzeitig ihre Aggresivität gegen sich selbst erhöhen.

Wir können von der spirituellen Entwicklung von Indien lernen, indem wir nicht in die gleiche Sackgasse laufen!

Vor 40 Jahren waren wir noch in einer ganz anderen Situation: Damals bestand kein wirtschaftlicher Druck, der zu so extremen nervlichen Belastungen des Einzelnen führte. Wir spürten damals die Sehnsucht nach einer anderen Gesellschaftsform und nach einem Weg zum Inneren Selbst, weil wir unzufrieden waren mit den Antworten der Religionen und der Gesellschaft auf gesellschaftliche und spirituelle Fragen. Weil die Unsinnigkeit des vor sich Hinlebens im Konsum bei gleichzeitigen Hungersnöten in der Welt bis hin zum Vietnamkrieg den Glauben an das System zerstörte. Daraus entstand der Drang die Wahrheit über die Gesellschaft und über sich selbst zu erfahren. Die gleichen esoterischen Rituale von heute wurden deshalb damals aus ganz anderen Gründen ausprobiert.

Man hatte ein ganz anderes Ziel, man wollte nicht wie heute in den gesellschaftlichen Normen funktionieren, sondern man wollte auf allen nur erdenklichen Weisen aussteigen aus diesem gesellschaftlichen und persönlichen Wahnsinn.

Heute dienen die gleichen Rituale dazu von seinem Inneren Weg abgehalten zu werden. So wie in Indien nach dem dortigen wirtschaftlichen Zerfall die gleichen Rituale der Gurus die Menschen lethargisch machten, so manipulieren die Therapeuten ihre Klienten nun im Westen so, dass sie zu funktionierenden Rädchen der Gesellschaft werden. Wir können nicht so tun, als ob wir noch wie vor 40 Jahren leben würden. Andere Methoden müssen gefunden werden. Andere alte bekannte Wege für diese Phase müssen gewählt werden, um Teilnehmer auf dem Weg zu sich selbst zu unterstützen. Und wir brauchen Therapeuten, die finanziell und spirituell unabhängig sind von der Ideologie des Systems.

Tatsächlich wirst du nur selten jemandem begegnen, der dich unterstützt, damit du auf deinem Weg bleibst. Dieser muss selbst einen Geschmack von seinem Weg bekommen haben, sonst wird er wie alle anderen versuchen dich wieder ins Gefängnis zurück zu zerren. Alles geschieht nach dem Glaubenssatz:

Wenn ich viel dafür geleistet habe, um mich in meinem Gefängnis wohlzufühlen, dann kann es nicht sein, das ein anderer es sich so leicht macht und einfach aus seinem Gefängnis ausbricht; das ist nicht verantwortungsvoll, das darf nicht sein!

Momentan wird sogar versucht in Filmen („Sommer in Orange“, „Die Kinder der sexuellen Revolution“) ein Klima zu schaffen, indem die Menschen, die auf der Suche nach sich selbst waren und nach Indien gingen, als haltlose Egoisten hingestellt werden, weil sie es gewagt hatten aus der Kleinfamilienstruktur auszubrechen, weil sie ihre Familien verlassen hatten. Solche Menschen müssen verurteilt werden, das ist die staatlich anerkannte Ideologie.

Aber ist das zunehmende Singledasein, sind die vielen Alleinerziehenden und die vielen Scheidungen nicht ein stiller Protest gegen die Kleinfamilie?

Ist diese Art des Protests nicht auch eine hilflose Reaktion, weil man die Alternative in einer Kommune zu leben nicht mehr kennt und auch nicht weiter entwickelt hat? Warum werden diese Menschen in der Therapie als beziehungsunfähig hingestellt? Wie glücklich sind die Therapeuten, wenn sie Klienten in ihrer Gruppe als Paar verkuppelt haben, ohne jedoch eine Alternative zur herrschenden Beziehungsstruktur entwickelt zu haben. Sind die Verkupplungsversuche vieler Therapeuten mit dem sie ihre Klienten wieder in eine glückliche Kleinfamilie zurückführen wollen, nicht eher bedingt durch ihre eigene Hilflosigkeit oder weil sie Angst vor der echten sexuellen Befreiung haben?

Therapeuten von heute sind die Priester von gestern und die Schamanen von früher!

Alle drei haben eins gemeinsam: Sie wollen die Menschen von der Erfahrung mit dem Ganzen abhalten. Unter dem Deckmantel von Heilsversprechen, Psychotherapie oder spirituellen Megaerfahrungen, wird ein Ego aufgebaut, entsprechend den kulturellen, politischen und religiösen Anforderungen der jeweiligen Gesellschaft. Sie leisten damit einen Beitrag für die von der jeweiligen Gesellschaft geforderte Selbstausbeutung, für die Akzeptanz sozialer und religiöser Unruhen. Dieses geschieht momentan in Burma, wo die Buddhisten versuchen die Moslems zu vertreiben. Auch ist bekannt, dass die schamanistischen Rituale aus einer Zeit stammen, in der sie für die Akzeptanz der Ermordung von feindlichen Nachbarstämmen gesorgt haben.

„Psychos im Kanzleramt“

Diese Pressemeldung im Januar 2015 hat nichts damit zu tun, dass Angie selbst eine psychologische Betreuung braucht, obwohl das einige vermuten mögen. Hat sie sich doch in der Öffentlichkeit darüber empört, dass die NSA ihr Telefon abgehört hat. Sie wusste aber schon mindestens seit 2008, dass der BND und die NSA Politiker abhören und Wirtschaftsspionage in Europa betreiben. Man könnte hier ja ein gespaltenes Persönlichkeitsbild vermuten.

Es geht aber eher darum die Fähigkeit von Psychologen zu nutzen um die Öffentlichkeit noch überzeugender hinters Licht zu führen. Ganz offensichtlich ist sie davon überzeugt, dass die tiefenpsychologischen Einsichten der Psychologen sie weiter an der Macht halten können. Diese Art von Unterstützung für Herrschende ist nichts neues, denn schon zu Zeiten der Pharaonen wurden die Priester – heute sind es die Psychologen – eingesetzt um die Macht der Pharaonen zu erhalten.

„Die Weltbank und ein Hauch von Heiligkeit“

Auch die jüngste Initiative der Weltbank vom April 2015 zeigt deutlich, dass es ihr möglich ist religiöse Führer vor ihren Karren zu spannen, wenn man diese nur gebührend mit „Eurer Heiligkeit“ anspricht. Alle Religionen waren vertreten: die Christen, die Moslems die Buddhisten,…. Nur solche die nicht an einen Gott glauben wurden nicht eingeladen. Bei den Buddhisten machte man eine Ausnahme, denn sie haben sich schon immer als staatstragend erwiesen auch wenn sie keinen Gott haben. Alle religiösen Führer ließen sich für die Geschäfte des US Kapitals (Weltbank) benutzen, obwohl die Weltbank sich weigert die Stimmenverteilung in ihren Gremien zu Gunsten der Entwicklungsländer und Schwellenländer zu verschieben. Ihre Umwelt- und Sozialstandards sind mit ein Grund für die Armut auf unserer Welt. Nun sollten die geistlichen Führer dieses Vorgehen der Weltbank verschleiern, denn nicht immer hören die Leute auf ihre politischen Führer, die normalerweise Politik für die Weltbank machen, aber 84% der Weltbevölkerung hört auf ihre Priester, Rabbis, Imame, Schamanen und Gurus. Nun sollen die „Heiligen“ dafür sorgen, dass die Menschen der Politik der Weltbank folgen, damit sich nicht die Konkurrenzbank, die von Schwellenländern neu gegründete wurde, durchsetzen kann. Die Politik der Weltbank sollen sie verknüpfen mit Gottvertrauen, Nächstenliebe und Mitgefühl.

Es ist kaum zu glauben, dass uns dieses nun als Fortschritt, als Weg zu uns selbst, als Verbindung mit dem Ganzen verkauft wird. Aber die seelische Not der Menschen in unserer Zeit ist mittlerweile so groß, dass sie bereit sind alles zu glauben, nur um ein wenig Frieden zu finden, ist dieser auch noch so oberflächlich.

Ich habe noch keine Therapeuten erlebt, die offen und ehrlich empathisch bleiben, wenn sie einem Teilnehmer begegnen der auf seinem Weg ist!

Am liebsten schmollen sie dann, stieren vor sich hin, verstecken sich hinter ihrer professionellen Distanz und warten auf den Moment, an dem sie es dem „ Rebellen“ heimzahlen können. Häufig holen sie sich Unterstützung von ihren Kollegen oder anderen Teilnehmern, natürlich hinter dem Rücken des betreffenden Teilnehmers und sprechen sich verbal oder nonverbal ab, wie sie gegen diesen Teilnehmer vorgehen können. Dieser Konflikt kann sie auch bis in den Schlaf hinein verfolgen, weil sie mit dem Therapeuten-Ego den äußeren Schein wahren wollen, während sie gleichzeitig innerlich ihre Aggressionen gegen den ‚Rebellen‘ spüren. Gegenüber anderen Teilnehmern sind sie dann besonders zuckersüß. Es ist nichts anderes als Mobbing, aber es wird als Therapie, als Liebe verkauft.

Sie können nichts dafür, weil sie selbst nicht wissen was Liebe ist. Aber sie betreiben das gleiche Geschäft wie die Priester, die im Namen Gottes die verlogene Liebe unter die Menschen verbreiteten, während sie gleichzeitig die Waffen weihten.

Es ist das verlogene Bild von Liebe, dass wir in die Wiege gelegt bekommen haben, weil unsere Eltern es uns unbewusst vorgelebt haben, weil die Gesellschaft uns Liebe als gutes Geschäft schmackhaft machen will (Heirat, Kinder, Familie, Haus, Enkelkinder..), weil uns Hollywood Filme Liebe als zuckersüßes Lebenselixier verkaufen. Es hat dazu geführt, dass wir liebensunfähig geworden sind.

Der Film „Nymphomaniac“ (Regie: Lars von Trier) zeigt diese Verirrungen wenn Liebe verloren gegangen ist. Er zeigt die Verstrickungen in die Sexualität bis hin zur Sucht sehr deutlich, in die wir alle mehr oder weniger verwickelt sind und die uns liebesunfähig halten.

Nicht nur der Beichtstuhl ist gegen die Liege beim Psychotherapeuten ausgetauscht worden. Therapeuten glauben auch in Selbsterfahrungsgruppen zu der besseren Sorte Mensch zu gehören, die sich nicht mehr ihre Schatten ansehen müssen. Warum sonst meiden sie selbst die Dynamische oder die AUM Meditation wie der Teufel das Weihwasser! Sie weigern sich auch diese Meditation mit ihren Teilnehmern zusammen zu machen, denn es könnte ja sein, dass sie von ihren Klienten gesehen werden wie sie wirklich drauf sind! Und der ganze Popanz der sogenannten „Professionellen Distanz“ könnte wie ein Kartenhaus zusammenfallen!

Sie haben vergessen, dass der Weg zum Licht immer

durch ihre eigene Hölle geht!

Es steckt die Vorstellung dahinter, dass es nur am Anfang der Therapie notwendig ist in die eigene Hölle zu gehen. Deine eigene Hölle ist immer da, nur solange du mit dem Ganzen verbunden bist löst sie sich auf! Verlierst du den Kontakt zum Ganzen, ist deine eigene Hölle wieder da, manchmal noch heftiger als vorher! Erst wenn du deinen Weg mit voller Hingabe gehst kann sich das ändern.

Die eigene Hölle ist aber nicht vorbei, wenn du in sie hineingeschaut hast und sie dann mit einem Deckel verschließt! Dann bist du wieder an dem Punkt, an dem du vor der Therapie schon mal warst. In der Therapie ohne Verbindung zum Ganz passiert genau das! Das frustriert dich, denn wofür hast du die Therapie gemacht? Um dich selbst etwas zu beruhigen, kannst du dir vorgaukeln, dass sich doch dein Verhalten durch die Therapie verändert hat. Aber wenn du ehrlich bist, dann weist du, dass dein jetziges Verhalten nur raffinierter ist als deine alten Verhaltensmuster. Du weißt, dass sich in deiner Tiefe nichts geändert hat.

Genau an diesem Punkt sind die meisten Therapeuten. Von daher sind sie meistens ärmer dran als ihre eigenen Klienten. Spätestens wenn diesen Therapeuten von unliebsamen Teilnehmer wieder ein Spiegel vorgehalten wird, brechen ihre Aggressionen wieder durch, bis hin zu körperlichen Grenzüberschreitungen.

Auch die Versuche mit einem 3 tägigen Retreat, in dem man sich im Therapeuten-Kollegenkreis nur positive Feedbacks gibt, scheinen nur eine oberflächliche Ruhe zu erzeugen.

Sobald rebellische Teilnehmer auftauchen, auf die man laut unbewussten Gruppenkonsens projizieren darf, kommt bei den Therapeuten die Aggression durch die Hintertür wieder herein. Vorne herum ist man scheinbar in Liebe! Aber der eine oder andere Therapeut zeigt deutlich wie es im Innern brodelt. Entweder versucht man seine Aggressionen hinter finanziellen Strategien zu verstecken, oder versucht sie durch Manipulation bis hin zu Verkupplungsversuchen zu tarnen. Einige Therapeuten begehen sogar körperliche Grenzüberschreitungen.

Ganz offensichtlich führt dieses Deckeln von Aggression zu einem härteren Ausagieren der eigenen Wut. Es ist wie beim Mantra-Singen: Wenn danach ein Raum für Encounter geschaffen wird, ist die Entladung viel heftiger bei Teilnehmern die sich mit Encounter auskennen.

Auch die falsch verstandene professionelle Distanz, die nichts anderes ist als die Scheinheiligkeit der Priester, führt dazu, dass Therapeuten zum Beispiel

  • wochenlang wegen rebellischen Teilnehmern schmollen können, ohne sich zu outen
  • nächtelang über diese Teilnehmer mit ihren Kollegen reden und gemeinsam eine Stimmung gegen sie aufbauen
  • eine Strategie entwickeln, um diese Teilnehmer in Aggression zu bringen, damit der Ärger der Therapeuten nicht gesehen wird
  • diese Teilnehmer bei Meditationen penetrant durch einen anderen Assistenten korrigieren lassen, damit die Aggression des Therapeuten verschleiert wird
  • versuchen das Beziehungsleben dieser Teilnehmer zu zerstören, weil sie öffentlich eine andere Art von Beziehung leben, die weniger auf Besitz und Eifersucht aufgebaut ist. Denn die Therapeuten favorisieren eher die üblichen Paarbeziehungen.
  • versuchen diese Teilnehmer in der Gruppe zu isolieren, entweder indem möglichst wenig Kontakt zu anderen Gruppemitgliedern entstehen kann oder indem man versucht sie mit fadenscheinigen Begründungen von bestimmten Gruppenprozessen fern zu halten
  • versuchen diese Teilnehmer unbemerkt zu kontrollieren, auf so abwegige Art und Weise, als wenn man durch eine Katzenklappe in der Wohnungstür versuchen würde die Kontrolle zu bekommen welche Personen im Haus ein und ausgehen.
  • versuchen auf diese Teilnehmer ihre eigenen Ängste und Aggressionen zu projizieren, um sie dann in die Verhaltensmuster der Therapeuten hineinzudrängen
  • versuchen andere Assistenten dazu anzuregen diese Teilnehmer bloß zu stellen
  • bieten zum Schein eine Freundschaft an, um alle möglichen Auseinandersetzungen in einem süßen Brei zu ersticken.
  • ganz subtil unliebsame Teilnehmer finanziell mehr zu belasten als andere
  • ihre Aggressionen heimlich an den Meditationskissen von unliebsamen Teilnehmer auslassen

Und wenn ein Teilnehmer sich davon immer noch nicht beeindrucken lässt, versuchen sie ihm ein Kissen an den Kopf werfen oder ihn heftig in den Arm zu kneifen. Ihr Konkurrenzverhalten gegenüber rebellischen Teilnehmern kann den Therapeuten aus allen Poren heraus quirlen, sie bemerken es nicht. Selbst die körperliche Grenzüberschreitung, wenn sie ihnen auf den Kopf klopfen, erkennen sie nicht, sondern fühlen sich wie ein Zen Meister.

Die Attacken der Therapeuten sollen den rebellischen Teilnehmer aggressiv machen, weil der Teilnehmer unbewusst die Aggression des Therapeuten ausagieren soll. Der Therapeut bedient damit ein unbewusstes Reaktionsmuster – Übertragung der Emotionen der Eltern auf die Kinder, Übernahme der elterlichen Emotionen von den Kindern, aus Liebe zu den Eltern – damit er nicht selbst seine Aggressionen bearbeiten muss! Es ist also nicht so wie dann von Therapeuten immer wieder behauptet wird, dass der Teilnehmer nicht an seine Aggression kommt oder dass der Teilnehmer kein Licht in sein Unbewusstes gebracht hat.

Das ist der geheime Deal, der immer wieder durch die Therapeuten den Teilnehmern aufgedrückt wird. Die Teilnehmer kennen diesen faulen Vertrag, denn schon als Kinder haben sie die Aggression der Eltern aus Liebe zu ihnen getragen. Auch aus unseren Beziehungen kennen wir diese beziehungstötenden Deals.

Nun sollen sie für ihre Ersatzeltern die Kohlen aus dem Feuer holen. Natürlich werden sie das tun, wenn sie zu braven Kinder erzogen wurden. Als Dank dafür bekommen sie die Beachtung und Zuwendung von den Therapeuten und besonders viel Raum in den Gruppenprozessen. Wenn ein Rebell sich jedoch weigert, die Arbeit der Therapeuten zu erledigen, dann bekommt er ihren ganzen versteckten Hass zu spüren.

Nicht selten ist zu beobachten, dass Therapeuten ohne Kinder die Gruppenteilnehmer wie ihre Ersatzkinder betrachten. Wie von einer Klucke werden sie bebrütet und gegen sogenannte schädliche Einflüsse von Außen abgeschirmt. Die Therapeuten gehen innerlich die Wände hoch, wenn ein Gasttherapeut versucht die Teilnehmer unabhängig von Therapeuten zu machen, indem er Wege zur Verbindung mit dem Ganzen aufzeigt. Sie fahren ihr ganzes Arsenal an therapeutischen Interventionen hoch, um diesen Therapeuten vor den Teilnehmern zu diskreditieren. Sie haben Angst ihre Kinder zu verlieren. Wie überbehütende Mütter versuchen sie jede Energie von ihren Kindern, ihren Teilnehmern, fern zu halten, die sie unabhängig machen könnte.

Was nützt es den Therapeuten, wenn er jeden Hinweis auf seine Aggression abtut mit den Worten: der Teilnehmer soll doch bei sich selber schauen. Dem Teilnehmer nützt dieser Hinweis natürlich, aber dem Therapeuten dient er nur um seine Aggression hinter seiner professionelle Distanz zu verstecken.

Manche Therapeuten behaupten sogar sie brauchen diese professionelle Distanz, um sich zu schützen. Trotzdem werden sie von Teilnehmern angespuckt, geschubst und gestoßen. Es nützt Ihnen nichts, sie werden trotzdem angegriffen und reagieren darauf genauso körperlich aggressiv, weil sie mit ihrem Körper zu sehr identifiziert sind. Es sind aber keine lebensbedrohenden Situationen. Es wäre deshalb durchaus möglich als Therapeut im Herzen zu bleiben und nicht zurück zu schlagen. Auch der Hinweis von Therapeuten, dass man schon als Kind vom Großvater gelernt hat, dass man sich nicht schlecht behandeln lassen darf, ist in dem Zusammenhang nur eine Ausrede für das Therapeuten-Ego.

Meistens liegt es daran, dass für die Aggressionen sowohl der Teilnehmer als auch der Therapeuten nicht genug Raum z.B. im Encounter gegeben wurde. Denn nur ganz selten benutzen die Therapeuten noch den Encounter zu ihrer eigenen Entwicklung.

Auch deshalb ist es mittlerweile in, dass Therapeuten aus Angst vor Aggressionen für die Teilnehmer eine Encounter-Form wählen, die nicht wirklich in die Aggressionen hineinführt, so dass die Aggression nicht augenblicklich im Herzen transformiert werden kann.

Es geschieht nur eine oberflächliche Transformation. Auch das anschließende Umarmen kann deine wirkliche Wahrnehmung nicht täuschen.

Oder man bricht den Encounter ab noch bevor die Aggression im Herzen transformiert werden kann, z. B. mit den Worten: „An was erinnert dich …?“ Damit führt der Therapeut den Teilnehmer von der Aggression weg in den Kopf. Er will die Aggression und die aufkommenden Gefühle wieder unter Kontrolle bekommen. Vielleicht weil er sich selbst vor Aggression ängstigt und kein Vertrauen in die Transformationskraft des Herzens hat.

Natürlich keimt bei den Teilnehmern mit der Zeit eine Aggression gegen die Therapeuten auf, weil sie unbewusst merken, wieviel Angst die Therapeuten vor Aggressionen haben. Dem Therapeuten nutzt dann die ganze professionelle Distanz nichts mehr, wenn er mit dem Teilnehmer wirklich ins Herz gehen und nicht auf der Oberfläche bleiben will. Der Weg zum Herzen ist aber versperrt durch die Angst der Therapeuten vor ihrer eigenen Aggression. Im Unbewussten weiß es jeder Seminarteilnehmer. Somit spiegeln die Teilnehmer zum großen Teil nur die Aggression der Therapeuten.

Die permanent versteckte Aggression des Therapeuten Egos gegen ihre eigene ursprüngliche Energie richten sie gegen rebellische Teilnehmer. Wenn sie keine Verbindung zum Ganzen haben, bekämpfen sie alles was ihr Ego auch nur im Entferntesten an ihre ursprüngliche Energie erinnern könnte. Selbst bei einer simplen Umarmung versuchen sie jede Schwingung, die ihre wirkliche Energie in Bewegung bringen würde zu verhindern. Es ist ihrem Ego gerade recht, wenn nur ihr Gefühlskanal in Schwingung gerät, dieses wertet das Ego nur auf. Das Aufleben ihrer eigenen tieferen Grundenergie würde zum Tod ihres Egos führen.

Obwohl keine Aggression von dem Rebellen ausgeht, provoziert schon seine bloße Anwesenheit das Therapeuten-Ego. Mit ihm allein im Raum zu sein, macht das Ego unruhig, trotzig und provokativ, so dass es in Panik gerät und unkontrollierte Ängste entwickelt. Es empfindet jeden Geruch der Freiheit als lebensbedrohend; es hasst und bekämpft diese. Die Aggression der Therapeuten hat deshalb viele Gesichter und wenn der Rebell trotz deren Aggressivität in der Gruppe bleibt werden die Therapeuten handgreiflich.

Der Rebell wird dem Herzen des Therapeuten vertrauen und den aggressiven Akt völlig still und unspektakulär in sein Herz nehmen. Er wird auch keinen Raum lassen für eine Entschuldigung oder ein klärendes Gespräch, um die Energie nicht zu brechen. Der Therapeut hat damit die Chance die Energie seiner Aggression völlig unbeeinflusst in sein Herz zu nehmen. Wenn das Therapeuten-Ego zu stark ist, bleibt dem Rebellen als letzte Möglichkeit um den Therapeut im Herzen zu berühren nur noch zu gehen. Aber es ist nur eine Chance! Er ist sich dabei völlig bewusst, dass nur sehr wenige Therapeuten diese Chance ergreifen werden. Die meisten Therapeuten glauben sie seien immer im Herzen und hätten es nicht mehr nötig sich mit ihren Aggressionen auseinanderzusetzen. Aber nur wenn diese Chance völlig freiwillig ergriffen wird, nur dann ist es für den Therapeuten möglich total zu sein und aus seiner Sklaverei auszusteigen und sei es nur für einen Moment. Wenn er nicht diese Chance nutzt, werden sich seine Ängste verstärken und sein Aggressionspotential wird steigen.

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Es gibt deshalb genug Therapeuten, die die Dynamische Meditation oder die AUM Meditation meiden wie der Teufel das Weihwasser. Selbst in Osho-Zentren kann es passieren, dass die Dynamische Meditation stattfindet, aber erst 45 Minuten nach dem sie beginnen sollte.  Natürlich macht kein Therapeut die Dynamische Meditation mit, sondern leitet sie höchstens an. Und das obwohl jeder Therapeut sie mindestens genauso dringend braucht wie jeder Teilnehmer.

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Sie glauben mit Aggression haben sie nichts mehr zu tun. Andere glauben gar sie würden sich während der Meditation der schlechten Energie der Teilnehmer aussetzen. Sie haben noch nicht das Prinzip der Resonanz verstanden. Entweder haben sie eine Resonanz zu Aggressionen, weil sie selbst damit Probleme haben oder sie können diese Energie ganz leise für sich im Herzen in Liebe umwandeln. Aber es liegt auf der Hand, sie haben Angst davor, dass sie an ihre Aggressionen kommen und die Teilnehmer könnten es mitbekommen.

Hinter ihrer professionellen Distanz verstecken sie auch ihr Misstrauen gegenüber ihren Teilnehmern, denn sonst könnten sie ja mit ihnen z.B. die Dynamische Meditation machen. Es gibt sogar Anleitungen für Unterstützer der Therapeuten, Caretaker oder Assistenten, danach sollen sie die Teilnehmer bei der Leitung verpetzten, was auch immer sie gehört haben sollen sie der Leitung mitteilen: „Verpetz alles!“

Die Therapeuten verhalten sich gegenüber den Teilnehmern aber ganz bedeckt, erst recht wenn ein Rebell in der Gruppe ist hat ihr Misstrauen kein Ende. So sind alle Therapiegruppen konzipiert, sie sind auf Misstrauen aufgebaut, wie soll der Teilnehmer so einen Zugang zum Ganzen finden?

Das erinnert mich an die DDR, in der auf 90 Einwohner ein inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit kam. Aus Sicht der Staatsführung waren nicht die 600 000 inoffiziellen Mitarbeiter des Regimes die Verräter, sondern alle anderen. Die Obrigkeit vertraut nicht dem gemeinen Volk, aber das Volk soll der Obrigkeit blind vertrauen. Die Seminarleitung vertraut nicht den Teilnehmern, aber die Teilnehmer sollen der Leitung blind vertrauen. Der Soziologe Georg Simmel hat bereits vor über 100 Jahren auf den Vertrauensvorschuss in modernen Gesellschaften gegenüber der Obrigkeit hingewiesen. “..Bei reicherem Kulturleben steht das Leben auf tausend Vorrausetzungen……die er (der Einzelne) auf Treu und Glauben hinnehmen muss…“Der Grad des erforderlichen Vertrauens wächst jedoch immer weiter, je weiter sich die sogenannte moderne Gesellschaft entwickelt. Gleichzeitig wächst aber das Misstrauen der Obrigkeit gegenüber ihren Untertanen. Die NSA Affäre ist nur die Spitze vom Eisberg des Misstrauens.

Die Teilnehmer kommen mit diesem Verhalten aus der gesellschaftlichen Realität in die Selbsterfahrungsgruppen. Die Therapeuten verstärken dieses Verhalten ihrer Teilnehmer, nur so können sie in Ruhe ihren Job machen und die Verbindung zum Ganzen unterbinden. Denn alle haben vor der Rebellion Angst, die Teilnehmer wie die Therapeuten, weil es ein Tor zum Ganzen sein kann. Rebellen müssen mundtot gemacht werden, denn es soll sich niemand an ihnen ein Beispiel nehmen. Sie bedrohen die bestehende Ordnung, sowohl in der Gesellschaft wie in den Gruppen!

Es ist wie mit Edward Snowden, obwohl er noch nicht einmal ein Rebell ist, seine Kritik an der Arbeit des NSA ist schon längst angenommen worden. Die Staatlichen Geheimnisträger, Militär und Wirtschaft operieren bereits im Darknet, weil sie spätestens seit Snowden wissen, sie können sich gegenseitig nicht mehr trauen. Würde aber Edgar Snowden in die USA einreisen, würde er wahrscheinlich auf offener Straße erschossen.

Die andere Taktik der Therapeuten ist die Vermeidungsstrategie, wenn man sich den Herausforderungen des Lebens nicht stellt, sondern sich eine Komfortzone einrichtet. Dann ist man oberflächlich gesehen viel friedlicher, also glaubt man leicht seine Schatten schon genügend bearbeitet zu haben. Wozu dann noch die ganze Schattenintegration? Es ist wie mit dem Zölibat der Religionen, oder der Mönche, wenn man dem Teufel (der Sexualität, dem Weib..) aus dem Weg geht, diesen Verführungen des Alltags, dann ist es einfach nur noch in die höhere Sphären der göttliche Liebe zu leben. Und warum? Weil kein Spiegel mehr da ist, indem man seine eigenen Aggression sehen kann.

Unsere Therapeuten festigen uns in unserem Irrglauben über die Liebe, weil sie uns dazu anhalten und es uns vorleben. Da wir aber nicht wahrhaben wollen, dass wir liebesunfähig sind, halten wir lieber etwas für Liebe, was überhaupt keine Liebe ist und

Natürlich sind wir voller Liebe, aber um sie zu spüren, um sie leben zu können, müssen wir unsere Gefängnisse verlassen. Aber die Therapeuten wollen, dass wir uns in unseren Gefängnissen gut einrichten und zufrieden in einer zuckersüßen Spiritualität herum taumeln.

„…Was ist Spiritualität? Was ist Erleuchtung? Alles Quatsch! Es gibt keine Spiritualität, es gibt keine Erleuchtung! Wer dies erkannt hat ist erleuchtet! Das ganz gewöhnliche Dasein…zu leben, zu genießen, zu lieben, zu tanzen, zu singen, schöpferisch zu sein – das ganz gewöhnliche Dasein mit seiner außerordentlichen Intensität, mit Leidenschaft: Das ist Erleuchtung. Aber du suchst offenbar nach irgendeiner esoterischen Antwort. Ich habe was gegen alles Esoterische….“

Osho Times 04.2014 (Osho : aus Philosophia Ultima)

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Die PR Kampagne der Gesellschaft für die Kleinfamilie!

Wie amüsant sind die Versuche des Staates durch die nun staatlich anerkannte homosexuelle Ehe die Kleinfamilie wieder aufzuwerten. Ganz im Sinne dieser staatlichen PR Kampagne werden zunehmend Filme gedreht, die wieder alles zurück drehen sollen, was durch die 68ziger in Fragegestellt wurde. Ganz im Sinne der herrschenden bürgerlichen Ideologie haben die ihren Weg gefunden, die in einer funktionierenden Beziehung ihre Kinder in einer Kleinfamilie großziehen, während Menschen die auf ihrem Weg zu sich selbst nach Indien gingen als Egoisten dargestellt werden. Also eine völlig verdrehte Ansicht aus der Sicht der Entwicklung des Individuums hin zu sich Selbst aber völlig in Ordnung für eine Gesellschaft der Profitmaximierung.

Wen wundert es da, wenn Wilhelm Reich am Ende seines Lebens, diesen Druck seelisch nicht mehr verkraftet hat. Wilhelm Reich wurde ja nicht nur aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung ausgeschlossen, sondern man versuchte ihn total zu isolieren. Auch heute wirst du ausgeschlossen aus der esoterischen Szene, wirst verbannt aus Therapiegruppen, wirst von diesen einfühlsamen Therapeuten ein Hausverbot bekommen, weil du ihre Gewinn schmälern könntest, wenn du versuchen solltest die Sinnlosigkeit ihrer Therapie publik machen, einer Therapie ohne Kontakt zum Ganzen.

Du wirst von den Mitgliedern der Gruppe ferngehalten, es wird Stimmung gegen dich verbreitet. Es entwickelt sich ein Denunziantentum unter den Gruppenmitgliedern, wie wir es aus unserer jüngsten Vergangenheit kennen, aus der DDR. Dieser entgleisten Gruppendynamik bedienen sich dann die Therapeuten.

Du wirst auch keinen Artikel, der diesen Missstand aufzeigt, in der esoterischen Presse veröffentlichen können. Das Dogma „Wir sind alle auf unserem Weg“ wirkt wie eine Droge, sie schläfert ein und dieser Zustand soll natürlich erhalten bleiben.

Therapie ohne Meditation macht abhängig!

Der Therapeut  ist dann nichts anderes als ein Gefängniswärter, der den Klienten darin unterstützt seine Zelle etwas aufzuräumen, die Wände zu streichen und die Gitterstäbe anzumalen. Der Klient soll sich wieder in seiner Zelle zu Hause fühlen, damit er ein ordentliches normales Leben führen kann.

Ein liebvoller Therapeut wird dazu noch einen Malkasten in die Zelle reichen und Wohlfühl-Sessions organisieren mit angenehmer Wohlfühl-Musik.

Ein Therapeut der die Spiritualität vermarkten will, lässt Mandalas an die Zellwände malen, Räucherstäbchen in die Zelle reichen und wird dem Klienten das Gefühl geben, dass er ganz anders ist als die anderen Gefängnisinsassen. Er kann auf die normalen Insassen hinabschauen, denn er glaubt er ist ja frei obwohl er in seinem Gefängnis ist! Er ist doch frei in seinem Spirit, glaubt er, weil er ja allen anderen ihren Weg gehen lassen kann.

Für ihn ist es genauso richtig große Schritte im Gefängnis zu machen, wie kleine Schritte; rechts herum um seinen heißen Brei zu laufen ist genauso richtig wie links herum zu laufen; zu hüpfen ist genauso richtig wie schleppend zu gehen. Er glaubt zu wissen, alle sind auf ihrem Weg!

Und der Markt boomt!

Die esoterischen Hedgefonds stecken mal mehr Kapital in Feng Shui oder in Engelenergie oder in Mantras oder in den Schamanismus, je nachdem wo mehr zahlende Teilnehmer gewonnen werden können. Die Marktgesetze der Krise unserer Gesellschaft haben schon längst die spirituelle Szene erfasst.

Man kann mittlerweile auch nicht mehr nur von einer Umweltzerstörung im Außen reden, sondern wir sind mitten in einer Umweltzerstörung im Inneren, einer Zumüllung unserer Seele durch esoterische Rituale. Es bedarf einer besonderen Art von Anstrengung und Sterben lassen, um sich davon befreien zu können!

Der Film zeigt deshalb ein ganz aktuelles Problem in unserer esoterisch angehauchten Psychotherapie auf, in der die Spiritualität nur zur Maximierung des Gewinns aus den Teilnehmerzahlungen benutzt wird.

Was der Film nicht wirklich rüberbringt!

  1. Massenhaft strömten die Patienten in die sexuellen Beratungsstellen von Reich, erst in Wien, dann in Berlin. Einige Jahre nach dem Tod von Reich (1957) war es in bestimmten Gesellschafskreisen der USA üblich, nackt in Reichs Akkumulator zu sitzen, um von der kosmischen Energie durchströmt zu werden, um danach die Sexualität intensiver zu erleben. Reich galt als Sex Guru. Er hielt die unterdrückte Sexualität für die Wurzel der Konditionierungen, woraus sich die Panzerung (erstarrte Energie) des Körpers entwickelt, wie in seinem Buch: „Die sexuelle Revolution“. Er hielt die Unterdrückung der Sexualität als ein wichtiges Element der kapitalistischen Wirtschafsordnung (z.B. in seinem Buch „Massenpsychologie des Faschismus“). Er glaubt aber auch, dass der Weg  aus diesen Konditionierungen heraus, durch die Verbindung von Sexualität mit der Kosmischen Energie möglich ist.
  2. In den 68zigern wird Reich zwar wieder aufgegriffen, aber es wird nur die sexuelle Befreiung thematisiert ohne die Verbindung zum Ganzen. Die Kommune 2 erklärte damals deshalb nur, im Glauben an einen Automatismus zwischen sexueller Befreiung und Revolution: „Die patriarchalische Familie hat die sexuellen Bedürfnisse nie befriedigen können. Historisch brauchte sie stets die Ergänzung durch Prostitution und die sexuelle Ausbeutung Abhängiger“. Weil der Bezug zum Ganzen fehlte, war es für die kapitalistische Wirtschaftsordnung auch wieder möglich gewesen diese Bewegung zu integrieren.
  3. Trotzdem gab es Fortschritte. Noch vor den 68zigern gab es jährlich 1 Millionen Abtreibungen in Deutschland, an denen 10 000 Frauen jährlich verstarben. Viele meinen nur durch die Erfindung der Pille sei das anders geworden. Doch noch heute ist ohne eine sexuelle Befreiung nicht einmal ansatzweise möglich sexuelle Themen gesellschaftlich zu bearbeiten, wie die nicht abreißenden sexuellen Skandale aus Indien ganz deutlich zeigen. Was nützt den indischen Frauen die Pille, wenn sie gesellschaftlich verurteilt werden, wenn sie diese nehmen. Obwohl seit 2013 die Todesstrafe für Vergewaltigung von Frauen verhängt werden kann, reißen die Gruppenvergewaltigungen von Frauen nicht ab. Meistens werden diese Gewalttaten von der Polizei vertuscht. Die Verschärfung der Gesetze in Indien ersetzen keine gesellschaftliche sexuellen Befreiung bis hin zum Sturz des Kastensystems. Ganz zu schweigen von der nicht genutzten Möglichkeit, die in der sexuellen Befreiung liegt, die Verbindung zum Ganzen zu finden.
  4. Einige wenige der 68ziger versuchten eine vollständige Antwort zu finden und stießen dabei auf östliche Weltanschauungen. Erst Osho wurde für diese Sucher zu einem Bindeglied zwischen westlicher Psychologie und östlicher Spiritualität. Interessanterweise war Osho in den Augen der bürgerlichen Öffentlichkeit auch ein Sex Guru, so wie Reich damals. Während Reich aber die Verbindung zwischen der Sexualität und dem Ganz durch äußere Hilfsmittel (Orgonstrahler, Akkumulator) herstellen wollte, zeigt Osho den Weg über die immer schon vorhandene innere Verbindung des Einzelnen zum Ganzen. Dieser Verbindung gilt es sich immer wieder bewusst werden zu lassen.
  5. Nur in einer Szene wird angedeutet, dass Reich den Körper der Klienten in die Therapie mit einbezog. Dies führte zur Ablehnung und zu Protesten seiner psychologischen Kollegen. Die Manifestationen von Kindheitstraumata als Panzerungen des Körpers stehen im Mittelpunkt seiner Therapie. Es sind die ersten Schritte der Einbeziehung der Körpersprache in die Psychologie.Daraus entwickelt er dann die ersten bioenergetischen Übungen. Sein Schüler Alexander Lowen entwickelt sie später etwas weiter, aber er koppelte sie ab von der Erfahrung mit dem Ganzen. Denn Lowen ging es im Gegensatz zu Reich nicht mehr um die Wahrnehmung der Bioenergetischen Energie als Tor zur kosmischen Energie.

Heute wird den Klienten, die die spirituelle Energie erfahren wollen, der Kontakt mit der kosmischen Energie durch Ersatzhandlungen suggeriert: Mantra singen, Channeln, Kontakte mit Engeln, Einnahme von Ayahuasca oder psychedelische Drogen, Schamanistische Rituale etc..

So werden in den Selbsterfahrungsgruppen durch Körperübungen, emotionale Rückführungen in die Kindheit und bioenergetischen Übungen emotionale Verspannungen nur oberflächlich gelöst ohne Kontakt zum Ganzen. Mit Hilfe dieser Übungen werden die Teilnehmer aber wieder nur funktionsfähig für die Gesellschaft gemacht.

Insofern greift der Film hier ein ganz aktuelles Thema auf. Bereits Freud formuliert diese Problematik, dass die Menschen zwischen Hass und Liebe hängen bleiben, so wie diese heute noch in den Selbsterfahrungsgruppen besteht. Er zweifelte leider nicht an die Wirksamkeit seiner Therapie, sondern er zweifelte an den Menschen. Freud war, wie viele Therapeuten heute, nicht bereit einen Weg zu finden, der über das Gefängnis aus Hass und Liebe hinaus zum Ganzen führte. An der komischen Energie, und damit an der eigentlichen Gesundung der Klienten, war er nicht interessiert.

Auch heute wird das Hin und Her zwischen Liebe und Hass, zwar in der Therapie erkannt als Kampf der Geschlechter, aber es wird eben als Alltag abgetan oder mit einem süßen Brei erstickt.

Doch die Seele will darüber hinaus wachsen! Auch das hat Reich schon vor bald 100 Jahren erkannt. Insofern sind viele Therapien ein Rückfall in die Zeit vor dieser Erkenntnis, auch wenn sie noch so sehr bemüht sind neuere Übungen mit ins Konzept zu nehmen.

Der Großteil des Filmes befasst sich mit Reichs Experimenten mit Hilfe von Geräten (Orgon-Akkumulator) die Kosmische Energie zu bündeln und damit die Patienten zu heilen.

Leider bleibt Reich damit in der Apparate Medizin hängen.

Aber auch andere versuchten durch äußere Hilfsmitteln, irgendwie an die kosmische Energie zu kommen. So waren Versuche in den 50ziger Jahren mit LSD sehr verbreitet. Der Psychiater Stanislav Grof experimentierte mit psychodelischen Drogen. Auch sie suchten nach der Bewusstseinserweiterung mit Hilfsmitteln, ohne dass der Klient selbst sich auf den Weg machen muss, also in seinem Gefängnis bleiben darf. Auch heute noch versucht man sich in Selbsterfahrungsgruppen mit psychodelischen Substanzen, oder schamanischen Drogen und Ritualen an einen bewussten Prozess vorbei zu mogeln.

Aber wie das Wort schon sagt, Bewusstseinserweiterung ist nur bewusst möglich. Der Klient muss einen bewussten Entschluss fassen und das immer wieder neu, um aus dem gesellschaftlichen Tagtraum auszusteigen. Um seinen Weg ganz wach gehen zu können, ohne technische oder chemische Hilfsmittel oder anders geartete Drogen, erst recht ohne Abhängigkeit von Therapeuten als Papa oder Mamma Ersatz. Bewusstseinserweiterung, die Wahrnehmung der komischen Energie, ist nur möglich, wenn der Klient ganz hell wach ist und das lernt er nur, wenn er schon auf dem Weg dahin lernt sich von den Abhängigkeiten, den Surrogaten, den Drogen zu lösen. Wenn er es immer wieder aufs Neue allen Verführungen des Einschlafens, des Träumens zu wiederstehen versucht. Diesen Prozess muss er durchlaufen, in diesem Prozess musst er lernen zu erkennen, wie seine Konditionierungen und seine Umgebung bis hin zur Gesellschaft ihn immer wieder wie ein Gummiband zurückziehen wollen in den Tagtraum, den alle träumen.

Nur durch die Nähe zu seinem wahren Ich, nicht durch sein Ego, durch das sich Erkennen in Meditation, hat er den Mut und die Kraft die Tagträume in Ruhe betrachten zu können und bleibt dabei auf seinem Weg.